'Wir sinken': Real-Krise wird zu Drama

Fassungslosigkeit

'Wir sinken': Real-Krise wird zu Drama

Zweimal die Champions League, einmal die Meisterschaft, zuletzt auch zum zweiten Mal die Club-WM: Zinedine Zidane hat als Cheftrainer von Real Madrid in den vergangenen zwei Jahren viel gewonnen. Der Franzose sieht derzeit dennoch einer unruhigen Zeit entgegen. Nach dem 0:1 gegen Villarreal hat sich der Druck auf den Ex-Weltfußballer stark erhöht. Zidane selbst erklärte: "Wir verdienen das nicht."

Bei einem Sieg von Barcelona bei Real Sociedad am (heutigen) Sonntagabend lief Real Gefahr, nach 19 Runden bereits 19 Punkte hinter dem Erzrivalen zurückzuliegen. Dass die Königlichen ein Spiel weniger absolviert haben, ist dabei kein Trost. "Wir müssen nun von irgendwoher einen Sieg landen. Wir kennen die Situation und jeden Tag wird es komplizierter", meinte Zidane. An die Verteidigung des Meistertitels denkt man bei Real nicht mehr.

Pablo Fornals besiegelte mit seinem Treffer in der 87. Minute Reals zweite Heimniederlage in der Primera Division in Folge. Vor Weihnachten war Spaniens Rekordmeister im Bernabeu-Stadion bereits Barcelona (0:3) unterlegen. Dem Treffer von Villarreal ging ein Eckball der Hausherren voraus, danach ging es blitzschnell in die andere Richtung. "Wir hatten unsere Chancen und am Ende... wir konnten den Konter nicht unterbinden. Das ist beschissen für die Spieler", meinte Zidane.

Real verwertet Torchancen nicht

29 Schüsse Richtung gegnerisches Tor schieb Real an, Cristiano Ronaldo traf per Freistoß die Latte. Der Ball fand jedoch nicht den Weg ins Gehäuse der Gäste. Die ganze Saison offenbart Real schon Harmlosigkeit. Kein Real-Profi hat mehr als vier Tore in der Liga erzielt, auch Ronaldo (4) nicht. Villarreal liegt als Fünfter nur noch einen Zähler hinter den Madrilenen, die derzeit Spaniens vierten Champions-League-Startplatz einnehmen. Atletico als Zweiter und Valencia als Dritter haben bereits zehn bzw. acht Zähler Vorsprung auf Real.

"Wir müssen schauen, dass wir uns für die Champions League nächstes Jahr qualifizieren, das muss unser Ziel für den Rest der Saison sein", sagte deshalb Toni Kroos. Teamkollege Marcelo meinte: "Das ist die schlimmste Situation, die ich hier jemals erlebt habe." Der Brasilianer spielt seit elf Jahren für Real. Die Mannschaft habe das Gefühl, "zu sinken", gab Marcelo außerdem an.

Spaniens Presse ließ wie nicht anders zu erwarten kein gutes Haar an den Königlichen. Das in Madrid ansässige Sportblatt "Marca" sprach von einer "Talfahrt ohne Ende". Die Zeitung "El Mundo" titelte mit dem "großen Untergang von Real" - und das auch noch vor den Fans im Bernabeu, die der Krise völlig perplex beiwohnten. Als Schuldiger wird Zidane ausgemacht. "Zidane, Du musst etwas Neues ausprobieren", forderte die "Marca". Dass der Franzose nicht daran denkt, im Jänner auf dem Transfermarkt zuzuschlagen, wird ihm angekreidet.

Als nächste Aufgabe wartet nun das Hinspiel im spanischen Cup bei Leganes. Der Club aus dem Süden Madrids warf zuletzt Villarreal aus dem Bewerb. Zidane betonte: "Bei all dem Negativen müssen wir etwas Positives finden, und am Donnerstag haben wir die Chance, die Dinge zurechtzurücken."

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