Silberpfeil-Doppelsieg vor Red-Bull-Rowdy

GP von Spanien

Silberpfeil-Doppelsieg vor Red-Bull-Rowdy

Im fünften Saisonrennen haben die Silberpfeile ihren ersten Doppelsieg gefeiert. Weltmeister Lewis Hamilton gewann am Sonntag den Formel-1-Grand-Prix von Spanien in Montmelo souverän vor seinem Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas aus Finnland und Red-Bull-Pilot Max Verstappen aus den Niederlanden, der erstmals 2018 auf das Stockerl kam.

Eine etwas fragwürdige Strategie von Ferrari kostete Sebastian Vettel wohl einen besseren Rang als vier, in der WM hat der Deutsche nach dem Rennen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya als Zweiter nun 17 Zähler Rückstand auf Hamilton. Dieser gewann sein insgesamt 64. Rennen, das zweite en suite.

Hamilton erwischte aus der Pole Position einen tollen Start, auch Vettel kam super weg und überholte gleich einmal Bottas. Weil dahinter der Franzose Romain Grosjean im Haas einen Crash mit Nico Hülkenberg (GER/Renault) und Pierre Gasly (FRA/Toro Rosso) verursachte, kam gleich einmal das Safety Car ins Spiel. "Wenn man so um ein Rennen beraubt wird, ist das bitter und schmerzt extrem. Der Kollege sollte mal ein bisschen Zielwasser trinken", schimpfte Hülkenberg in Richtung des Haas-Piloten.

Als das Safety Car die Piste wieder verlassen hatte, setzte sich Hamilton rasch ab. Vettel fuhr bereits in der 16. Runde und so früh wie kein anderer an die Box und holte sich neue Medium-Reifen ab. Bottas folgte ein paar Runden später, schaffte es aber nicht, sich vor Vettel einzureihen. Es war mehr als fraglich, ob beide mit einem Stopp durchkommen würden. Ferrari kämpfte ab Runde 27 nur noch mit Vettel um den Sieg, da der Finne Kimi Räikkönen wegen eines technischen Problems sein Auto abstellen hatte müssen.

Mercedes mit Hamilton und Red Bull mit Verstappen setzten definitiv auf eine Ein-Stopp-Strategie. Eine virtuelle Safety-Car-Phase wurde angesagt, weil Esteban Ocon seinen Force India auf der Strecke abstellen musste, das heißt, es galt Überholverbot.

Ferrari mit einigen Problemen

Ferrari holte Vettel in die Box, um den Boliden nochmals frisch bereifen zu lassen, der Stopp klappte allerdings nicht wunschgemäß, dauerte zu lange, der Gewinner von Australien und Bahrain büßte Boden ein. "Ich glaube nicht, dass wir auf dem Satz hätten zu Ende fahren können", sagte Vettel später zu diesem Manöver. Insgesamt sei man im Rennen aber zu langsam gewesen. "Der Speed hat gefehlt. Ich habe mir schwergetan, die richtige Balance zu finden."

Vorne zog Hamilton davon, Bottas, der nach dem etwas späteren ersten Reifenwechsel als Vettel letztlich auch mit einem Stopp durchkam, Verstappen mit kaputtem Frontflügel und Vettel waren auf ihren Positionen einzementiert. Schließlich beendeten nur diese vier Fahrer plus der fünftplatzierte Australier Daniel Ricciardio (Red Bull) das Rennen in der gleichen Runde, 14 Fahrer kamen in die Wertung. "Das Auto und ich waren heute eine Einheit, das war in der Saison bisher noch nicht so", sagte Hamilton.

Erleichterung bei Red Bull

Mercedes-Teamchef Toto Wolff erklärte, dass es ein ziemlich aufregendes Rennen gewesen sei, weil man nicht genau wusste, ob Bottas mit den Reifen durchkommen würde. Doch die Strategie ging auf. "Für Lewis war es ein kontrolliertes Rennen. Eins und zwei ist super", sagte Wolff. Zur Ferrari-Strategie meinte der Österreicher: "Sie haben gedacht, dass frischere Reifen besser sind, es ist nicht aufgegangen. Wir haben den Fehler auch schon Mal gemacht."

Erleichtert nach den Rängen drei und fünf war Red-Bull-Motorsportdirektor Helmut Marko: "Wir sind sehr zufrieden, die Pace von Ricciardo war unglaublich. Ohne Startplatz-Handicap hätten wir mit Hamilton mithalten können. Das macht uns optimistisch für Monte Carlo."

Ergebnisse des Formel-1-Grand-Prix von Spanien am Sonntag in Montmelo/Barcelona sowie die WM-Wertungen nach dem 5. von 21 Saisonrennen:

Streckenlänge: 66 Runden a 4,655 km = 307,104 km:

1. Lewis Hamilton (GBR)   Mercedes     01:35:29,972
2. Valtteri Bottas (FIN)  Mercedes          +20,593
3. Max Verstappen (NED)   Red Bull          +26,873
4. Sebastian Vettel (GER) Ferrari           +27,584
5. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull          +50,058
6. Kevin Magnussen (DEN)  Haas             +1 Runde
7. Carlos Sainz jr. (ESP) Renault          +1 Runde
8. Fernando Alonso (ESP)  McLaren          +1 Runde
9. Sergio Perez (MEX)     Force India     +2 Runden
10. Charles Leclerc (MON)  Sauber          +2 Runden
11. Lance Stroll (CAN)     Williams        +2 Runden
12. Brendon Hartley (NZL)  Toro Rosso      +2 Runden
13. Marcus Ericsson (SWE)  Sauber          +2 Runden
14. Sergej Sirotkin (RUS)  Williams        +3 Runden

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