Kirchgasser bei Löseth-Sieg auf Platz 4

Slalom in Santa Caterina

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Kirchgasser bei Löseth-Sieg auf Platz 4

Nina Löseth hat am Dienstag ihren ersten Weltcup-Sieg gefeiert. Die 26-jährige Norwegerin gewann den Slalom in Santa Caterina nach zweimaliger Laufbestzeit überlegen vor der Tschechin Sarka Strachova (+1,12 Sek.) sowie der Slowakin Veronika Velez Zuzulova (1,37). Der Salzburgerin Michaela Kirchgasser (1,66) fehlten als Vierter letztlich 0,29 Sekunden auf den angepeilten Podestrang.

Thalmann fällt zurück
Unmittelbar hinter der besten Österreicherin landete Lienz-Siegerin und Slalom-Weltcup-Spitzenreiterin Frida Hansdotter (2,12) auf dem fünften Platz. Damit ging eine stolze Serie zu Ende, war doch die Schwedin zuvor fünf Mal en suite aufs Torlauf-Podest gefahren. Die Kärntnerin Carmen Thalmann (2,54), nach dem ersten Lauf noch Fünfte, fiel in der Entscheidung auf den zwölften Rang zurück.

Dafür durfte sich die erst 18-jährige Niederösterreicherin Katherina Gallhuber als 18. über ihr bisher bestes Weltcup-Ergebnis freuen. Mit Bernadette Schild (21.) und Eva-Maria Brem (26.) holten noch zwei weitere ÖSV-Damen Punkte im Ersatzrennen für Zagreb, wo die Damen ursprünglich am Sonntag hätten fahren sollen.

Premierensiegerin überglücklich

"Das ist ein sehr, sehr gutes Gefühl, das ich unbedingt nochmals erleben möchte", lautete der erste Kommentar von Löseth im Ziel, nachdem sie 98 Rennen für ihren Debüterfolg gebraucht hatte. Es war der erste norwegische Weltcup-Sieg in einem Damen-Slalom seit 16 Jahren. Damals hatte Trine Bakke am 6. Jänner 2000 in Maribor triumphiert. Und seit dem Riesentorlauf-Erfolg von Andrine Flemmen am 26. Oktober 2002 beim Saisonauftakt in Sölden hatte es bis Dienstag keinen norwegischen Damen-Sieg mehr im alpinen Ski-Weltcup gegeben.

"Ich war ein bisschen nervös vor dem Start des Rennens, weil ich noch nie mit Startnummer eins gefahren bin", gestand Löseth, die über die Weihnachtsfeiertage mit den norwegischen Herren um Slalom-Ass Henrik Kristoffersen mittrainiert hatte, zur Halbzeit. "Nach dem zweiten Tor habe ich dann gedacht, ich bin schon besser unterwegs als in Lienz, wo ich ja schon unmittelbar nach dem Start ausgefallen war. Danach ist es super gelaufen, mein erster Lauf war fehlerfrei."

Doch auch im Finale gab es für die mittlere der Löseth-Schwestern - die ältere Lene (29) und die jüngere Mona (24) schafften es nach Junioren-WM-Medaillen im Weltcup allerdings nie in die Top Ten - eine neue Situation: Erstmals musste die WM-Elfte von Vail 2015 nach ihrer Halbzeitführung als Letzte in die Entscheidung gehen. "Ich wusste, dass ich nur auf mich schauen und sauber fahren muss", meinte Löseth zu ihrem Erfolgsrezept, mit dem sie auch im zweiten Lauf zur Bestzeit und zum insgesamt neunten Weltcup-Sieg für Norwegens Damen raste.

Kirchgasser selbstkritisch
Für Strachova, die bereits bei der WM 2005 in Santa Caterina unter ihrem Mädchennamen Zahrobska als Dritte den Sprung aufs Slalom-Podest geschafft hatte, war der Sieg von Löseth keine Überraschung. "Sie ist schon in den letzten Rennen sehr stark gefahren. Heute hat bei ihr alles so leicht ausgeschaut", meinte die vom Niederösterreicher Klaus Mayrhofer betreute Ex-Weltmeisterin, die mit Platz zwei "sehr zufrieden" war.

Velez Zuzulova katapultierte sich im Finale mit zweitbester Laufzeit noch vom 13. auf den dritten Rang. "Dabei hatte ich oben einen Fehler und war deshalb anfänglich enttäuscht, weil ich dachte, dass mich dieser Schnitzer zu viel Zeit gekostet hätte. Ich weiß aber, dass ich noch mehr drauf habe", betonte die 31-jährige Slowakin nach ihrem 21. Podestplatz.

Auch Kirchgasser übte sich in Selbstkritik, obwohl sie nach ihrer beim Sturz in Lienz erlittenen Hüftblessur und einer Verkühlung körperlich nicht in Topform war. "Es wäre mehr möglich gewesen, das wurmt", meinte die 30-Jährige. "Aber ich bin trotzdem dabei und in Anbetracht der Umstände happy, denn die letzten zehn Tage waren sehr turbulent."

Thalmann ratlos
Kirchgasser hofft, dass es ihr nun in einer Woche beim Nachtslalom in Flachau gelingt, "vom Start bis ins Ziel durchgehend zu attackieren", denn dann könne sie nicht nur auf dem Podest, sondern sogar ganz vorne landen. Doch zuvor wagt sich die WM-Super-Kombi-Dritte noch auf die Abfahrt in Zauchensee. "Dort bin ich schon österreichische Meisterin geworden, diese Abfahrt liegt mir, da rechne ich mir ein bisschen was aus", betonte Kirchgasser. "Außerdem habe ich den Vorteil, dass ich es gewohnt bin, zwei Läufe zu fahren", merkte die Pongauerin mit einem Augenzwinkern zur Tatsache an, dass in Zauchensee eine Sprint-Abfahrt in zwei Durchgängen gefahren wird.

Thalmann war nach dem zweiten Lauf etwas ratlos. "Vielleicht bin ich ein bisschen zu hart und rund gefahren, ich weiß nicht ganz, an was es gelegen ist", kommentierte die Vierte von Lienz ihre nur 21. Laufzeit im Finale der Top 30. Gallhuber, die nur mit Nummer 51 ins Rennen gegangen war, strahlte dagegen. "Unglaublich, ich freue mich riesig. Ich hatte schon beim Aufstehen in der Früh ein gutes Gefühl", verriet die Göstlingerin.

"Gallhuber ist mit dem Alter schon sehr weit vorne, sie ist ein Riesentalent", lobte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel die Leistung von Gallhuber. "Ich freue mich, dass die Jungen so gut fahren. Die kommen jetzt in die ersten 30 hinein, da haben sie dann gute Startnummern."

Der Endstand in Santa Caterina

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