Wunschliste: Fink hofft auf neue Spieler

Austria Wien

Wunschliste: Fink hofft auf neue Spieler

Die Austria taumelt personell am Limit in die Winterpause der Fußball-Bundesliga. Seit zwei Monaten agieren die Wiener national und international mit einer langen Verletztenliste. Mit dem Start ins Frühjahr soll der Kader wieder großteils stehen, Trainer Thorsten Fink hofft darüber hinaus auf Verstärkungen. Bei Salzburg kündigt sich indes der Abgang einer der wenigen routinierten Kräfte an.

Paulo Miranda plagt Heimweh, der seit 2015 für Österreichs Meister spielende Brasilianer will zurück in die Heimat. Laut Trainer Marco Rose ist Mirandas fixer Abgang zwar noch nicht durch, hinter den Kulissen arbeitet man aber scheinbar schon intensiv an einer Lösung. "Es gibt den Wunsch, dass er wechseln möchte. Aber wir sind schon auf der Suche nach einem adäquaten Ersatz und führen Gespräche", verriet Rose vor dem Ligaspiel in Wien am Sonntag.

Klar ist, dass Salzburg mit dem 29-jährigen Innenverteidiger einen der wenigen Akteure mit Erfahrung verliert. Im Kader sind nur Torhüter Alexander Walke (34), Christoph Leitgeb (32) und Andreas Ulmer (32) älter als der Südamerikaner. Sein erster Ersatzmann wäre der Franzose Jerome Onguene, auf den 19-Jährigen alleine will Rose aber nicht bauen. "Bei einem Abgang von Paulo werden wir nicht nur Klasse, sondern auch Erfahrung brauchen können", sagte der Salzburg-Coach.

Mehr Qualität

Bei der Austria blickt sein Gegenüber Thorsten Fink dem Transferfenster gespannt entgegen. Die "Wunschliste" des zuletzt mit seinem Team nicht unbedingt von Erfolgserlebnissen beglückten Fink ist groß. "Innenverteidiger stehen nicht drauf", meinte der Deutsche aber. Mit dem Tschechen Patrizio Stronati kommt im Jänner ein verliehener Profi von Mlada Boleslav zurück. Der 23-Jährige bestritt für den aktuellen Tabellen-Elften im Herbst 12 von 15 Ligaspielen von Beginn weg.

Gesucht wird von Fink eine Alternative auf der Position im defensiven Mittelfeld sowie ein Linksverteidiger, der den langfristigen Ausfall von Christoph Martschinko kompensieren kann. Für den Austria-Coach steht aber eines fest: "Man muss Spieler finden, die die Qualität haben, uns zu verstärken. Das ist das Augenmerk." Er habe auch noch zwei, drei andere Optionen im Hinterkopf. Es bleibe aber abzuwarten, inwiefern der Verein Transfers ermöglichen werde.

Von Austria-Manager Markus Kraetschmer gab es zuletzt vorsichtige Formulierungen. Grundsätzlich sei das Einkaufsprogramm im Sommer abgeschlossen worden, verlautbarte der Vorstand der Wiener, "aber wir haben durch die guten Transfers im Sommer einige Reserven vorgeplant." Man werde die Kadersituation erst einmal in Ruhe analysieren. Offen ist beispielsweise, ob Raphael Holzhauser der Austria im Frühjahr noch zur Verfügung steht. Seine Position im Spielaufbau könnte nach seinem Comeback auch Alexander Grünwald einnehmen.

Ein wenig neidisch muss Fink werden, wenn er auf die Möglichkeiten von Sonntag-Gegner Salzburg blickt. Mit einer Philosophie, die laut dem ehemaligen Assistenten des damaligen Red-Bull-Coachs Giovanni Trapattoni (2006 bis 2008) "gar nicht so variabel, aber effektiv ist", würden die Mozartstädter für ständigen Nachschub an jungen Talenten sorgen. Die Qualität vor allem im kräfteraubenden Pressing der "Bullen" sei entscheidend. "Sie holen keinen Spieler, der nicht diese läuferischen Qualitäten hat. Das kann man nicht trainieren, das kauft man sich auch anhand von genetischen Dingen", erklärte Fink. "Die Spieler sind soweit, dass sie das System umsetzen können. Das ist genial."
 

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