Missbrauchs-Hotline: Erste Opfer melden sich

ÖSV-Skandal

Missbrauchs-Hotline: Erste Opfer melden sich

Im Zusammenhang mit den Missbrauchs-Vorwürfen Nicola Werdeniggs haben sich bei der vom Land Tirol eingerichteten Erstanlaufstelle gleich drei Personen gemeldet. Alle Vorwürfe würden 20 bis 45 Jahre zurückliegen, teilte das Land am Dienstag mit. Bildungslandesrätin und amtsführende Landesschulratspräsidentin Beate Palfrader (ÖVP) kündigte eine Untersuchung an.

"Bis heute Mittag haben sich drei Personen bei der Anlaufstelle des Landes Tirol gemeldet, die darauf schließen lassen, dass die Missbrauchsvorwürfe in der ehemaligen Skihauptschule Neustift und besagte Aufnahmerituale im Skigymnasium Stams zutreffen könnten", erklärten Palfrader und Soziallandesrätin Christine Baur (Grüne) unisono. Den Betroffenen, die teilweise anonym bleiben wollen, gehe es vor allem darum, dass Derartiges in Zukunft nicht mehr passieren dürfe.

Allfällige strafrechtliche Verdachtsfälle werden nach Rücksprache mit den Betroffenen von der Erstanlaufstelle an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, hieß es. Palfrader will nun eine gemeinsame Untersuchung durch die dienst- und disziplinarrechtlich für die Schule zuständige Bildungsabteilung des Landes Tirol und durch den in pädagogischer Hinsicht zuständigen Landesschulrat für Tirol beauftragen.

Am Montagabend hatte sich ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel in einem Interview mit Armin Wolf in der ORF-Nachrichtensendung ZiB2 gegen Pauschalvorwürfe gewehrt. Man habe etwa 250 Trainer und rund 400 Athleten im ÖSV und könne nichts ausschließen.

"Aber da sind sehr viele Menschen, die ihren Job ordentlich machen. Und jetzt sind alle an den Pranger gestellt wegen einer Aussage, und das kann ich als Skiverband nicht akzeptieren", betonte Schröcksnadel und fügte hinzu: "Wir haben keinen Skandal. Da ist eine Aussage da, mehr nicht."

Neuer Bericht belastet ÖSV schwer

Seine Aussagen schlugen in den sozialen Medien hohe Wellen. Außerdem wird der ÖSV von einem Bericht schwer belastet: Recherchen der Tageszeitung Standard soll der Verband schon 1976 über die Vorgänge in der Skihauptschule Neustift informiert gewesen sein. Damals wurde laut der Tiroler Tageszeitung einer neuer Heimleiter gesucht.

Laut Standard würden sich Zeitzeugen daran erinnern, "dass der Heimleiter schnell entfernt werden musste". Der Sohn eines damals hohen Sportfunktionärs soll von den Vorfällen betroffen gewesen sein.

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