14. März 2010 15:00
Fernando Alonso ist den hohen Erwartungen gerecht geworden. Der
Doppel-Weltmeister gewann am Sonntag in Bahrain bereits seinen ersten
Formel-1-Grand-Prix für Ferrari. Alonso profitierte dabei allerdings von
einem gebrochenen Auspuff, der Red-Bull-Jungstar Sebastian Vettel seine
Spitzenposition gekostet hatte. Der Deutsche rettete in der Schlussphase
zumindest noch Platz vier.
Ferrari in Feierlaune
Ferrari landete zum Auftakt in der Wüste
einen Doppelsieg. Felipe Massa fuhr bei seinem Comeback nach schwerem Unfall
im Juli in Ungarn auf Rang zwei, McLaren-Star Lewis Hamilton wurde Dritter.
Rekordweltmeister Michael Schumacher landete bei seiner mit Spannung
erwarteten Rückkehr nach mehr als drei Jahren unmittelbar hinter seinem
Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg auf Platz sechs.
Feierstimmung herrschte dagegen im Ferrari-Lager, hatten die Italiener doch
im Vorjahr nur ein einziges Rennen gewonnen. "Es ist ein sehr spezieller
Tag. Einen besseren Start in die Zusammenarbeit hätten wir uns gar nicht
vorstellen können", sagte Neuzugang Alonso. Der Spanier feierte vor den
Augen von König Juan Carlos seinen insgesamt 22. GP-Sieg, den ersten seit
Japan im Oktober 2008.
Vettel felhten 50 PS
Alonso hatte Massa bereits am Start
überholt, vor ihm kontrollierte aber der aus Pole Position gestartete Vettel
das Tempo - bis zur 32. von 49 Runden, als er über Funk einen dramatischen
Leistungsverlust meldete. Mehr als 50 PS soll das Problem am Auspuff
ausgemacht haben, der Vizeweltmeister verlor pro Umlauf knapp vier Sekunden,
auf der Geraden fehlten 12 km/h Topspeed.
In Runde 34 war Alonso an Vettel vorbei, in Runde 35 Massa und schließlich
in der 38. auch Hamilton. "Der Rest war nur noch Schadensbegrenzung",
erklärte Vettel - eine sehr ordentliche allerdings. Trotz der Probleme hielt
der 22-Jährige die beiden Mercedes, Weltmeister Jenson Button im McLaren
(7.) und seinen Teamkollegen Mark Webber (8.) in Schach.
Unvergesslicher Tag für Alonso
"Vettel ist unglaublich
gefahren, einfach sensationell", lobte Red Bulls Motorsportchef Helmut
Marko. "Er hat nicht einen einzigen Fehler gemacht. Wenn wir nicht gewinnen
können, dann wollten wir zumindest gute Punkte machen." In der WM fehlen
Vettel nach dem ersten von 19 Saisonrennen gemäß neuem Punktesystem nun 13
Zähler auf Buchmacher-Favorit Alonso, der bei 25 hält.
Die Ferraris hatten bei 35 Grad im Schatten vor dem Rennen als
Vorsichtsmaßnahme den Motor gewechselt - ein gelungener Schachzug. "Dieser
Sieg bedeutet mit sehr viel, speziell mit Ferrari. Es wird schwer, den
heutigen Tag zu vergessen", meinte Alonso, der auch die schnellste Rennrunde
drehte. "Die Erwartungen an einen Ferrari-Fahrer sind sehr hoch. Es ist das
beste Team der Welt."
Total-Ausfall für Neulinge
Schumacher hatte vor seinem
Rücktritt 2006 fünf WM-Titel für dieses Team geholt, mit seinem Comeback im
Mercedes war der Deutsche nicht unzufrieden. "Es hat sehr viel Spaß gemacht.
Alles hat gut funktioniert", sagte Schumacher, der wie in seinem allerersten
Grand Prix 1991 von Platz sieben gestartet war, nach einem unauffälligen
Rennen. "Es war die erwartete Odyssee."
Erstmals war Nachtanken im Rennen verboten. Die durch die Spritmengen extrem
schweren Autos waren auf der verlängerten Strecke in Sakhir in der
Anfangsphase mehr als acht Sekunden langsamer als im Qualifying. Von den
drei neuen Teams brachte lediglich Lotus seine beiden Autos ins Ziel, Heikki
Kovalainen belegte als Bester Rang 15. Die Piloten von Virgin und Hispania
schieden jeweils bereits in der ersten Rennhälfte mit Defekten aus.
Endstand:
1. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 01:39:20,396 186,273 km/h
2. Felipe Massa (BRA) Ferrari +16,099
3. Lewis Hamilton (GBR) McLaren +23,182
4. Sebastian Vettel (GER) Red Bull +38,799
5. Nico Rosberg (GER) Mercedes +40,213
6 Michael Schumacher (GER) Mercedes +44,163
7. Jenson Button (GBR) McLaren +45,280
8. Mark Webber (AUS) Red Bull +46,360
9. Vitantonio Liuzzi (ITA) Force India +53,008
10. Rubens Barrichello (BRA) Williams +01:02,489
11. Robert Kubica (POL) Renault +01:09,093
12. Adrian Sutil (GER) Force India +01:22,958
13. Jaime Alguersuari (ESP) Toro Rosso +01:32,656
14. Nico Hülkenberg (GER) Williams +1 Runde
15. Heikki Kovalainen (FIN) Lotus +1 Runde
16. Jarno Trulli (ITA) Lotus +1 Runde
17. Sebastien Buemi (SUI) Toro Rosso +4 Runden
Ausgeschieden: Karun Chandhok (IND) Hispania, Timo Glock (GER) Virgin, Kamui
Kobayashi (JPN) Sauber, Witali Petrow (RUS) Renault, Bruno Senna (BRA)
Hispania, Pedro de la Rosa (ESP) Sauber, Lucas di Grassi (BRA) Virgin
Schnellste Runde: Fernando Alonso (ESP) Ferrari 1:58,287 in der 45. Runde
(Schnitt: 191,710 km/h)