So will der ÖSV Skandal aufklären

Missbrauchsvorwürfe

So will der ÖSV Skandal aufklären

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) hat nach Schlagzeilen von sexuellen Übergriffen in seinem Umfeld erstmals konkrete Schritte angekündigt. Laut einer Aussendung wurde von Waltraud Klasnic ein Expertenbeirat eingesetzt, die Strukturen innerhalb des ÖSV soll zudem die Psychotherapeutin Martina Leibovici-Mühlberger analysieren. Präsident Peter Schröcksnadel sprach von einer Null-Toleranz-Politik.

Der ÖSV stelle sich dem Problem und seiner Verantwortung, wurde Schröcksnadel in der Aussendung vom Donnerstag zitiert. Es gelte, die besten Voraussetzungen für Sportler und Betreuer zu schaffen, "da auch wir mögliche Vorfälle für die Zukunft ausschließen wollen. Mir ist wichtig, dass unsere Sportlerinnen und Sportler im Verband auch eine emotionale Heimat finden", sagte der Präsident, der für seine medialen Äußerungen nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe von Ex-Skirennläuferin Nicola Werdenigg massiv kritisiert worden war.

Dem Expertenrat unter dem Vorsitz der Opferschutzanwältin Klasnic gehören der bekannte Psychiater Reinhard Haller, Richterin Caroline List, Gerald Schöpfer, der Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK), und Kurt Scholz, der ehemalige Präsident des Wiener Stadtschulrates, an. Ziel sei neben der Behandlung der bekannten individuellen Fälle auch die Vorlage eines Berichts mit konkreten Empfehlungen.

Unabhängig davon soll Leibovici-Mühlberger, die ausgewiesene Expertin für Erziehungsfragen ist, die Rahmenbedingungen im ÖSV seit 1990 aufarbeiten und "ein Programm entwickeln, das es den AthletInnen ermöglicht, in ihrer Persönlichkeit gestärkt Spitzenleistungen erbringen zu können". Ihre Arbeit ergänzt ein Expertenteam unter der Leitung von Beate Wimmer-Puchinger, der Präsidentin des Österreichischen Psychologenverbands (BÖP), das sich vor allem mit möglichen Präventionsmaßnahmen beschäftigen soll. Im Mittelpunkt werde dabei der schulische Bereich stehen.

Der ÖSV begrüße außerdem die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und werde sich allfälligen Verfahren anschließen, "um entsprechende Konsequenzen ziehen zu können". "Respektlosem und inakzeptablem Umgang" werde mit "Null-Toleranz" begegnet, ließ Schröcksnadel wissen.

Klasnic arbeitet mit dem ÖSV schon seit Ende November zusammen. Betroffene können sich unter der Rufnummer 0664/3835260 sowie waltraud.klasnic@opfer-schutz.at anonym melden und Beratung einholen.

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