09. September 2008 22:36
Vier Tage nach dem sensationellen 3:1-Sieg zum Auftakt der WM-Qualifikation
gegen Frankreich ist die österreichische Fußball-Nationalmannschaft am
Mittwoch auf den harten Boden der Realität zurückgeholt worden. Die
Österreicher mussten sich Außenseiter Litauen vor 4.500 Zuschauern in
Marijampole verdient mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. Beide Tore erzielte
Litauens Kapitän Tomas Danilevicius (52., 58.).
Balten mit ersten Großchancen
Bereits in der 11. Minute
hatte die ÖFB-Defensive Glück, als Ksanavicius nach Querpass von
Danilevicius völlig alleine scheiterte. Zwei Minuten später setzte der
Hearts-Legionär einen Weitschuss knapp am langen Eck vorbei (13.). Eine
kleine Unsicherheit zeigte auch Manninger, der einen Kopfball nach weitem
Einwurf vor das Tor abprallen ließ. Der einschussbereite Danilevicius kam
aber nicht an den Ball (30.).
Den ersten Warnschuss der Partie hatte ÖFB-Kapitän Andreas Ivanschitz
abgegeben. Der Burgenländer versuchte sich immer wieder aus der Distanz,
schoss aber hauptsächlich über das Tor (20., 27., 64.). Die beste
Möglichkeit für den ÖFB hatte vor der Pause Martin Stranzl vorgefunden. Der
Abwehrchef verfehlte im Fünfer einen leicht abgefälschten Corner von
Ivanschitz (37.). Paul Scharner scheiterte nach einer Ivanschitz-Flanke, die
Maierhofer heruntergenommen hatte (49.).
Just als die Österreicher das Spiel nach Seitenwechsel in den Griff zu
bekommen schienen, schlug Danilevicius zweimal zu. Das Führungstor war ein
glückliches, aber kein unverdientes. Danilevicius lenkte einen
Gewaltfreistoß des zweiten Italien-Legionärs Stankevicius aus 40 Metern
geschickt und unhaltbar für ÖFB-Keeper Alexander Manninger ins Tor ab. Sechs
Minuten später legte der 30-Jährige von AS Livorno mit einem sehenswerten
Treffer nach. Nach einem abgefälschten Querpass von Deividas Cesnauskis traf
Danilevicius aus kurzer Distanz mit der Ferse.
Hoffer brachte keinen Umschwung
Brückner reagierte, brachte mit
Hoffer für Scharner einen zweiten Stürmer. Die Österreicher waren danach
zwar feldüberlegen, Zählbares schaute aber nicht heraus. Einen gefährlichen
Aufsetzer von Hoffer parierte Litauen-Keeper Karcemarskas sensationell
(72.), zwei Minuten später traf der Joker nur die Außenstange.
Dazwischen hatte Linksverteidiger Emanuel Pogatetz eine Kopfball-Chance
vergeben, Rechtsverteidiger György Garics scheiterte ebenfalls an
Karcemarskas (77.). In der 89. Minute reklamierten die Österreicher
vergeblich Elfmeter. Dabei hatte Klimavicius den Ball bei einem Getümmel im
Strafraum offensichtlich mit der Hand berührt. Die Pfeife von Schiedsrichter
Paolo Tagliavento aus Italien blieb allerdings stumm.
Damit verpasste das ÖFB-Team am 40. Geburtstag von Assistenzcoach Andreas
Herzog die Chance, erstmals seit der Ausscheidung für 1978 mit zwei Siegen
in eine WM-Qualifikation zu starten. Stattdessen setzte es die erste
Niederlage gegen Litauen überhaupt. Das bisher erste Duell mit den Balten
hatte Österreich am 14. April 1992 in Wien mit 4:0 für sich entschieden.
Fußball-WM-Qualifikation - Gruppe 7, 2. Spieltag: Litauen - Österreich
Endstand 2:0 (0:0).
Marijampole, Suduva-Stadion, 4.500 Zuschauer
(ausverkauft), SR Paolo Tagliavento (Italien).
Tore: 1:0 (52.) Danilevicius, 2:0 (58.) Danilevicius
Litauen: Karcemarskas - Stankevicius, Dedura, Zelmikas, Klimavicius D.
Cesnauskis (66. Kalonas), Pilibaitis (72. E. Cesnauskis), Semberas,
Mikoliunas - Ksanavicius (75. Zaliukas) - Danilevicius
Österreich: Manninger - Garics, Prödl, Stranzl, Pogatetz - Aufhauser, (55.
Säumel), Scharner (66. Hoffer) - Harnik, Ivanschitz, Fuchs - Maierhofer
Gelbe Karten: Pilibaitis bzw. Aufhauser (im nächsten Spiel gesperrt), Fuchs,
Stranzl