Betrugsskandal im heimischen Eishockey?

Böser Verdacht

Betrugsskandal im heimischen Eishockey?

Ein Jahr stand er in der EBEL unter Vertrag. Ein Jahr, das Jeff Frazee so schnell nicht vergessen wird. Nach Stationen in Nordamerika, Italien, der deutschen 2. Liga und in Dänemark landete er 2016 in Slowenien, bei Olimpija Ljubljana. In einem E-Mail an die ÖSTERREICH-Redaktion erhebt er nun schwere Vorwürfe gegen den Verein und die heimische Liga.

"Im letzten Spiel der Zwischenrunde trafen wir auf den HC Znojmo. Das Team musste uns besiegen, um ins Playoff einzuziehen. Mein Goalie-Coach hat mir erzählt, dass er vom Vize-Präsidenten von Znojmo gefragt wurde, ob ich ihnen dabei helfen würde zu gewinnen. Wir hätten anrufen und sagen können, was wir verlangen, um die Partie zu verlieren", schreibt der 30-Jährige.

Ljubljana war zu diesem Zeitpunkt für die Postseason qualifziert und verlor die Partie mit 0:7. Frazee stand dabei nur elf Minuten auf dem Eis, wurde nach drei Gegentoren ausgewechselt. Eine Manipulation fand dennoch nicht statt, so der Torhüter: "Ich war nicht daran interessiert, habe es dem Head Coach erzählt und wir kontaktierten die Liga."

Frazee © GEPA

EBEL-Manager: "Haben alles getan"

Frazee wurde von der slowenischen Polizei vernommen. Warum er jetzt doch an die Öffentlichkeit geht? "Ich möchte Gerechtigkeit sehen und eine Reaktion der Liga." Die reagiert prompt auf die Vorwürfe. EBEL-Manager Christian Feichtinger zu den OÖN: "Wir haben alles getan, was in so einem Fall zu tun ist. Es ist ein laufendes Verfahren, das noch keine Ergebnisse gebracht hat. Solange es keine Beweise gibt, gilt die Unschuldsvermutung.“

Sollte sich jener Verdacht erhärten, würden die Liga-Regularien greifen. Die Polizei in Slowenien, wo Frazee seine Aussage machte, und in Tschechien ermitteln. Aber: "Als Liga mit Sitz in Österreich können wir leider schwer Einfluss auf Organe im Ausland nehmen. Wir können selbst nur abwarten", hält Feichtinger fest.

Frazee kritisiert übrigens auch die EBEL: Ljubljana hätte seiner Meinung nach vor der vergangenen Saison vom Betrieb ausgeschlossen werden müssen. Der Verein habe seine Finanzen nicht im Griff und schulde ihm 18.000 Euro, "zwei Drittel des Gehalts". Vier Landsleuten ergehe es genauso.

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