ÖSV-Zwist um Olympia-Startplätze

Mehr Frauen oder Männer?

ÖSV-Zwist um Olympia-Startplätze

Andreas Puelacher hat den Wunsch von Jürgen Kriechbaum registriert, dass dieser mit einer 12:10-Quote zu den Olympischen Spielen nach Südkorea reisen möchte. Beide Rennsportleiter der österreichischen Alpinskiteams hätten gerne die zahlenmäßige Überzahl und damit mehr Spielraum bei der Aufstellung in Pyeongchang. Herren-Chef Puelacher meinte in Wengen, dass es letztlich um Podestplätze gehe.

"12:10 hätte ich auch gerne", konterte Puelacher dem Damen-Cheftrainer. "Ich muss auf meine Mannschaft schauen. Die Ergebnisse sind relativ gut." Und im Endeffekt gehe es um Podestfahrer. "Das ist das Entscheidende: Wie viele Möglichkeiten von Podestfahrern hat die Damenseite, wie viele haben wir? Aufgestellt wird nach Leistungen."

Bei den Herren sind in diesem Winter bereits neben dem überragenden Marcel Hirscher (sieben Siege) auch Vincent Kriechmayr (ein Sieg), Michael Matt, Max Franz, Matthias Mayer und Hannes Reichelt auf das Podest gefahren. Nahe dran war auch Manuel Feller. Diese sieben darf man als Fixstarter für Korea annehmen. Dazu könnten - weil ja noch ein vierter Slalomfahrer benötigt wird - Marco Schwarz und/oder Christian Hirschbühl kommen sowie Riesentorlauf-Vizeweltmeister Roland Leitinger und Romed Baumann für die Kombination.

Ein Fragezeichen steht hinter Riesentorlauf-Spezialist Philipp Schörghofer, der wegen Knieproblemen noch kein Rennen bestritten hat und erst in Garmisch einsteigen will. Stefan Brennsteiner beispielsweise stünde Gewehr bei Fuß, so die Herren ein 12er-Kontingent erhalten.

"Man muss jetzt einmal abwarten, wie die nächsten Rennen verlaufen, wer sich noch anbietet. Die Entscheidung, wie viele dabei sind, ist überhaupt noch nicht gefallen. Die Damen haben noch Rennen, wir haben noch Rennen", wollte sich Puelacher nicht in die Karten blicken lassen.

22 Athleten pro Nation

Die Alpinherren sind in der glücklichen Position, dass am 28. Jänner mit dem Riesentorlauf in Garmisch-Partenkirchen das letzte relevante Rennen vor Olympia angesetzt ist (folgt nur noch City Event in Stockholm), an diesem Tag muss die namentliche Nennung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) erfolgen. Die Damen indes fahren noch bis zum 4. Februar, ehe es nach Asien geht. "Das finde ich sehr schwierig. Wenn eine Athletin nach der Nominierung noch ein Podest fährt, was macht man dann? Das ist Nonsens, muss ich ehrlich sagen", meinte Puelacher zur Rennansetzung.

Maximal 22 Athleten pro Nation (maximal 14 pro Geschlecht) findet Puelacher für die ÖSV-Alpinen für Winterspiele "schon sehr gering". Man wisse, dass es für Österreich bei Olympia nicht unbedingt um das Dabeisein, sondern um Medaillen gehe. "Ich hätte lieber mehr Auswahl. Aber ich muss mit der Quote das Auslangen finden." Wenn man Spezialisten habe, dann werde es eben knapp, auf Damen- und auf Herrenseite. "Jedem wäre natürlich lieber, wenn er Leute hätte, die in zwei oder mehreren Disziplinen auf das Podium fahren können."

Fix ist jedenfalls, dass Österreichs Alpine in den Herrenbewerben in jedem der fünf Einzelrennen mit dem Maximalkontingent von vier antreten werden. Der Teambewerb spielt bei den Nominierungsgedanken keine spezielle Rolle, die Mannschaft wird vor Ort aus dem Angebot formiert. Nachnominiert werden darf nur, wenn sich ein Athlet verletzt.

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