Wahnsinn: Schlieri mit Weltrekord-Weite

Mit kleinem Haken

Wahnsinn: Schlieri mit Weltrekord-Weite

Gregor Schlierenzauer hat am Donnerstag in der Qualifikation für den Skiflug-Weltcup in Planica mit 253,5 Metern den Weltrekord von Stefan Kraft egalisiert, musste aber nach der Landung mit beiden Händen in den Schnee greifen. Daher zählt die Weite nicht als Bestmarke. Der Tiroler klassierte sich als bester Österreicher an der zehnten Stelle.

Schlierenzauers persönliche Bestmarke liegt bei 243,5 Metern. Mit einem gestandenen Flug bei gutem Aufwind hätte er in Planica zudem den Schanzenrekord um zwei Meter verbessert. Trotz der missglückten Landung jubelte der Rekordsieger im Weltcup im Auslauf euphorisch. "Ein unglaublicher Flug", meinte der 28-Jährige im ORF-Interview. "Der Sprung war sehr konsequent vom Tisch. Ich bin auf die Welle gekommen, mir hat es die Latten um die Ohren geschlagen, aber ich bin draufgeblieben und dann war es schon sehr flach", sagte Schlierenzauer und gab zu, auch Glück mit dem Aufwind gehabt zu haben.

Später änderten sich die Bedingungen völlig. Bei den besten zehn des Skiflug-Weltcups und damit auch bei Stefan Kraft herrschte sogar Rückenwind. Der Doppelsieger des Vorjahres landete bei 213 Metern und war damit 22. Der unmittelbar nach dem Salzburger gesprungene Skiflug-Weltmeister Daniel-André Tande (NOR/199,5) muss als Quali-41. am Freitag sogar zuschauen. Bester der Qualifikation und erster Spitzenreiter der Wertung "Planica 7" (Punkte der Qualifikation und aller sechs Wettkampfsprünge werden addiert) ist der Norweger Johann Andre Forfang (243,4 Punkte/241 m) vor dem Slowenen Anze Semenic (235,3/234).

Schlierenzauer findet "Killer-Instinkt" wieder

Kraft war mit der Qualität seines Fluges zufrieden, bei Rückenwind sei aber keine große Weite möglich gewesen. "Ich habe um jeden Meter gekämpft, aber es war kein Genuss", erklärte der 24-Jährige. "Aber ich bin froh, dass ich dabei bin, den anderen ist es nicht so gut gegangen." Über den Flug Schlierenzauers meinte Kraft, der seine Rekordweite in Vikersund gestanden hatte: "Dort, wo er gelandet ist, ist es schon sehr flach. Hut ab, dass er da vorne geblieben ist."

Schlierenzauer, dessen 53. und bisher letzter Weltcupsieg mehr als drei Jahre zurückliegt (6.12.2014), bewies immerhin, dass ihm sein früher oft gepriesener "Killerinstinkt" nicht abhandengekommen ist. "Ich habe es im Kopf, wenn ich das Gefühl habe, dass es weit geht, musst du durchziehen."

Philipp Aschenwald (46.) und Clemens Aigner (49.) verpassten wie Tande die Qualifikation. Damit sind vier Österreicher am Freitag (15.00 Uhr/live ORF eins) dabei.

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