Schweiz: Schlammschlacht im Ski-Verband

Nach Rauswurf

Schweiz: Schlammschlacht im Ski-Verband

Der Schweizer Skiverband Swiss-Ski hat sich von Sepp Brunner, Gruppentrainer der Speed-Herren, getrennt. Der Steirer hatte im Jänner im Blick mit kritischen Aussagen dem Verband gegenüber aufhorchen lassen. Am Dienstag bestätigte Swiss-Ski die Trennung vom 58-Jährigen. Brunner arbeitete seit 20 Jahren äußerst erfolgreich mit Schweizer Skirennläufern.

Er trat die Heimreise vom Weltcupfinale in Aspen als entlassener Trainer an. "Das war unter jeder Würde", blickte er auf den Moment zurück, in dem er von Alpin-Direktor Stephane Cattin den für ihn nicht nachvollziehbaren Bescheid erhalten hat.

"Eine Viertelstunde, bevor ich nach dem Super-G ins Auto steigen wollte, teilte er mir mit, dass ich freigestellt bin. Zeit für ein Gespräch blieb nicht. Eine unmenschliche Art, die ich nie und nimmer verstehen und akzeptieren kann", sagt Brunner. Den Vorwurf der Illoyalität lässt er nicht auf sich sitzen. "Dass ich mit Cheftrainer Tom Stauffer nicht immer einer Meinung war, ist auch bekannt. Aber illoyal? Das bin ich nicht."

Grund war offenbar das US-Team

Gemäß Cattin hat sich Brunner oftmals nicht so verhalten, wie er es von Angestellten von Swiss-Ski erwartet. Brunner hätte indes gerne Details zu den Vorwürfen erfahren. Die Verbandsspitze ist sie ihm bis heute schuldig geblieben: "Ich habe bisher weder den Präsidenten (Urs Lehmann) noch den Direktor (Markus Wolf) telefonisch erreicht."

Der Österreicher coachte zunächst Sonja Nef als Privattrainer zum WM-Titel, 2004 war Brunner in den Verband zu den Technik-Herren gewechselt. Vor drei Jahren übernahm er dann den Posten seines näheren Landmanns Walter Hubmann bei den Abfahrern. Sein Schützling Beat Feuz holte im Februar in St. Moritz WM-Gold in der Abfahrt.

Brunner hatte im Jänner bekrittelt, dass Swiss-Ski dem US-Team entgegen einer anderslautenden Vereinbarung Trainingseinheiten auf der WM-Strecke in St. Moritz untersagte.

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