Bankdrücker: Dragovic spricht Klartext

Leicester City

Bankdrücker: Dragovic spricht Klartext

Die persönliche Bilanz von Aleksandar Dragovic seit seinem Wechsel zu Leicester City Ende August fällt recht ernüchternd aus. Der ÖFB-Teamspieler brachte es gerade einmal auf zwei Einsätze im Liga-Cup, in der Premier League saß er entweder auf der Bank und schaffte es nicht einmal in den Kader.

An Leicester-Kapitän Wes Morgan und dem englischen Teamspieler Harry Maguire gibt es derzeit in der Innenverteidigung kein Vorbeikommen, auch wenn Dragovic bei den beiden Cup-Erfolgen gegen Liverpool und Leeds gute Leistungen bot. "Aber ich schaue mich jeden Tag in den Spiegel und kann mir nichts vorwerfen", sagte der Wiener am Donnerstag in Marbella.

Er sei ihm Training immer mit vollem Einsatz bei der Sache und fühle sich im Vergleich zur Vorsaison besser. "Ich habe jetzt wieder das Selbstvertrauen, das ich in Leverkusen verloren hatte. Mit meinen Leistungen in der jüngsten Vergangenheit ist es wieder bergaufgegangen."

Fuchs als mentale Stütze

Seit dem Amtsantritt von Claude Puel, dem Nachfolger von Craig Shakespeare, scheint Dragovic immerhin regelmäßig im Premier-League-Kader auf. Ein längeres Gespräch mit Puel hat es bisher jedoch nicht gegeben. "Dafür war noch zu wenig Zeit." Intensiver hat sich Dragovic zuletzt mit dem zu Leicesters Stammformation zählenden Ex-ÖFB-Teamkapitän Christian Fuchs unterhalten.

"Er hat mir gesagt, dass er am Anfang auch nicht gespielt hat und dass ich ruhig bleiben und weiter trainieren soll. Dann wird meine Chance kommen", erzählte Dragovic. Englands Meister von 2016 lieh den 26-Jährigen für diese Saison von Bayer Leverkusen aus. Wie es danach für Dragovic weitergeht, ist noch offen. Der im Moment in einem Hotel in Leicester untergebrachte ÖFB-Internationale hat aber klare Präferenzen. "Ich möchte in England bleiben."

Derzeit logiert Dragovic mit seinen ÖFB-Kollegen weit weg vom rauen britischen Herbstwetter im sonnigen und warmen Andalusien, wo Neo-Teamchef Franco Foda seinen ersten Lehrgang leitet. "Das Training ist sehr intensiv, es macht viel Spaß. Wenn alles so mitziehen wie in den letzten Tagen, werden wir wieder Erfolg haben", meinte der 60-fache Internationale.

Spruch sorgt für Lacher

Die Einheiten seien so kräftezehrend, dass jeder Spieler um 22.00 Uhr erschöpft im Bett liege, berichtete Dragovic und appellierte an das Gemeinschaftsgefühl. "Eine Person wird keinen Krieg gewinnen. Wir müssen als Team 100 Prozent geben." Die ÖFB-Auswahl arbeitet nicht nur am Mannschaftsgeist, sondern auch an einer veränderten Spielphilosophie.

"Es wird ganz anders als bei Marcel Koller", sagte Dragovic. Foda lege viel Wert auf eine geordnete Defensive. "Wir werden sicher nicht mehr so ein arges Pressing veranstalten wie unter Koller", kündigte der Abwehrspieler an.

Durch den Teamchef-Wechsel übt Dragovic in diesem Jahr bereits unter seinem achten Coach - Roger Schmidt, Tayfun Korkut und Heiko Herrlich bei Leverkusen, Shakespeare, Interimsbetreuer Michael Appleton und Puel bei Leicester sowie Koller und Foda beim ÖFB-Team. Sein persönliches Trainer-Wechselspiel nahm der Ex-Austrianer mit Humor. "Vielleicht stinke ich", scherzte Dragovic.

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