Bundesliga

"Bullen"-Supertalent gab Austria Korb

Es sind aufregende Tage, die Salzburgs Xaver Schlager derzeit erlebt. In der Youth League erreichte der 19-Jährige mit Red Bull Salzburg in der Vorwoche das illustre Final Four, in der Bundesliga erzielte er am vergangenen Wochenende sein erstes Tor. Vorerst hat er sich zum Ziel gesetzt, noch mehr Spielzeit beim heimischen Meister zu bekommen, irgendwann ist die Premier League ein Ziel.

Im TV-Interview nach dem 1:1 bei der Admira, wo er den "Bullen" mit seinem Treffer einen Punkt gerettet hatte, stapelte er bezüglich seiner jüngsten Leistungen noch denkbar tief. Erst mit ein bisschen Abstand klang das schon etwas anders. "Da habe ich vielleicht ein bisserl untertrieben, weil wir halt nicht gewonnen haben. Das wäre die Krönung gewesen. Aber die Woche war für mich sicher sehr gut", meinte er vor dem Bundesliga-Schlager gegen Austria Wien am Sonntag (16.30 Uhr im oe24-LIVE-TICKER).

Es ist offenbar nicht nur die spielerische Reife, sondern auch die Zurückhaltung, die Salzburg-Coach Oscar Garcia an Schlager schätzt. "Bei ihm gefällt mir seine Demut, dass er auch nach guten Vorstellungen mit beiden Füßen auf dem Boden bleibt", so der Spanier, nachdem Schlager den "Bullen" mit seinem ersten Ligator einen Punkt gerettet hatte. "Ich habe schon wie ich nach Salzburg gekommen bin gesehen, dass er ein großes Talent ist."

Mutter hatte zu Red Bull geraten

Auch Youth-League-Coach Marco Rose nennt ihn "unheimlich fokussiert", Lieferings Trainer Thomas Letsch attestiert Schlager einen "extrem guten Charakter und Willen". Tatsächlich ist Schlager einer, der schon von Kindesbeinen an "phasenweise nur Fußball im Kopf" hatte, wie er selbst sagt. Und weil er so viel ans Kicken dachte, habe er als 12-Jähriger beim Wechsel von seiner Heimat St. Valentin nach Salzburg auch ganz aufs Heimweh vergessen: "Das hat mir sehr geholfen."

Dabei wäre der aktuelle U21-Teamspieler fast schon bei der Wiener Austria gelandet. Ralf Muhr, Nachwuchsleiter und Spross einer St. Valentiner Fußball-Dynastie, lud Schlager zu einem Training bei den "Veilchen" ein. Schließlich entschied er sich aber für die "Bullen": "In Wien hätte ich bei einer Gastfamilie wohnen müssen, in Salzburg hat es ein Internat gegeben. Meine Mutter hat mir dann geraten, nach Salzburg zu gehen", erinnerte sich Schlager.

Schlager

(c) GEPA

Sein familiäres Erbe wiegt schwer. Der Vater war im Vorstand und als Platzsprecher des SC St. Valentin tätig, der Onkel kickte für den Club, die Cousins tun es heute noch. "Einmal im Monat fahre ich nach Hause, schaue, dass ich Kontakt zu meinen Freunden halte. Da kann ich gut abschalten", sagte Schlager.

"Ich war nicht der Edeltechniker"

Obwohl rein technisch Niederösterreicher, dürfe man ihn auch als Oberösterreicher sehen. St. Valentin ist in den OÖ-Verband integriert, ins Steyr besuchte Schlager das Fußball-LAZ (Landesverbands-Ausbildungszentrum). Nicht immer agierte Schlager im Mittelfeld. "Erst war ich Mittelstürmer, dann Zehner, dann Sechser. Ich bin mit der Schnelligkeit ein bisschen stehengeblieben", sagte er. Nicht zuletzt deswegen sei der inzwischen wieder verschwundene niederländische Einfluss in Salzburgs Nachwuchsarbeit von großer Bedeutung gewesen.

"Ich war nicht der Edeltechniker, als ich nach Salzburg gekommen bin. Mit den Holländern haben wir sehr viel Technik trainiert, dass hat mich extrem weitergebracht. Auch wenn es manchmal recht anstrengend war."

Zuletzt wurde er in den heimischen Medien mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht, davon will er freilich nichts wissen. "Das ist nett und schön, aber ich beschäftige mich damit nicht. Es kann zu einer Belastung werden, wenn man sich damit zu viel beschäftigt", sagte Schlager, dessen Vertrag in Salzburg bis 2018 läuft. Eine Karriereplan habe er nicht erstellt, "es kann ja so viel passieren. Aber das Ziel ist die Premier League, das wäre schon geil."

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