Karriere endet für Taylor mit Niederlage

Darts-WM

Karriere endet für Taylor mit Niederlage

Phil Taylor ist ein perfektes Karriereende versagt geblieben. Der 57-jährige Engländer verlor am Neujahrstag im Londoner Alexandra Palace das Finale der Darts-WM gegen seinen Landsmann Rob Cross klar mit 2:7 und verpasste damit seine 17. Weltmeisterschafts-Krone. Sein 27-jähriger Rivale hingegen durfte über seinen ersten WM-Titel und einen Siegerscheck von 400.000 Pfund (450.841,38 Euro) jubeln.
 

Darts-Legende war chancenlos

Cross stellte schnell auf 3:0 in Sätzen, geriet dann aber leicht ins Wanken. Taylor kam auf 1:3 heran und war im ersten Leg des fünften Satzes auf dem besten Weg, einen äußerst seltenen 9-Darter zu schaffen. Der neunte Wurf verfehlte jedoch hauchdünn das Doppel-Zwölf-Feld, woraufhin Taylor sogar noch das Leg verlor. Danach war die Darts-Legende gegen den großen Überraschungsmann des Turniers chancenlos.

Cross hatte auf dem Weg zum Triumph unter anderem im Semifinale den niederländischen Titelverteidiger und Top-Favoriten Michael van Gerwen ausgeschaltet.
 

Das Ende einer Ära

Mit der Niederlage gegen Rob Cross im WM-Finale hat Darts-Legende Phil Taylor am Neujahrstag Abschied genommen von einem Sport, den er selbst groß gemacht hat. Einst zog der 57-Jährige in die Welt, um seiner Familie mit den gewonnenen Preisgeldern ein besseres Leben zu ermöglichen. Dabei schaffte er es, die Popularität dieses Sports enorm zu heben und nebenbei Millionen zu scheffeln.

Taylor ist Multi-Millionär und der erfolgreichste Darts-Spieler der Geschichte - aber jetzt hat er genug. "Es ist mittlerweile einfach zu viel Aufwand, mich auf die vielen Turniere vorzubereiten. Heutzutage muss man sieben Tage die Woche arbeiten, ich bin immer weg von zu Hause in irgendwelchen Hotels. Nein, für mich ist jetzt Schluss. Ich möchte dieses Leben nicht mehr", sagte der Engländer.

Zeit für seine vier Töchter, für seine Enkelkinder, das ist es, worauf sich Taylor freut. Denn sein Privatleben musste leiden unter einer Bilderbuch-Karriere, die nicht nur zu unzähligen Titeln führte, sondern auch einen Sport revolutionierte, der zu Taylors Anfängen ein Wirtshaus-Wettkampf war.
 

Taylor schrieb Geschichte

Taylor stammt aus einer Arbeiterfamilie in Stoke-on-Trent. In seinen jungen Jahren montierte er Griffe für Toiletten-Spülkästen und reparierte Autos. Pfeile auf eine Scheibe zu werfen und damit Geld zu verdienen war Taylors Chance, aus diesem Leben zu entfliehen. "Meine Familie war arm, wir hatten nichts", sagte Taylor. Diese Episode ist längst Geschichte. "The Power" ist eine werfende Geldmaschine, die mit dem Rücktritt ganz sicher nicht den Betrieb einstellen wird.

Ehrgeiz, Leidenschaft und Skrupellosigkeit prägten Taylors Karriere. In seinem ersten WM-Finale im Jahr 1990 schlug "The Power" seinen Mentor, den fünfmaligen Weltmeister Eric Bristow, glatt mit 6:1. Es war der Beginn eines einmaligen Siegeszuges. "Ich habe Darts mein Leben gewidmet", betont Taylor. Früh um 9 Uhr kam er in den Pub, um zu trainieren. Eine Kombination aus außergewöhnlichem Talent und nicht enden wollendem Ehrgeiz machten Taylor zu einer Ausnahmeerscheinung. Nicht einmal die herauslaufende Sauce seines Sandwiches würde Phil Taylor anderen gönnen, behauptete der bereits gestorbene Fernsehkommentator Sid Waddell einmal.
 

Er wird nicht ganz verschwinden

Seine Präsenz soll mit dem Karriereende nicht aufhören. "The Power" möchte weltweit Exhibitions spielen und dem Darts-Sport erhalten bleiben. "Ich weiß nicht, was passiert, wenn ich weg bin. Natürlich werden neue Gesichter kommen, ich werde sicher ein Teil des Ganzen sein. Was auch immer ich tun kann, ich werde es tun", betonte Taylor. Im kommenden Jahr könnte er an der britischen Version des Dschungelcamps teilnehmen, seine Bereitschaft und Lust dafür hat er bereits signalisiert.

Vor seinem letzten Turnier sagte Taylor: "Ich freue mich darauf, ins Bett zu gehen und mir keine Gedanken mehr um Turniersiege machen zu müssen." Dass er diese Gedanken bei der WM in London noch einmal bis zum Finale mitnehmen würde, hätte er wohl selbst nicht gedacht.
 

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