Formel 1: Hamilton strafversetzt!

Fünf Startplätze

Formel 1: Hamilton strafversetzt!

Lewis Hamilton droht der nächste Rückschlag im Kampf um den Formel-1-Titel. Zwar erzielte der 32-jährige Brite am Freitag im Training für den Österreich-Grand-Prix in Spielberg Bestzeit, kann aber am Samstag nicht die Pole Position holen. Grund dafür ist ein Getriebetausch an seinem Mercedes, wodurch er in der Startaufstellung am Sonntag (14.00 Uhr) fünf Plätze einbüßen wird.

Laut Mercedes resultierte der Getriebetausch vom vorangegangenen Rennen in Baku, wo es zum Zwischenfall mit WM-Leader Sebastian Vettel gekommen war. Der Deutsche, der 14 Punkte vor Hamilton führt, war damals während einer Safety-Car-Phase mit niedriger Geschwindigkeit in das Heck des zu diesem Rennzeitpunkt noch an der Spitze gelegenen Engländers gefahren.

Was unmittelbar danach passierte, sorgte für viel Aufregung: Vettel dachte an eine Provokation durch ein absichtliches Bremsmanöver und versetzte dem Boliden von Hamilton einen seitlichen Rempler. Dafür erhielt der Deutsche eine Zehnsekundenstrafe. Trotzdem beendete Vettel das Rennen als Vierter noch unmittelbar vor seinem WM-Rivalen, der wegen einer lockeren Kopfstütze ebenfalls einen unplanmäßigen Boxenstopp hatte einlegen müssen.

Mercedes bestätigte der APA am Freitagabend die Rückversetzung Hamiltons um fünf Startplätze, obwohl diese von der Rennleitung noch nicht offiziell ausgesprochen wurde. Gleichzeitig betonte die Teamsprecherin, dass der Getriebewechsel in keinem Zusammenhang mit dem Vettel-Vorfall in Aserbaidschan stünde. Die Frage, ob Hamilton wie der Technische Delegierte des Internationalen Automobilverbandes (FIA) schon vor der Anreise informiert worden sei, wollte sie nicht kommentieren.

Hamilton hatte in beiden Freitag-Trainings in Spielberg den Ton angegeben und danach gesagt: "Die Pole ist das Ziel." Er wurde in der zweiten Session am Nachmittag in Spielberg in 1:05,483 Minuten gestoppt. Dahinter folgten WM-Leader Sebastian Vettel (+0,147 Sek.) im Ferrari und Valtteri Bottas (0,216) im zweiten Mercedes auf den Tagesrängen zwei und drei.

Bester Red-Bull-Pilot war Max Verstappen (0,349) als Vierter unmittelbar vor seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo (0,390), der zuletzt den turbulenten WM-Lauf in Baku gewonnen hatte. Kimi Räikkönen (0,661) folgte im zweiten Ferrari auf Platz sechs.

Bereits im ersten Freitag-Training war der inoffizielle Streckenrekord unterboten worden. Hamilton hatte den 4,318 km langen Red-Bull-Ring am Vormittag in 1:05,975 Minuten umrundet. Auch Verstappen war schon zum Auftakt in 1:06,165 unter der bisherigen Bestmarke von 1:06,228 Minuten geblieben. Diese hatte Hamilton im Vorjahr in der zweiten Qualifying-Session aufgestellt.

Am Nachmittag ging es dann erwartungsgemäß noch schneller her, da die Strecke immer mehr Grip aufbaute und die Piloten auch auf Ultrasoft-Reifen über die Strecke fegten. Der offizielle Rundenrekord steht aber weiter bei 1:08,337 Minuten, die der deutsche Rekordweltmeister Michael Schumacher 2003 im Rennen erzielt hatte. Im Qualifying am Samstag erwarten Experten sogar Zeiten um 1:04 Minuten, sofern es trocken bleibt.

Hinter den drei Top-Teams Mercedes, Ferrari und Red Bull, die alle ein positives Tagesresümee zogen, ging es eng zu. Haas-Pilot Kevin Magnussen landete unmittelbar vor Ex-Doppel-Weltmeister Fernando Alonso, der mit einer neuen Ausbaustufe des Honda-Motors in seinem McLaren unterwegs war, auf Platz sieben.

Zu den großen Verlierern des Tages zählte dagegen Williams, das zuletzt im Aserbaidschan-Grand-Prix durch den erst 18-jährigen Kanadier Lance Stroll Platz drei erreicht hatte und mit neuen aerodynamischen Teilen zum neunten Saisonrennen angereist war. Stroll, der mit knapp zwei Sekunden Rückstand nicht über Rang 16 nicht hinauskam, klagte jedoch ebenso wie sein 36-jähriger Teamkollege Felipe Massa (14.) über massive Balance-Probleme sowie "Vibrationen" auf der Hinterachse.

Damit hatten aber praktisch alle Teams zu kämpfen, weil die Hinterreifen auf dem Red-Bull-Ring zur Überhitzung neigen. "Der Belag scheint fordernder zu sein als im Vorjahr, man muss sich das Reifenmanagement genau anschauen", bemerkte dazu Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko.
 

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