15. März 2010 11:38
Der Niederösterreicher Jürgen Melzer hat seine gute Form vom erfolgreichen
Davis-Cup-Wochenende gegen die Slowakei über die vergangene Woche gehalten.
Österreichs bester Tennisspieler besiegte am Sonntag (Ortszeit) beim
Masters-Series-Turnier in Indian Wells nach einem Erstrunden-Freilos den
Argentinier David Nalbandian sicher nach 69 Minuten 6:4,6:1, spielt nun am
Dienstag gegen den Deutschen Simon Greul um den Einzug ins Achtelfinale.
"Rache" für Koubek
Melzer "rächte" einerseits
seinen Landsmann Stefan Koubek, der Kärntner Qualifikant war in der
Auftaktrunde an Wildcard-Spieler Nalbandian 2:6,6:7 gescheitert. Zum anderen
fügte er dem früheren Top-10-Spieler dessen erste Match-Saisonniederlage zu.
Der Südamerikaner war vor einem Monat in Buenos Aires nach einer
Verletzungspause auf die ATP-Tour zurückgekehrt, musste nach zwei Erfolgen
für das Viertelfinale w.o. geben. Es folgten ein Sieg im Davis Cup sowie der
gegen Koubek.
Im Head-to-Head glich Melzer auf 1:1 aus, das erste Aufeinandertreffen mit
Nalbandian hatte er 2005 beim Masters-Series-Turnier in Madrid in zwei
Sätzen verloren. Diesmal war Österreichs Nummer eins sowohl als Auf- als
auch als Rückschläger besser, vor allem im zweiten Satz. Von seinen
insgesamt neun erspielten Breakchancen nützte Melzer vier, wehrte
seinerseits die bei seinem eigenen Service einzige Möglichkeit des Gegners
zu einem Game-Gewinn ab.
Vorstoß in Weltrangliste möglich
Mit diesem Erfolg hat
Melzer ab sofort bis Ostern - also drei Wochen lang - keine Punkte mehr zu
verteidigen, jeder Sieg nun in Indian Wells und danach beim
Masters-Series-Turnier in Miami würde ihn in der Weltrangliste nach vorne
bringen. Derzeit ist der 28-Jährige als 28. ja nur zwei Plätze von seinem
bisherigen Karriere-Hoch entfernt. Die Chance auf einen Punkte-Zuwachs gegen
den gleichaltrigen Greul ist groß, jedoch liegt Melzer im Head-to-Head 1:2
zurück.
Vor nächstem Gegner gewarnt
Und auch der 1:6,6:2,6:3-Sieg
des 28-jährigen Stuttgarters in Runde zwei gegen den auf Position zwölf
gesetzt gewesenen Gael Monfils sollte Melzer eine Warnung sein. In Runde
eins hatte Greul mit Monfils' Landsmann Richard Gasquet einen weiteren
starken Franzosen ausgeschaltet. Greul hatte zuletzt im Davis Cup gegen Jo
Wilfried Tsonga gewonnen, nun also drei Siege gegen Franzosen en suite
gefeiert.
Die beiden Niederlagen gegen den Weltranglisten-58. kassierte Melzer vor
zwei Jahren jeweils in zwei Sätzen bei den Challengern in Graz und Dresden.
Der Sieg gelang dem Wahl-Wiener vor rund vier Jahren im Achtelfinale des
Münchener ATP-Turniers in drei Durchgängen. Der Sieger von Melzer gegen
Greul trifft in der Runde der letzten 16 entweder auf den als Nummer sieben
gesetzten US-Star Andy Roddick oder den Niederländer Thiemo de Bakker.
Köllerer out und verletzt
Daniel Köllerer ist beim mit 3,645
Mio. US-Dollar dotierten ATP-Masters-1000-Turnier in Indian Wells in der
zweiten Runde ausgeschieden. Der als Nummer elf eingestufte Spanier Juan
Carlos Ferrero fertigte den Welser in nur 50 Minuten recht glatt mit 6:3 und
6:0 ab. Der Oberösterreicher zog sich dabei auch eine leichte
Oberschenkelverletzung zu. Passiert ist dem Oberösterreicher das
Missgeschick bei einem Schritt im bereits zweiten Game des ersten Satzes,
nach einer medizinischen Auszeit spielte der Tennisprofi die Partie unter
Schmerzen zu Ende und verlor 3:6,0:6. Mit Physiotherapie möchte Köllerer bis
zum Turnier in Miami wieder fit werden.