Veith holt Silber in irrem Ski-Krimi

Super-G-Wahnsinn

Veith holt Silber in irrem Ski-Krimi

Der alpine Super-G der Damen bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang hat am Samstag eine absolute Sensation gebracht. Snowboard-Weltmeisterin Ester Ledecka fuhr mit Nummer 26 zum Sieg, als schon viele Anna Veith zum erneuten Goldgewinn gratuliert hatten. Die Salzburgerin wurde von der Tschechin um 1/100 distanziert, eine weitere 1/10 dahinter holte die Liechtensteinerin Tina Weirather Bronze.

Es war eine hauchdünne Entscheidung im Alpincenter Jeongseon. Wie am Vortag der siegreiche Kärntner Matthias Mayer hatte Veith die Startnummer 15 umgebunden und setzte sich vor Weirather und Gut vorerst in Front. Die Schweizerin verfehlte Bronze letztlich um 1/100. "Es war unglaublich, das grüne Licht zu sehen. Mein schönster Sieg", hatte Veith in bereits gegebenen Siegesinterviews gesagt. Doch dann kam Ledecka, Könnerin sowohl auf dem Snowboard wie auch auf Skiern.

Als der Jubel für die 22-Jährige im Zielraum aufbrandete, bekam sie selbst lange gar nicht mit, dass sie sich in Front gesetzt hatte. "Es ist es unfassbar. Als ich im Ziel war, habe ich gedacht, es muss ein Fehler sein - vielleicht ändern sie die Zeit noch oder ich habe ein Tor ausgelassen." Mit dem Brett sowie mit zwei Latten bei den Spielen anzutreten, sei eigentlich ihr Saisonziel gewesen. "Ich habe davon geträumt, in beiden Sportarten antreten zu dürfen."

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Ledecka fing Veith um eine Hundertstel ab

Während Ledecka beim Großereignis in Südkorea noch den Parallel-Riesentorlauf der Snowboarderinnen vor sich hat und da Favoritin ist, nimmt Veith dennoch durchaus zufrieden die Vorbereitungen auf die Abfahrt in Angriff. "Ich bin extrem glücklich, was ich erreicht habe. Eine Silbermedaille zu machen, ist auch etwas extrem Großes. Für mich passt das genauso. Wir haben schon gesehen, dass sie (Ledecka, Anm.) schnell fahren kann. Sie ist ein extrem großes Talent."

Veith gewinnt Silber, verpasst Gold

Veith war knapp dran, den fünften österreichischen Triumph in einem Olympia-Super-G der Damen zu verbuchen. Davor hatte es mit Michaela Dorfmeister, Andrea Fischbacher und Veith dreimal in Folge für Rot-Weiß-Rot geklappt. In Sotschi 2014 hatte Veith aber noch unter ihrem Mädchennamen Fenninger gesiegt. Danach verletzte sie sich schwer, auch deswegen war sie nun auch über Silber glücklich. "Genau das ist der Moment, der mich über die schweren Stunden hinweggebracht hat."

Auf einem von Veith-Coach Meinhard Tatschl recht eng gesteckten und damit auf seinen Schützling zugeschnittenen Kurs hatte Lindsey Vonn mit der Startnummer eins bis kurz vor dem Ziel eine goldverdächtige Fahrt hingelegt. Ein schwerer Fehler warf die US-Amerikanerin aber auf Platz sechs zurück (+0,38). "Ich muss auf die nächste Chance warten", sagte Vonn und meinte damit wohl die für Mittwoch angesetzte Olympia-Abfahrt.

Beste der übrigen Österreicherinnen wurde Cornelia Hütter als Achte (0,43). "Ich habe wieder ein, zwei kleine Fehler eingebaut, das sind die paar Zehntel, die du dann bekommst", resümierte die Steirerin. Ihre engeren Landsfrauen Nicole Schmidhofer (1,19), Weltmeisterin 2017, und Tamara Tippler (1,39) wurden 18. bzw. 21. Tippler über Ledecka: "Mit dem hat keiner gerechnet, sie war schon immer schnell. Sie hat schon ein paarmal gezeigt, dass sie schnell fahren kann."

Veiths zweiter Platz bedeutete die neunte ÖOC-Medaille bei diesen Spielen, die zweite in Silber. Dazu gab es bis dahin dreimal Gold und viermal Bronze. Bei den Damen-Entscheidungen im alpinen Ski-Sektor steht außer der Abfahrt noch die Kombination am Freitag aus. Bei den Herren wird noch der Riesentorlauf am Sonntag und der Slalom am Donnerstag gefahren. Der Mixed-Teambewerb bildet am nächsten Samstag den Abschluss der alpinen Ski-Bewerbe.

Reaktionen auf Olympia-Wunder

Ester Ledecka (Olympiasiegerin): "Es ist es unfassbar. Als ich im Ziel war, habe ich gedacht, es muss ein Fehler sein - vielleicht ändern sie die Zeit noch oder ich habe ein Tor ausgelassen. Ich habe davon geträumt, in beiden Sportarten antreten zu dürfen. Das war für diese Saison mein größter Traum. Jetzt kommt als nächstes am 22. die Snowboard-Qualifikation für den Parallel-Bewerb."

Anna Veith (Silber/nach Ledeckas Siegesfahrt): "Kurzzeitig war es schon eine sehr große Überraschung. Es war eine Super-Leistung, sie hat es sich verdient. Natürlich wäre es mir lieber, wenn ich ins Ziel komme und weiß, es ist Silber. Aber ich bin extrem glücklich, was ich erreicht habe. Eine Silbermedaille zu machen ist auch etwas extrem Großes. Für mich passt das genauso. Wir haben schon gesehen, dass sie (Ledecka, Anm.) schnell fahren kann. Sie ist ein extrem großes Talent."

Tina Weirather (Bronze): "Es war eigentlich von der Früh weg ein ziemlich intensiver Tag. Ich war extrem nervös heute, mir war dauernd schlecht, ich habe mich nicht richtig gespürt. Ich habe ziemlich gelitten am Start. Im Ziel war die Erleichterung riesig, dass der Druck weg ist. Jetzt bin ich einfach überglücklich. Es bedeutet mir alles, weil ich hatte in Sotschi das schlimmste Erlebnis meiner Karriere (kein Start wegen Verletzung, Anm.). Ich war in der Form meines Lebens damals. Ich habe gearbeitet, da wieder hinzukommen."

Lara Gut (4.): "Das tut weh, das tut ganz einfach weh. Das ist der Wahnsinn, was sie (Ledecka, Anm.) gemacht hat."

Lindsey Vonn (6.): "Die Startnummer 1 war nicht optimal, aber ich habe alles gegeben. Leider habe ich einen Fehler gemacht. Ich muss auf die nächste Chance warten."

Cornelia Hütter (8.): "Ich habe wieder ein, zwei kleine Fehler eingebaut, das sind die paar Zehntel, die du dann bekommst. Das ist bei mir der Super-G heuer. Ich habe gewusst, es ist schwierig. Ich war überzeugt von mir, dass ich es runterbringe. Du musst riskieren, das Mittelmaß ist so schwer zu finden."

Zu Ester Ledecka: "Wir haben die letzten Tage mit ihr trainiert, da war sie schon verdammt schnell."

Nicole Schmidhofer (18.): "Im Starthaus hat es schon gepfiffen. Jetzt habe ich ein bisschen Pech gehabt wegen Gegenwind. Ich hatte einfach keinen Speed drinnen. Man merkt am Start, wie es durchpfeift wie in einem Kamin. Die Sprünge gehen superschön. Aber ich habe das gleiche Tor verbremst wie letztes Jahr."

Tamara Tippler (21.): "Ich habe gut angefangen, bei der Welle bin ich extrem weit gesprungen, da war das Ganze schon wieder Geschichte. Ich habe extrem querstellen müssen, ich hatte null Speed."

Zu Ester Ledecka: "Mit dem hat keiner gerechnet sie war schon immer schnell. Sie hat schon ein paarmal gezeigt, dass sie schnell fahren kann."

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