21. Juli 2010 19:59
Nach dem 2:3 gegen England hat Österreichs U19-Team am Mittwochabend auch
sein zweites Match bei der Nachwuchs-EM in Frankreich verloren. Gegen die
französischen Gastgeber setzte es in Flers für die Mannschaft von Andreas
Heraf ein 0:5-(0:1)-Debakel. Damit liegt das ÖFB-Team nach dem zweiten
Spieltag nur an vierter und letzter Stelle der Gruppe A, da die Niederlande
im Parallelspiel in Bayeux England 1:0 (1:0) besiegte. Sehr verärgert zeigte
sich Heraf vor allem über einen Spieler, der nach der Einwechslung nicht den
die gewünschte Leistung zeigte.
Kleine Chance lebt noch
Da im Parallelspiel der Gruppe die
Niederlande gegen England 1:0 (1:0) gewannen, lebt aber sogar noch die
theoretische Chance aufs Halbfinale. Allerdings müsste die Auswahl von
Andreas Heraf am Samstag gegen die Niederlande einen Kantersieg feiern und
gleichzeitig die Franzosen auch England besiegen. Um sich für die U20-WM in
Kolumbien im kommenden Jahr zu qualifizieren, muss Österreich zumindest
Gruppen-Dritter werden.
Heraf krempelte Team total um
Heraf veränderte seine Start-Elf
im Vergleich zum England-Match gleich an fünf Positionen. Kapitän Michael
Schimpelsberger landete genauso auf der Ersatzbank wie Tobias Kainz,
Christoph Knasmüllner, Marco Djuricin und der angeschlagene Christian Klem.
Neu im Spiel war dafür in der Defensive Lukas Rath, im Mittelfeld durften
Robert Gucher und Raphael Holzhauser ran, im Angriff Georg Teigl und Marco
Meilinger.
Vor den Augen des ÖFB-Präsidenten Leopold Windtner war von der ersten Minute
an zu sehen, dass die Österreicher um mehr defensive Kompaktheit als gegen
England bemüht waren. Nicht nur U21-Teamchef Andreas Herzog, der das
Auftaktmatch der Franzosen für den ÖFB beobachtete, hatte vor der
brandgefährlichen Offensive der "Equipe" gewarnt.
Gleichzeitig litt aber die österreichische Offensive nur bedingt darunter.
Die erste dicke Chance vergab Stürmer Andreas Weimann, der nur das Außennetz
traf (10.). Wie gegen England mussten die Österreicher aber auch diesmal
gleich mit der ersten Möglichkeit des Gegners das 0:1 hinnehmen. Nach weitem
Pass von Chris Mavinga nutzte Griezmann einen kleinen Stellungsfehler der
Verteidigung und schoss eiskalt aus zwölf Metern ins rechte Eck (19.).
Alaba kam nicht zur Entfaltung
Die ballsicheren Franzosen hatten
zu diesem Zeitpunkt das Spiel immer besser in den Griff bekommen. Vor allem
auch deshalb, weil sie Österreichs Kapitän David Alaba nicht richtig zur
Entfaltung kommen ließen. Eine Chance auf den Ausgleich bot sich vor der
Pause trotzdem noch, doch Holzhauser verdribbelte sich wenige Meter vor dem
Franzosen-Tor (37.).
Österreich musste in den zweiten 45 Minuten mehr riskieren, dennoch
verwalteten die Franzosen die knappe Führung souverän. Und Mitte der zweiten
Spielhälfte machten sie den Sack zu. Nach herrlichem Pass von
Chelsea-Legionär Gael Kakuta lupfte der eingewechselte Lacazette den Ball
über den herauseilenden Goalie Philip Petermann (66.).
Französischer Zauber
Danach begannen die Franzosen zu
zaubern und fast nach Belieben zu treffen. Griezmann erhöhte mit seinem
zweiten Tor nach schönem Querpass von Reale problemlos auf 3:0 (73.). Dann
wurde es für die Österreicher noch richtig bitter: Reale (80.) und Lacazette
(83.) schenkten der auseinanderbrechenden ÖFB-Mannschaft zwei weitere
Treffer ein.
Heraf auf einen Spieler sehr böse
Die Reaktion von Heraf:
"Man muss das Spiel differenziert betrachten. Bis zum 0:2 haben wir eine
Stunde lang eine sehr gute Leistung geboten. Vor der Pause waren vielleicht
sogar die bessere Mannschaft, wir hatten vier große Chancen. Auch die
Defensive war eine Stunde lang sehr diszipliniert. Wir haben gewusst, dass
es auf ein Finale gegen die Niederlande hinauslaufen wird. Das Erreichen des
Halbfinales wird sehr schwierig, die Chance auf die WM in Kolumbien lebt
aber auf jeden Fall. Die Einwechslung eines Spielers bereue ich sehr. Dieser
Spieler war enttäuscht, dass er nicht von Anfang eingesetzt worden ist und
hat dann charakterlos gehandelt. Er hat die Mannschaft, mich und Österreich
im Stich gelassen. Diese Dinge dulden wir nicht, mit solchen Spielern werden
wir in Zukunft nicht mehr arbeiten".