Maierhofer erklärt Attacke auf Rapid

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Maierhofer erklärt Attacke auf Rapid

Auf den Tag genau nach neun Jahren könnte Stefan Maierhofer in Hütteldorf wieder als "Maskenmann" unterwegs sein - diesmal aber nicht für Rapid, sondern für den SV Mattersburg. Sofern die Ärzte ihr Grünes Licht geben, trägt der Stürmer am Samstag gegen den kriselnden Rekordmeister (16 Uhr im oe24-LIVE-TICKER) nach seinem vor knapp zwei Wochen erlittenen Jochbeinbruch einen Gesichtsschutz, wie einst am 18. März 2008.

Damals schoss Maierhofer Grün-Weiß per Doppelpack im mittlerweile abgerissenen Hanappi-Stadion zu einem 2:0-Derbysieg gegen die Austria, holte mit der Mannschaft einige Wochen später den bisher letzten Meistertitel. "Für die Medien ist es eine schöne Geschichte, dass ich jetzt mit Maske zurückkehre, aber für mich ist es eine schmerzhafte Erfahrung", sagte der Niederösterreicher in Anspielung auf die Nachwirkungen seiner gegen St. Pölten erlittenen Verletzung.

Maierhofers Gesicht ist noch immer geschwollen, das rechte Auge blutunterlaufen. "Ich hatte schon schönere Anblicke, wenn ich in den Spiegel geschaut habe", gab der 34-Jährige zu. Am Mittwoch wurde die Maske noch einmal angepasst, am Donnerstag gab es nach einer ärztlichen Untersuchung noch kein Grünes Licht.

"Ich wollte niemanden verletzen"

Endgültige Klarheit aus medizinischer Sicht wird es erst Stunden vor dem Anpfiff nach einem neuerlichen Scan im Wiener AKH geben. Sollte der Ex-Teamspieler dann zum Einsatz kommen, will er seine Spuren auch im neuen Rapid-Stadion hinterlassen, das er als Besucher schon kennengelernt hat. Ein "Schmuckkästchen" sei es geworden, urteilte der frühere Deutschland- und England-Legionär. "Ich hoffe aber, dass wir mit Mattersburg zumindest einen Punkt mitnehmen können."

In diesem Fall würde sich die Laune von Rapid-Coach Damir Canadi wohl weiter verschlechtern. Der Wiener hatte bereits vor einer Woche gemeint, Maierhofer werde im Allianz Stadion "mit den Konsequenzen leben müssen", dass er bei den Rapid-Profis in einem Interview fehlende Mentalität vermutet hatte.

"Ich habe mit dieser Aussage nur meinen Eindruck als heute Außenstehender wiedergegeben, dem Rapid am Herzen liegt und immer lag, und wollte niemanden damit verletzen", erklärte der 2,02 Meter große Angreifer nun.

"Major" wünscht sich Fan-Respekt

Canadis Replik stimmt Maierhofer etwas nachdenklich. "Das war für mich eine etwas übertriebene Reaktion und hätte ich so nicht erwartet." Dass die Grün-Weißen zuletzt drei Niederlagen kassierten und aus den jüngsten sechs Runden nur zwei Punkte holten, sei "schade. Ich bin innen drin noch immer Rapid-Fan, habe dem Verein viel zu verdanken und mit ihm viel erreicht."

Ob dies auch von den Fans honoriert wird, bleibt abzuwarten. In seiner Zeit bei Red Bull Salzburg war Maierhofer Schmähungen des Rapid-Anhangs ausgesetzt. "Christopher Dibon ist direkt von Red Bull zu Rapid gewechselt und da haben die Leute auch nicht geschimpft, weil sie gesehen haben, dass er sich voll für Rapid reinhaut. Es wäre schön, wenn das die Rapid-Anhänger auch so sehen, nachdem ich für diesen Verein alles gegeben habe."

Sollte dies nicht der Fall sein, hätte Maierhofer auch kein Problem. "Mich motiviert es, wenn ich im Fokus der gegnerischen Fans stehe, ich kann das für mich ganz gut verarbeiten. Gerade dann möchte ich ihnen zeigen, dass ich besser bin, als sie denken."

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