15. März 2010 13:34
Die Achtelfinal-Rückspiele der Fußball-Champions-League am Dienstag haben
mit Überraschungen geendet. Nicht die favorisierten Vereine Chelsea und FC
Sevilla, sondern Inter Mailand und ZSKA Moskau haben den Aufstieg unter die
letzten Acht geschafft. Der italienische Meister setzte sich in London durch
einen Treffer von Eto'o (79.) mit 1:0 durch, kam mit dem Gesamtscore von 3:1
weiter und bescherte seinem Trainer Jose Mourinho damit eine triumphale
Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Die Moskauer gewannen in Sevilla mit
2:1 und hatten aufgrund des 1:1 aus dem Hinspiel das bessere Ende für sich.
Mourinho verlor in seiner Zeit bei Chelsea von 2004 bis 2007 kein Liga-Match
vor eigenem Publikum, dafür fügte er seinem Ex-Arbeitgeber die erste
Heimniederlage in der Eliteliga seit dem 22. Februar 2006 zu. An diesem Tag
gewann der FC Barcelona 2:1, Siegestorschütze war damals wie heute Eto'o,
der erstmals seit dem 20. Dezember 2009 wieder ein Tor erzielte.
Chelsea-Mäzen Roman Abramowitsch muss nach seinem Einstieg bei den "Blues"
im Sommer 2003 damit zumindest ein weiteres Jahr auf den
prestigeträchtigsten Titel im europäischen Clubfußball warten.
Die Partie an der Stamford Bridge hielt bei weitem nicht das, was man sich
im Vorfeld erwartet hatte. Beide Clubs schickten zwar eine laut Papierform
offensive Mannschaft mit jeweils drei Spitzen aufs Feld, beschränkten sich
zunächst aber auf eine abwartende Taktik. Chelsea wurde vor der Pause nur
durch einen Ballack-Weitschuss (11./daneben) und durch Anelka, der aus
kurzer Distanz an Inter-Goalie Cesar scheiterte (42.), halbwegs gefährlich.
Auf der Gegenseite misslang Eto'o ein Kopfball aus aussichtsreicher Position
(33.).
Nach dem Seitenwechsel prüfte Malouda den Schlussmann der Italiener mit
einem Schuss aufs kurze Eck (52.). Mit Fortdauer der zerfahrenen Partie
fanden die Italiener immer besser ins Spiel und präsentierten sich auch als
gefährlichere Truppe. In der 67. Minute schoss Milito freistehend im
Sechzehner am langen Eck vorbei, drei Minuten später setzte Motta einen
Kopfball aus wenigen Metern über die Querlatte.
Chelsea-Coach Ancelotti riskierte in der Schlussphase und brachte mit Joe
Cole und Kalou weitere Offensivkräfte, gegen die starke Defensive des
italienischen Meisters gab es allerdings kein Durchkommen. Dafür brillierten
die Norditaliener mit einem perfekt vorgetragenen Konter, bei dem Eto'o nach
Idealpass von Sneijder dem dritten Chelsea-Goalie Turnbull keine Chance
ließ. In der hektischen Schlussphase sah "Blues"-Goalgetter Didier Drogba
wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte (87.).
Auch im zweiten Dienstag-Achtelfinale scheiterte die gastgebende Mannschaft.
Dabei begann Sevilla druckvoll und hatte schon in der 3. Minute eine
Großchance, doch Luis Fabiano scheiterte aus kurzer Distanz an Goalie
Akinfejew. Die erste kalte Dusche für die Spanier bei Temperaturen um die 20
Grad folgte in der 39. Minute, als Necid von der Strafraumgrenze mit einem
präzisen Flachschuss von der Strafraumgrenze erfolgreich war.
Die Antwort der Gastgeber folgte bereits zwei Minuten später. Bei einem
weiten Abschlag von Sevilla-Goalie Palop schlief die Gäste-Abwehr und Luis
Fabiano legte für Perotti ab, der aus kurzer Distanz keine Mühe hatte, zum
1:1 auszugleichen. Knapp zehn Minuten nach dem Seitenwechsel gelang den
Russen der entscheidende Treffer - Palop faustete einen scharf geschossenen
Freistoß von Honda ins eigene Tor. Danach rannten die Hausherren verzweifelt
gegen den russischen Abwehrriegel an, ohne die Moskauer noch entscheidend in
Bedrängnis zu bringen.