28. Februar 2010 21:44
© TZ ÖSTERREICH/Kernmayer
Während unsere Herren mit ihrer historischen Nullnummer unrühmliche
Olympia-Geschichte schrieben, haben unsere Damen allen Grund zum Jubeln. Und
das, obwohl nach den Leistungen vor Olympia kaum jemand einen Cent darauf
gewettet hätte, dass die Damen in der ÖSV-internen Medaillen-Bilanz die Nase
vorne haben würden. Vor allem unsere Speed-Damen, die vor Olympia teils ganz
bittere Pleiten einstecken mussten, trumpften in Whistler unerwartet ganz
groß auf.
Lizz Görgl gibt Startschuss für unsere Ski-Girls
Den
Anfang machte Elisabeth Görgl (29). Zwei Tage vor ihrem 29. Geburtstag raste
die Wahltirolerin, wie 50 Jahre zuvor ihre Mutter Traudl Hecher in Squaw
Valley, zu Abfahrts-Olympia-Bronze. Eine Medaille, die für unsere Ski-Damen
wie aus dem Nichts kam. Görgls bestes Abfahrts-Saisonresultat war bis
dorthin ein 6. Platz in Lake Louise. Lizz weinte im Ziel Tränen des Glücks,
konnte es gar nicht fassen.
In der Super-Kombi verpasste Kathrin Zettel (23) als Vierte knapp eine
Medaille (siehe unten), doch im Super-G schlug dann die ganz große Stunde
von Andrea Fischbacher.
Andrea als „Gold-Fischi“ und Görgls 2. Streich
Nachdem
sie in der Abfahrt noch 3 Hundertstel an Bronze vorbeigeschrammt war,
lieferte sie im Super-G den Lauf ihres Lebens. Gold für die Großcousine von
Hermann Maier. Und wie! Topfavoritin Lindsey Vonn lag unglaubliche 74
Hundertstel hinter der Salzburgerin. „Die Art, wie Andrea dieses Rennen
gewonnen hat, war mein Olympia-Höhepunkt“, verriet ÖSTERREICH-Kolumnistin
Alexandra Meissnitzer.
Im Riesentorlauf krönte Lizz Görgl ihren Olympia-Auftritt dann mit ihrer
zweiten Bronzenen. Dabei war für Görgl, die sich erst in der internen Quali
gegen Fischbacher durchgesetzt hatte, sogar Gold zum Greifen nah. Die
Halbzeitführende – der Riesentorlauf musste wetterbedingt an zwei Tagen
ausgetragen werden – hatte im 2. Lauf Nebelpech, war chancenlos. Dennoch
fehlten ihr nur 14 Hundertstel auf Gold.
Marlies Schild krönt ihr Traumcomeback
Die vierte und letzte
ÖSV-Medaille holt sich dann Marlies Schild im Slalom. 505 Tage nach ihrem
schweren Trainingssturz wedelt die Freundin von Benni Raich zu Silber und
machte den Sensationserfolg des Teams von Chefcoach Herbert Mandl perfekt.