15. März 2010 18:26
Die Austria wurde gestern 99 Jahre alt. In Party-Laune war jedoch keiner.
Die Gemüter hatten sich auch einen Tag nach dem Skandal-Derby noch nicht
beruhigt. Im Mittelpunkt der Anschuldigungen stand noch immer
Schiedsrichter-Assistent Alain Hoxha, der in Minute 66 einen Elfmeter für
Rapid angezeigt hatte. Er wollte einen Ellbogencheck von Jacek Bak an Mario
Konrad gesehen haben. Sogar Schiri-Boss Johann Hantschk meinte: „Den Elfer
kann man nicht geben.“
Hoxha bei den letzten drei Derbys im Hanappi dabei
„Eine
Fehlentscheidung, die durch nichts vertretbar ist. Und wenn er nach
TV-Studium versucht, seine Entscheidung als richtig darzustellen, dann tut
er mir leid“, wetterte Austrias AG-Vorstand Thomas Parits. Doch auch Schiri
Gerhard Grobelnik bekam sein Fett ab. „Wenn ich mich von einem Assistenten,
der 30 Meter weit weg steht, overrulen lasse, dann sagt das eh schon alles
über die Persönlichkeit aus“, so Parits. Dass Hoxha einst im Rapid-Nachwuchs
gekickt hat, stört Parits gar nicht so. „Komisch ist nur, dass der Herr
Hoxha bei den letzten drei Derbys im Hanappi mit drei verschiedenen
Schiedsrichtern im Einsatz war. Kann sich der die Schiris aussuchen?“, fragt
sich Parits. Nachsatz: „Da kann er sich ja gleich sein Wohnzimmer im
Hanappi-Stadion einrichten.“
Wiener Schiedsrichter beim Wiener Derby?
Man muss sich
tatsächlich die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, einen Wiener
Schiedsrichter das Wiener Derby leiten zu lassen. „Bei solchen Spielen muss
ich den einsetzen, der am besten in Form ist, nicht einen, der sich
profilieren will“, fordert Parits. Hoxha ist kein unbeschriebenes Blatt.
Vorige Saison leitete er in der Regionalliga Ost FAC gegen die Rapid
Amateure. Zwei Floridsdorfer sahen Rot. Endstand: 6:3. Für Rapid.
"Wohnzimmer von Hoxha im Hanappi"
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ÖSTERREICH: Haben Sie sich nach dem Skandal-Derby schon
beruhigt? Thomas Parits: Nein, diese Fehlentscheidung
ist durch nichts vertretbar. Ich frage mich: Wie kann ich mich als
Schiedsrichter von meinem Assistenten, der 30 Meter weg steht,
overrulen lassen? Und: Wie kann es sein, dass der Herr Hoxha bei den
letzten drei Derbys im Hanappi-Stadion immer an der Linie war? ÖSTERREICH:
Kann die Austria dagegen vorgehen? Parits: Nein,
aber der Herr Hoxha kann sich gleich sein Wohnzimmer im
Hanappi-Stadion einrichten.
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Austria-Bosse unter Zugzwang
Skandal-Elfer hin oder her – Fakt ist: Die Austria steht nach der
0:2-Niederlage gegen Rapid nur noch auf dem vierten Tabellenplatz. Das
erklärte Saisonziel – ein Europacupstartplatz – wackelt gehörig, da man sich
ja auch im Cup vorzeitig verabschieden musste. Und am Wochenende kommt
ausgerechnet Spitzenreiter Salzburg ins Horr-Stadion. Acimovic und
Baumgartlinger fehlen gesperrt. Dragovic, der nach dem Derby die
Schiedsrichter heftigst kritisiert hatte, droht ebenfalls noch eine Sperre.
Es brennt also der Hut bei der Austria! Und: Trainer Karl Daxbacher muss um
seinen Job zittern! Sein Vertrag läuft mit Saisonende aus. AG-Vorstand
Thomas Parits will sich noch nicht festlegen: „Vertragsgespräche sind
momentan sekundär.“ Ob Daxbacher auch nächste Saison noch auf der Bank
sitzt? „Ich glaube schon, ich bin mit seiner Arbeit sehr zufrieden.“ Erste
Gespräche hat es bereits gegeben – ohne Ergebnis.
Auch bei elf Spielern laufen die Verträge aus. „Jeder muss sich im Training
voll reinhauen. Dann erledigt sich vieles von selbst“, sagt Parits. „Ob
einer jetzt oder Ende April unterschreibt, ist egal“, bleibt Parits seiner
Philosophie treu.