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EM-Halbfinale

Österreichs EM-Traum platzt im Elferschießen

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Der Traum von Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam vom EM-Titel bei der Premierenteilnahme ist am Donnerstag geplatzt. Die ÖFB-Auswahl unterlag Dänemark in Breda im Halbfinale nach torlosen 120 Minuten im Elfmeterschießen mit 0:3. Die Nerven machten Laura Feiersinger und Co. im Gegensatz zum Sieg im Elferschießen gegen Spanien im Viertelfinale einen Strich durch die Rechnung. Bitter: In der Anfangsphase hatte Sarah Puntigam einen Handelfmeter verschossen.

Auch in der Entscheidung scheiterten dann alle drei ÖFB-Damen vom Punkt. Vier vergebene Elfmeter in einem Halbfinale sind einfach zu viel.

Feiersinger schoss drüber, Viktoria Pinther und Verena Aschauer scheiterten an der dänischen Torfrau Stina Lykke Petersen, die zur Heldin wurde. Der Weltranglisten-15. beendete damit das eigene EM-Halbfinaltrauma, zog im sechsten Anlauf erstmals ins Endspiel ein.

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Die Däninnen sind erst das sechste Team, das in der Geschichte den Einzug ins Finale geschafft hat, sind nun in einem illustren Kreis mit dem entthronten Titelverteidiger Deutschland, Schweden, England, Italien und Norwegen. Im Endspiel wartet am Sonntag (17.00 Uhr) in Enschede Gastgeber Niederlande oder England. Die beiden Teams trafen noch am Donnerstagabend aufeinander.

Puntigam vergab Riesen-Chance
Die ÖFB-Elf hätte zwar bei einem verschossenen Elfmeter von Sarah Puntigam (13.) in Führung gehen müssen, hatte in der Folge aber weniger vom Spiel und musste aufgrund des immer größer werdenden dänischen Drucks sich erst einmal ins Elfmeterschießen zittern. Dass es dazu kam, war nicht unbedingt überraschend: Österreich hatte im Turnierverlauf einen Gegentreffer, Dänemark auch nur zwei erhalten.

Neben dem Out gab es für Österreich weitere schlechte Nachrichten. Nach Lisa Makas (Kreuzbandriss) hatte die ÖFB-Auswahl den nächsten Ausfall zu beklagen. Stürmerin Nicole Billa schied nach einem Zweikampf mit Verdacht auf Mittelfußknochenbruch aus, wurde noch vor Ende der ersten Hälfte zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.

Nadine Prohaska kam für sie in der 39. Minute in die Partie. Die Mittelfeldspielerin war als Ersatz für Makas eigentlich von Beginn an erwartet worden. Thalhammer entschied sich aber für eine etwas defensivere Variante, gab Virginia Kirchberger den Vorzug und setzte somit in der Defensive auf eine Fünferkette. Damit standen nur Spielerinnen aus der deutschen Bundesliga im Turnier in der ÖFB-Anfangsformation.

Harte Partie mit vielen Zweikämpfen
Im Duell zweier Defensiv-Bollwerke versuchten beide Teams Akzente zu setzen. Maja Kildemoes fand schon nach drei Minuten Dänemarks erste Chance vor, schoss daneben. Die Däninnen waren es auch, die in der Folge bis zur Pause mit fast 60 Prozent mehr Ballbesitz hatten, ein Chancenübergewicht hatte aber die ÖFB-Auswahl. Ein Burger-Schuss wurde gerade noch geblockt (7.).

Sechs Minuten später verhinderte Puntigams schlechtes Nervenkostüm die Führung. Nach einem Kildermoes-Handspiel nach einem Aschauer-Abschluss im Strafraum gab es Elfmeter, den die Defensivspielerin deutlich über das Tor setzte (13.). Mit dem Finale vor Augen war die nötige Coolness wie weggeblasen.

Die Däninnen deuteten vor allem ihre Stärke im Umschaltspiel an, einem Torerfolg kamen sie aber nur einmal ganz nahe. Dank ÖFB-Mithilfe. Puntigam bediente unabsichtlich Sanne Troelsgaard, bei deren Schuss die Latte rettete (21.). Die ÖFB-Auswahl ließ sich davon aber nicht verunsichern, Burger nahm sich ein Herz, verfehlte allerdings das Tor (25.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte ging noch ein Kirchberger-Kopfball daneben.

Zinsberger rettet Team in die Verlängerung
Nach dem Seitenwechsel gaben die Däninnen vermehrt den Ton an, bei einem von Simone Boye Sörensen per Kopf verlängerten Nadim-Kopfball zeichnete sich Zinsberger aus (54.). In der 61. Minute konnte sich die sonst sehr gut markierte Pernille Harder erstmals in Szene setzen, Österreichs Torfrau hatte aber etwas gegen einen Gegentreffer einzuwenden (61.). Nach dem anschließenden Corner hätte Burger den Ball beinahe ins eigene Tor gelenkt (62.).

Auf der anderen Seite fand die ÖFB-Rekordtorschützin bei einem Kopfball übers Tor (67.) Österreichs einzige größere Chance vor. Dänemark war der Entscheidung deutlich näher, Viktoria Schnaderbeck konnte einen Nadim-Abschluss blocken (89.). Die Verlängerung erwies sich als reine ÖFB-Zitterpartie. Zinsberger hielt einen Veje-Volley (92.). Nadim (103.) und Troelsgaard (107.) schossen genauso wie Veje (114.) drüber, ein Harder-Kopfball (120.) ging daneben.

Dänemark gelang trotzdem die Revanche für die 2:4-Testniederlage am 6. Juli in Wiener Neustadt. Die ÖFB-Auswahl tritt nun am Freitag zu Mittag von Rotterdam die Heimreise an, am Abend (19.00 Uhr) gibt es einen Empfang am Rathausplatz in Wien. Das Turnier ist ja trotz der Niederlage für Österreich sensationell verlaufen.

Meinungen zum Frauen-EM-Halbfinale zwischen Dänemark und Österreich (3:0 i.E./via ORF):

Dominik Thalhammer (Teamchef Österreich): "Die Enttäuschung ist groß, weil wir so nah dran waren an dem größten Erfolg überhaupt. Wir haben in fünf Spielen ein Tor bekommen, jetzt sind wir im Elfmeterschießen gescheitert. Das, was uns im letzten Spiel ausgezeichnet hat, war heute einfach nicht so da. Wir haben 120 Minuten unheimlich gut dagegengehalten. Aber die Sicherheit war einfach nicht so da. Wir haben eigentlich vier Elfmeter verschossen, auch schon einen in der regulären Spielzeit."

Zum Turnierverlauf: "Es ist sensationell und das bleibt es auch. Wir werden morgen jetzt anfangen, das zu verarbeiten, was wir hier erreicht haben. Die Enttäuschung ist aber schon ein bisschen groß."

Viktoria Schnaderbeck (Kapitänin Österreich): "Natürlich ist die Enttäuschung riesengroß, wenn man im Elfmeterschießen ausscheidet. Die Mannschaft hat aber super gekämpft und bis zum Schluss voll dagegengehalten. Jetzt müssen wir das Ganze erst einmal verdauen. Es ist schwer zu sagen, an was es heute gelegen hat, wir müssen das erst analysieren. Wir sind auf ein sehr gutes Team getroffen, da entscheiden Kleinigkeiten. So ist Fußball, das muss man hinnehmen und verdauen. Die Enttäuschung steckt jetzt tief."

Der Live-Ticker zum Nachlesen auf Seite 2:

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