24. Juli 2010 20:18
Happy End für Österreichs U19-Fußballer bei der EM in Frankreich. Mit einem
hart erkämpften 1:0 (0:0)-Erfolg im letzten Match der Gruppe A in Mondeville
gegen die Niederlande löste die Truppe von Andreas Heraf das Ticket für die
U20-WM 2011 in Kolumbien. Das goldene Tor erzielte Marco Djuricin in der 87.
Minute per Foul-Elfmeter. Zuvor hatte Djuricin zahlreiche Top-Möglichkeiten
vergeben.
Aufgrund des gleichzeitigen Remis von Frankreich gegen England (1:1) hätten
die Österreicher auch bei einem höheren Sieg keine Chance mehr auf das
Halbfinale gehabt. Frankreich und England schafften es aus Gruppe A ins
Halbfinale, die Niederländer wurden auf den vierten und letzten Platz
durchgereicht.
Defensiv ausgezeichnet
Die Österreicher standen diesmal im
Gegensatz zu den beiden ersten Partien gegen England (2:3) und Frankreich
(0:5) defensiv ausgezeichnet. Die Abschlussschwäche konnte aber auch diesmal
lange Zeit nicht abgelegt werden, so hätte Djuricin die Partie schon vor
seinem Elfer-Tor im Alleingang für Rot-Weiß-Rot entscheiden können. Aber
auch die Niederländer hatten genügend Möglichkeiten, Luc Castaignos traf
zwei Mal die Latte.
Die Vorgabe für Österreich war klar, auch ohne die zu Bayern München
zurückgekehrten David Alaba und Christoph Knasmüller musste ein Sieg her.
Dementsprechend bissig und druckvoll begann die Heraf-Truppe. Bereits nach
25 Sekunden gab es den ersten Eckball für Österreich. Ins offene Messer lief
man den "Oranjes" aber auch nicht, die Hintermannschaft rund um Kapitän
Michael Schimpelsberger machte nach acht Gegentreffern in den ersten beiden
Partien einen konzentrierten und sicheren Eindruck.
Intensive Partie
Bis zum ersten Torschuss der Partie mussten die
1.500 Zuschauer, unter ihnen auch ÖFB-Präsident Leo Windtner, bis zur 20.
Minute warten. Ein Freistoß von Raphael Holzhauser aus 22 Metern wurde von
Niederlande-Schlussmann Jeroen Zoet entschärft. Der hoch favorisierte
Nachwuchs des WM-Finalisten brauchte einige Zeit, um in der intensiv
geführten Partie gefährlich zu werden. Erste Schüsse durch Luc Castaignos
(24., 29.) und Jerson Cabral (26.) überstand Österreich unbeschadet. Die mit
Abstand größte Chance der ersten 45 Minuten verhaute Djuricin. Der
Hertha-Legionär luchste Bruno Martins Indi den Ball ab und lief alleine aufs
Tor zu, scheiterte jedoch an Zoet (42.).
Auch nach dem Wechsel war Österreich durch Djuricin brandgefährlich, nach
schönem Doppelpass mit Tobias Kainz war jedoch neuerlich Zoet der Sieger des
Duells (49.), danach verfehlte Djuricin knapp das rechte Kreuzeck (53.). Das
Festival der vergebenen Djuricin-Möglichkeiten fand in der 72. Minute seine
Fortsetzung, fünf Minuten davor hatten die Niederländer bei einem
Lattenpendler von Castaignos Pech gehabt (67.).
Zehn Minuten vor dem Ende flog der Niederländer Leandro Bacuna nach einer
Tätlichkeit gegen Emir Dilaver mit Rot vom Feld (80.). Nach einem weiteren
Lattenschuss von Castaignos (84.) gab es doch noch das erlösende Tor für
Österreich. Der eingewechselte Marco Meilinger wurde im Strafraum von Rodney
Sneijder, dem jüngeren Bruder von Superstar Wesley, zu Fall gebracht. Den
fälligen Elfer verwertete Djuricin eiskalt ins rechte Eck (87.).