17. März 2010 14:42

Freude über Sieg 

Mourinho: "glücklichster Mensch auf Erden"

Der Inter-Trainer nach 1:0 an Stamford Bridge: "Können jeden schlagen, der noch in Champions League ist".

Mourinho: "glücklichster Mensch auf Erden"
© EPA

"Dieses Resultat beweist, dass ich hier zu Hause bin. Denn hier gewinne ich immer - mit oder gegen Chelsea", stellte Inter-Trainer Jose Mourinho nach dem 1:0-Sieg der Mailänder an der Stamford Bridge, die von 2004 bis zu seiner Entlassung im September 2007 sein "Wohnzimmer" gewesen war, mit Genugtuung und Stolz fest. In den vergangenen zwei Jahren war für die Italiener jeweils im Achtelfinale der Champions League gegen Manchester United und Liverpool FC Fußball-Endstation gewesen.

"Inter war viel besser"
Er sei der glücklichste Mensch auf Erden. "So habe ich in der Kabine noch nie gejubelt. Das war eine unglaubliche Leistung", sagte Mourinho, der sich Gesten des Triumphes verkniffen hatte und schon vor dem Schlusspfiff in die Katakomben verschwunden war. "Heute war Inter viel besser als Chelsea. Wir können jeden schlagen, der noch im Rennen ist", lobte der 47-jährige Portugiese seine routinierte Elf, die er trotz des 2:1-Guthabens von San Siro offensiv eingestellt hatte, nach der intensiv geführten Partie, in der sich beide Abwehrreihen kaum eine Blöße gaben.

Eine davon nützte Samuel Eto'o, der einen Snejder-Pass im Stile eines Torjägers zum Goldtor nützte. Es war der erste Treffer des Kameruner Stürmers seit 20. Dezember, womit er den "Blues" die erste Heimniederlage seit 21 Spielen zufügte. Die Serie war am 22. Februar 2006 gestartet worden, damals musste Mourinho mit dem 1:2 im Viertelfinale gegen den FC Barcelona seine erste Pleite als Chelsea-Coach einstecken.

"Geschichte der Frustration"
Die Europa-Bilanz seines damaligen Arbeitgebers beschrieb der Charismatiker als "Geschichte der Frustration". Immerhin hat der Chelsea-Eigner Roman Abramowitsch rund 750 Mio. Euro im Westen Londons investiert. Der zweite Einzug ins Finale der "Königsklasse" nach 2008 bleibt auch heuer unerreicht, der Traum vom ersten Triumph muss zumindest eine Saison weiter aufgeschoben werden.

"Es tut weh, so früh auszuscheiden. Die erste Hälfte war okay, aber danach haben wir keine Antworten mehr gefunden. Die Mailänder haben uns mit ihrer Cleverness den Zahn gezogen", verhehlte Michael Ballack seine maßlose Enttäuschung nicht. Die Karriere des deutschen Mittelfeldspielers bleibt vorerst weiterhin unvollendet. Auf seinen ersten große Titel auf der internationalen Fußball-Bühne bleibt ihm jetzt als 34-Jährigen nicht mehr allzu lange Zeit. "Wir müssen das schnell abhaken. Jetzt ist die Liga unser großes Ziel", meinte Ballack.

"Hässliche Fleck in Annalen"
Die englischen Medien schossen sich am Tag nach der Schmach nicht auf Ballack, auch nicht auf den italienischen Trainer Carlo Ancelotti und auch nicht auf den deutschen Referee Wolfgang Stark, der neun Karten (eine Rote) zückte und zwei Elferszenen im Inter-Strafraum (Motta gegen Ivanovic bzw. Samuel an Drogba) ungeahndet ließ, sondern auf Abramowitsch ein. "Warum hast du ihn rausgeworfen, Rom?", wollte "The Sun" wissen. "Mourinho ist zurückgekehrt, um sich ein letztes Mal in Chelseas Historie einzutragen", schrieb "The Guardian", "genauer gesagt - ein hässlicher Fleck in den Annalen des Clubs."

Auch im zweiten Dienstag-Achtelfinale blieb der Gastgeber sieglos und flog damit aus dem Bewerb. Der Sevilla FC musste sich ZSKA Moskau 1:2 geschlagen geben und schied nach dem 1:1 vom Hinspiel aus. Matchwinner im Ramon-Sanchez-Pizjuan-Stadion war der Japaner Keisuke Honda, der unter tatkräftiger Mithilfe von Keeper Andres Palop aus fast 30 Metern mit einem Freistoß erfolgreich war. Vor der Pause hatten die Gäste nach dem 0:1 innerhalb von 118 Sekunden ausgeglichen gehabt.

"Resultat ist desaströs"
"Ich freue mich vor allem darüber, dass wir auch nach dem Ausgleich die Initiative nicht aus der Hand gegeben haben. Es war weder das emotionalste noch das schwerste Spiel, das wir bestritten haben", resümierte ZSKA-Trainer Leonid Slutzky nach dem ersten Einzug ins CL-Viertelfinale. Sein Widerpart Manuel Jimenez vermochte die verjuxte Chance nicht zu fassen. "Dieses Resultat ist desaströs, und wir können uns nur bei unseren Fans dafür entschuldigen", meinte der Sevilla-Trainer.


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