Mattersburg-Tor wurde nicht gegeben

Gegen Salzburg

Mattersburg-Tor wurde nicht gegeben

Gerald Baumgartner sollte sich irren. "Das ist unser Pott jetzt. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen", gab Mattersburgs Trainer seinen Schützen ins Elfmeterschießen mit. Wenige Minuten später schlichen seine Schützlinge nach einem 0:3 vom Punkt geschlagen vom Feld, während Seriensieger Salzburg den fünften Einzug ins Finale des ÖFB-Cups in Folge bejubelte. Vater des Sieges war Cican Stankovic.

Die im Cup eingesetzte Nummer zwei der Mozartstädter hinter Alexander Walke parierte im Elferschießen zwei Versuche, dazu schoss Mattersburgs Nedeljko Malic in die Wolken. Schon in der regulären Spielzeit hatte Stankovic einen Elfer von Smail Prevljak gehalten und sein Team vor einer drohenden Niederlage bewahrt. "Heute war Cicans Tag", wusste RB-Kapitän Valon Berisha. Stankovic strahlte: "Es passiert nicht aller Tage, dass man in einem Spiel vier Elfmeter halten kann."

Mattersburg wurde Tor verwehrt

Ein Erfolgsrezept im Elferschießen habe es nicht wirklich gegeben, verriet Stankovic. "Ich wusste, wo die Schützen ihre Lieblingsecken haben. Aber im Spiel entscheidet man dann selber. Das ist Gefühlssache." In einer Szene wäre Stankovic dennoch geschlagen gewesen. Nach einem Kopfball des Spaniers Jano parierte er den Ball wohl hinter der Torlinie, was zu Aufregung im Pappelstadion führte. Schiedsrichter Manuel Schüttengruber gab Minuten später einen umstrittenen Strafstoß für die Hausherren, den Prevljak aber verschoss. Andreas Gruber ließ im Finish der regulären Spielzeit eine weitere Topchance der Gastgeber ungenutzt.

Trainer Baumgartner ärgerte sich über das nicht gegebene "regelkonforme Tor", Gruber sah ebenfalls den Schiedsrichter-Assistenten als Buhmann. "Wenn man das als Linienrichter nicht sieht, dass der Ball einen halben Meter drin ist, wo schaut er hin", meinte der Offensivmann. Baumgartner war niedergeschlagen: "Grundsätzlich ist es schwer, gegen Salzburg zu Null zu spielen. Wir haben es geschafft, sind aber trotzdem nicht aufgestiegen. Genau das macht die Sache umso bitterer."

Nur dank den Taten von Stankovic belohnte sich Salzburg für eine unangenehme Überstunde. Dass der Titelverteidiger mitten in seinen intensiven Wochen gegen einen kampfkräftigen Gegner in 120 Minuten gehen musste, ließ Trainer Marco Rose nicht frohlocken. Schon am Ende der regulären Spielzeit hatten sich bei den eine Stunde lang vergeblich anrennenden Salzburgern Verschleißerscheinungen bemerkbar gemacht.

Salzburg muss jetzt regenerieren

"Die Themen, die wir im Moment haben, sind bekannt. Dass man die irgendwann mal sieht, ist auch klar", meinte Rose. "Aber wie bereit die Mannschaft wieder war, zu investieren und dranzubleiben war außergewöhnlich", lobte der Deutsche die Mentalität seiner Elf. Der Aufstieg gebe neue Energie. "Wir stehen morgen auf und sind happy. Wir wissen, wir sind im Finale. Wir müssen keine Energie verschwenden, uns aufzurichten. Wir müssen einfach unsere Körper wieder hinbiegen", sagte Rose.

53 Pflichtspiele haben die Salzburger in dieser Saison schon bestritten. Es geht munter weiter. Sonntag wartet zu Hause Altach, dann am Donnerstag das Halbfinal-Hinspiel in der Europa League bei Olympique Marseille. Weiter geht es am 29. April auswärts in St. Pölten, ehe am 3. Mai das Rückspiel gegen die Südfranzosen ansteht. Das Cup-Finale ist durch Salzburgs internationale Erfolge nun für 9. Mai angesetzt. Kurioserweise treffen die Finalisten drei Tage zuvor in der Bundesliga in der Red-Bull-Arena aufeinander.

Schritt für Schritt lautet weiter das Salzburger Motto. Rose wollte nach dem Cup-Fight im Burgenland erst einmal "die Wunden lecken". Der nach einer halben Stunde ausgetauschte Amadou Haidara erlitt eine Fleischwunde am Knie. Andreas Ulmer musste mit muskulären Problemen vom Rasen. Schon vor der Partie hatten Hwang Hee-chan und Reinhold Yabo angeschlagen passen müssen.

Die neuerliche Reise an den Wörthersee wird Salzburg immerhin als Motivationsschub dienen. "Wir haben unser erstes großes Ziel erreicht", meinte Stankovic. Der 25-Jährige ließ keine Zweifel an den ambitionierten Zielen aufkommen. "Wir wollen in der Bundesliga dran bleiben, dann kommt die Europa League, wo wir auch ins Finale wollen. Wir haben noch Großes vor", betonte der Torhüter. Gelingt dem Bundesliga-Spitzenreiter der Aufstieg über Marseille, winkt sogar das historische Triple.

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