Auer bei Formel-1-Debüt vor Verstappen

Super-Testfahrt

Auer bei Formel-1-Debüt vor Verstappen

Lucas Auer hat ein beachtliches und fehlerfreies Formel-1-Debüt hingelegt. Der 22-jährige Tiroler war am Dienstagnachmittag bei den glühend heißen Testfahrten auf dem Hungaroring Neunter, obwohl er sich als Rookie den Force India mit dem Russen Nikita Masepin teilen musste. Auer war aber schneller als u.a. Red-Bull-Pilot Max Verstappen. Am Mittwoch fährt Auer schon am Vormittag.

Und da sollte er wegen der kühleren Temperaturen schneller sein als am brütend heißen Nachmittag in der ungarischen Puszta. Auch wenn der monegassische "Überflieger" Charles Leclerc im Ferrari seine Tagesbestzeit von 1:17,746 Min. am Dienstag im Finish der bis zu 39 Grad heißen Nachmittagssession erzielte.

DTM-Pilot Auer hatte sich gut vorbereitet für seinen allerersten Einsatz in einem Formel-Boliden. Um 14.19 Uhr legte Auer erstmals zu einer langsamen Runde los, erstmals richtig Gas gab er eine Stunde später.

Große Anspannung bei "Rookie"
Die Anspannung am Beginn sei groß gewesen, gestand Auer. "Die ersten zwei Runs waren die schwierigsten. Als mir klar wurde, dass ich hin und wieder atmen auch muss, ist es gleich viel lockerer gegangen", scherzte Auer nach den Testfahrten. "Und natürlich habe ich geschwitzt ohne Ende."

Wie erwartet musste der Österreicher in Mogyorod bei Budapest eine Menge Testaufgaben für Force India übernehmen und vor allem den Run-Plan des Teams herunterspulen. Auer bekam aber auch etwas Zeit für eigene Runden.

"Ich habe trotzdem praktisch keinen Fehler gemacht, und es war auch nicht mein Plan, etwas kaputt zu machen", zeigte sich Auer insgesamt zufrieden. Das Beeindruckendste sei gewesen, "wie schnell sich das Auge an das alles gewöhnt. Anfangs denkst du dir, was ist das für ein Wahnsinn, und dann bremst du immer später."

In der Formel-1 geht's schneller zu
Der größte Unterschied zum Tourenwagen seien die Highspeed-Passagen, berichtete Auer weiters. Dort sieht der Österreicher am Mittwoch auch noch die meiste Luft nach oben.

Das Formel-1-Erlebnis sei jedenfalls insgesamt "unglaublich" gewesen. "Sensationell, dass ich so eine Erfahrung machen darf. Ein Riesendank an das Team, ich habe wie vorgehabt jede Sekunde genossen", sagte der Neffe des früheren Formel-1-Stars Gerhard Berger.

Weil er sich das Auto teilen muss, kam Auer am Dienstagnachmittag mit 54 auch nur auf die drittwenigsten Runden des zwölfköpfigen Feldes und eine Zeit von 1:20,563 Minuten, mit der er auch hinter Masepin (1:19,910) blieb. Leclerc absolvierte 98 Runden, der finnische Mercedes-Star Valtteri Bottas wegen seiner Pirelli-Tests gleich 155 und damit trotz großer Hitze mehr als zwei Grand-Prix-Distanzen.

Nächste Chance am Mittwoch
Auer will am Mittwochvormittag - danach fährt wieder der Russe - gleich die nächste Chance nützen. "Bei einem Test geht es natürlich in erster Linie darum, viel Information für das Team zu sammeln. Aber ich bin vom persönlichen Limit noch sehr weit weg. Da geht noch viel, speziell im Highspeed-Bereich", hofft der Tiroler auf eine deutliche Zeitenverbesserung.

"Heute war wichtig, ohne großen Fehler möglichst viele Runden reinzubekommen", beschloss Auer den heißen Tag in Ungarn. "Jetzt kann ich drüber schlafen und am Mittwoch den nächsten Schritt machen."

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