Fan-Schock: ORF verliert Champions League

TV-Rechte

Fan-Schock: ORF verliert Champions League

Was in Großbritannien längst Realität ist, trifft nun auch auf Österreich zu: Ab 2018/19 läuft die Champions League nicht mehr im ORF. Nach wochenlangen Verhandlungen platzte am Dienstag die TV-Bombe.

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Bezahlsender Sky hat sich den Großteil der Partien bis 2021 gesichert. Das von der UEFA erworbene Paket gilt nach Angaben des Unternehmens vom Dienstag für alle Verbreitungswege. Eine Sub-Lizenz für das Internet erhält Streaming-Anbieter DAZN. Über den Kaufpreis machten die Unternehmen keinerlei Angaben. Offen ist, welche Spiele Sky und welche das zur Perform Group zählende Portal DAZN zeigt. Auch die Kosten für die Kunden sind noch nicht bekannt.

"Rechtzeitig vor Beginn der neuen Rechte-Periode werden alle weiteren Einzelheiten zu dieser Vereinbarung bekanntgegeben", hieß es in einer Pressemitteilung. Für die Fans bedeutet es eine Umstellung. Erstmals in der 25-jährigen Champions-League-Geschichte werden die Spiele in Deutschland und Österreich exklusiv im Pay-TV oder als Streaming-Angebot ausgestrahlt. So ging in Deutschland auch das ZDF leer aus.

"Wir können da nicht mithalten"

Die öffentlich-rechtlichen Sender dürfen nur noch in der kommenden Saison Partien im frei empfangbaren Fernsehen übertragen. Der ORF zeigt die Königsklasse seit 2015 wieder, nachdem sich zuvor Puls 4 (ab 2012) die Rechte gesichert hatte. 2019 ist nun erstmals Schluss mit Europacup im ORF. Zwar ist das Rechtepaket für die Europa League noch nicht vergeben, darum habe man aber nicht mitgeboten.

Hans Peter Trost (Bild unten), Sportchef des Öffentlich-Rechtlichen, hatte vor Wochen erklärt: "Wir können nicht mithalten. Unsere Konkurrenten bieten nicht das Doppelte, sondern das Zigfache von uns. Es betrifft nicht nur den Fußball, sondern auch andere Sportarten. Da wird kein Stein auf dem anderen bleiben."

Trost © GEPA

(c) GEPA

Beim ZDF zeigte man sich enttäuscht. "Europäischer Spitzen-Fußball wird zu einem exklusiven Angebot für deutlich weniger Zuschauer als bisher", ließ Intendant Thomas Bellut ausrichten. Sky

Weiterer Meilenstein für DAZN

Sky hatte zuvor die Rechte in England verloren. Nun ist die Freude beim Unternehmen natürlich umso größer. Der Pay-TV-Sender bekommt endlich mehr Exklusivität und hat mit dem Deal einen neuen Konkurrenten eingebunden.

Carsten Schmidt, Vorsitzender der Sky-Geschäftsführung, zeigte sich erfreut: "Wir sind mit dem Ausgang der Rechteausschreibung sehr zufrieden. Sky ist und bleibt auch in den kommenden vier Jahren die Heimat der UEFA Champions League." Für DAZN ist es ein weiterer Meilenstein.

Der Online-Anbieter mischt seit 2016 den Markt auf. Hinter dem "Netflix des Sports", wie man sich selbst gerne nennt, steckt Len Blavatnik. Der US-Milliardär russischer Abstammung wird vom Magazin Forbes auf 19,1 Milliarden US-Dollar geschätzt.

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