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Rafael Nadal lässt aufhorchen

Tennis-Könige

Rafael Nadal lässt aufhorchen

Die Zeit rinnt dahin, doch noch sind die Könige nicht vom Tennis-Thron zu stürzen: Mit ihren 36 und 32 Jahren haben es Roger Federer und Rafael Nadal noch immer geschafft, die "Jungen Wilden" bei ihrer Revolte zu zähmen. Federer gewann im Jänner seinen 20. Grand-Slam-Titel in Australien, am Sonntag in Paris holte Rivale Nadal seinen 17.

Seit 2017 haben sich die zwei Legenden wieder auf den Sockel der Filzball-Welt zurückgespielt, es hatte sich schon Anfang des Jahres in Melbourne angekündigt, als Federer Nadal in einem Fünf-Satz-Thriller niederrang. Die letzten sechs Major-Titel haben sich die beiden freundschaftlich aufgeteilt: drei für Federer, drei für Nadal.

Die Talente drängen nach, auf Sand ist dies vor allem Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem. Oder auch der Deutsche Alexander "Sascha" Zverev - immerhin schon die Nummer drei der Welt. Mit seinem erstmaligen Finaleinzug auf größter Tennisbühne war Thiem bereits nah dran, am Ende konnte er Nadal in dessen "Wohnzimmer" aber nur bedingt fordern. "Die Jungen sind noch ein wenig zurück. Das ist auch die Bilanz dieser Auflage", sagte Turnierdirektor und Ex-Weltklassespieler Guy Forget nach dem Showdown.

Thiem ist auf richtigem Weg

Der nunmehr elffache French-Open-Sieger Nadal hatte für Thiem trotzdem lobende Worte parat: "Du wirst hier sicher in den nächsten Jahren gewinnen." Und Boris Becker meinte fast pathetisch: "Wir haben Dominic Thiem dabei zugesehen, wie er erwachsen wird."

Vor Nadal, der seinen ersten Paris-Titel 2005 als 19-Jähriger holte, gab es in der Tennis-Geschichte öfters Shootingstars, die, fast grün hinter den Ohren, zu Major-Gewinnern wurden. Der Australier Lleyton Hewitt triumphierte als 20-Jähriger bei den US Open. Der Amerikaner Michael Chang und der Schwede Mats Wilander waren erst 17, als sie 1989 und 1982 Roland Garros gewannen, Becker in Wimbledon 1985 gar erst zarte 17 Jahre alt.

Es scheint, als seien diese Zeiten vorbei, es bleibt vorerst den Superstars vorbehalten, sich gegenseitig zu beglückwünschen. "Da können wir uns alle nur verneigen und gratulieren. Unglaublich. Absolut nur die Superlative bleiben da übrig", kommentierte Federer den jüngsten Paris-Sieg Nadals am Montag. Für den wiederholt in Paris abwesenden Federer sei es fast undenkbar, ein Turnier elfmal zu gewinnen. Nadal habe das Endspiel mit der "Souveränität eines Champions" für sich entschieden.

Wettlauf um Major-Titel

Auch ob der Dominanz der ewig Jungen dreht sich die mediale Diskussion eher darum, ob der Spanier mit seinen 17 Major-Titeln den Schweizer gar noch überflügeln könne. Für Nadal hat dies laut Eigenaussagen keine Priorität. Wegen solcher Sachen habe er sich nie verrückt gemacht, erklärte Nadal am Sonntagabend in Paris. "Man kann nicht frustriert sein, wenn jemand ein größeres Haus hat oder mehr Geld oder mehr Grand Slams. Mit so einem Gefühl kann man nicht leben."

Er habe eine große Karriere gehabt und sei zufrieden mit dem, was er erreicht habe, betonte der Mallorquiner. Dies bedeute nicht, dass er sich nicht um weitere Erfolge bemühen werde. "Natürlich hätte ich gern 20 wie Roger oder mehr, aber ehrlich gesagt ist das nicht in meinem Kopf", sagte Nadal.

Der Weltranglisten-Erste will noch so lange weiterspielen, bis sich sein Körper widersetzt. Am Montag erklärte er, nun erst einmal ein paar Tage lang in seinen Körper hineinhören zu wollen und erst dann zu entscheiden, wo er demnächst spielt. Früher, als er viel jünger und schneller gewesen sei, trat er sofort bei Vorbereitungsturnieren für Wimbledon an. "Aber mein Körper fühlt sich wie 40 Jahre an." Der Zahn der Zeit, er nagt sogar an den Größten.

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