26. Februar 2010 07:32
1. Professionelle Arbeit und Menschlichkeit
Die Erfolge unserer
Springer, Kombinierer und Biathleten sind kein Zufall. Man hat erkannt, dass
man individuell arbeiten muss: Alle haben mehrere Trainer. Und man hat auch
nie die menschliche Komponente vergessen: Die Biathleten haben den
Kombinierern zum Beispiel die Ski geborgt. Sie geben so ihrer Zunft ein
gutes Standing, aber sie tun das auch, weil es einfach das Richtige ist. Sie
wissen, ich muss gut trainieren, mich aber auch austauschen, ohne
Hintergedanken. Denn am Ende wird sich ohnehin der Beste durchsetzen.
2. Die Medaillen waren fast zu erwarten
Die Vergangenheit, die
Ergebnisse im Weltcup haben schon vorher hoffen lassen, dass die Athleten
Medaillen machen – besonders bei den Springern. Wirklich begeistert haben
mich auch die Kombinierer, die im Team über sich hinausgewachsen sind. Aber
auch die Biathleten haben eine gute Figur gemacht – vor allem, wenn man
bedenkt, was bei den Spielen in Turin vor vier Jahren alles passiert ist.
Die haben wirklich perfekt gearbeitet.
3. Sie haben Alpine in den Schatten gestellt
Ich glaube nicht,
dass es für die Nordischen jemals das Motiv war, die Alpinen in den Schatten
zu stellen. Ihr Fokus war der Erfolg für sich selbst, für das Team und auch
für Österreich. Man sollte sich auf die Gegenwart konzentrieren, dann stellt
sich auch der Erfolg ein. Wenn man sich auf Ruhm, Anerkennung und Medaillen
konzentriert, bleibt er aus. Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau,
denn die Alpinen waren auch immer ganz vorne dabei. Aber wenn man sagt, dass
bei Olympia nur Medaillen zählen, dann haben sie versagt. Aber jetzt kann
ein Reinigungsprozess einsetzen, alle beginnen wieder, nachzudenken. Und man
sagt, wenn der Wald gebrannt hat, dann wächst es dort nachher umso besser.
4. Boom nach Erfolgen ist gut für die Zukunft
Erfolge lösen
immer wieder einen Boom aus. Als Wolfgang Loitzl 2008/09 die
Vierschanzentournee gewonnen hat, gab es in seinem Heimatort Bad Mitterndorf
plötzlich 30 Skispringer. Und das ist gut für den Sport, weil man eine
größere Selektion hat und aus mehr Potenzial wählen kann.