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Schlierenzauer beendet Weltcup-Saison

Die weitere Skisprung-Saison wird ohne Gregor Schlierenzauer in Szene gehen. Der Tiroler teilte am Donnerstag, an seinem 26. Geburtstag, mit, dass er auf die weitere Teilnahme an Weltcup-Bewerben und die kommende Skiflug-Heim-WM auf dem Kulm bei Bad Mitterndorf verzichte. "Nach dem Bergisel-Springen hat die Enttäuschung jegliche Leidenschaft gekillt", schrieb Schlierenzauer auf seiner Website.

Der zweifache Tournee-Gewinner hatte seit Saisonbeginn mit seiner Form gehadert. Im Dezember zog er sich in eine selbst auferlegte Wettkampfpause zurück, meldete sich aber nach dem Verzicht auf zwei Stationen vor der Vierschanzen-Tournee voller Elan zurück. Dort gelang es Schlierenzauer aber nicht, befriedigende Leistungen zu bringen.

+++ Schlieri zittert um seine Karriere +++

Es kam sogar noch schlimmer: Auf seinen Lieblingsschanzen in Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck wurde der Rekordgewinner von 53 Weltcupbewerben seinen Erwartungen gar nicht gerecht. Beim Neujahrsspringen wurde er nur 21., auf dem Bergisel musste er im zweiten Durchgang sogar zuschauen. ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin zog nach Innsbruck die Reißleine und verzichtete auf eine Nominierung für Bischofshofen.

Erleichterung
Für den Stubaier war es schließlich eine Erleichterung. "Sie nehmen mir damit eine Last von den Schultern, die zuletzt immer größer geworden ist. Ich wollte die Tournee unbedingt durchspringen, aber es passt so ganz und gar nichts zusammen und mir fallen auch keine Antworten mehr ein", schrieb der Stubaier in seinem Blog. Am Donnerstag verkündete er nun das Aus für diesen Winter, in dem ein 14. Rang in Lillehammer, dem Schauplatz seines ersten Weltcupsieges (3.12.2006), die beste Platzierung war.

Schlierenzauer hat seine Dominanz - 2008/09 gewann er die Rekordzahl von 13 Weltcupbewerben - schon ab der Olympia-Saison 2013/14 eingebüßt. Da gelangen zu Saisonbeginn noch zwei Siege und im darauffolgenden Winter nur noch ein weiterer.

Unter eigenen Erwartungen
"Ich bin in der Vorsaison zwar Vize-Weltmeister geworden, aber in Summe weit hinter den Erwartungen geblieben. Ich habe daraufhin einiges umgestellt, meine Trainingsumfänge nochmals vergrößert und neue Reize gesetzt", schrieb Schlierenzauer. "Ich habe es aber vom ersten Wettkampfsprung an nicht geschafft, das vorhandene Potenzial in Meter umzusetzen."

Der Fulpmer bedankte sich bei der Sportlichen Leitung im ÖSV für die gute Arbeit, Skispringen müsse er aber selbst. "Für die sportliche Krise bin einzig und alleine ich verantwortlich", erklärte Schlierenzauer.

Auf die Heim-WM auf dem Kulm verzichtet der Ex-Weltmeister (Sieg beim Debüt 2008) schweren Herzens. "Das wäre aufgrund meiner Verunsicherung auch gefährlich, so ehrlich muss man sein. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber letztendlich ist es meine Gesundheit und die bin ich nicht bereit, aufs Spiel zu setzen."

"Schlussstrich"
Schlierenzauer hatte schon in einer früheren Saison eine Wettkampfpause für einen Winter angedacht, nun ist es so weit. "Ich ziehe für heuer einen Schlussstrich und nehme mir damit nach zehn Jahren im Spitzensport erstmals eine richtige Auszeit." Er bezeichnete es als "Pause für unbestimmte Zeit". Das müsse nicht bedeuten, dass auch die Karriere zu Ende sei, betonte Schlierenzauer. "Das Wort Rücktritt nehme ich bewusst nicht in den Mund. Aber ich tue mir schwer, hier und heute Prognosen abzugeben. Für mich ist es jetzt einmal wichtig, loszulassen und auf andere Gedanken zu kommen."

Die vergangenen Wochen seien mental extrem schwierig gewesen, nun wolle er weg aus dem Rampenlicht. "Die Last ist immer größer geworden, von diesem Rucksack möchte ich mich jetzt befreien. Ich stehe seit meinem 16. Lebensjahr im Rampenlicht. Erfolg ist etwas Tolles, aber es gibt auch Schattenseiten", stellte der Weltmeister von 2001 fest. "Man wird schnell schubladisiert und von Leuten gerichtet, die keine Ahnung haben, was hinter den Kulissen passiert. Das tut manchmal schon weh. Was mir zum Teil angedichtet wurde, ist extrem. Mir ist zwar klar, dass ich polarisiere und als Profisportler drüberstehen muss, aber das ist nicht immer einfach." Wenn die Wunden verheilt und der Kopf klarer sei, werde er über die Zukunft entscheiden.

Dass zuletzt Meldungen über sein Privatleben kursierten, habe ihn enttäuscht, bemerkte Schlierenzauer. "Ich bin enttäuscht, dass es in diesem Bereich keinen Respekt gibt. Ich habe mein Privatleben nie nach außen getragen, privat ist privat, das habe ich immer so gehalten und dabei bleibt es auch."


 

 

 

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Posted by Gregor Schlierenzauer (GS) on Donnerstag, 7. Januar 2016
 
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