Stadthalle: Thiem zieht hartes Los

Erste Bank Open

Stadthalle: Thiem zieht hartes Los

Mithilfe der beiden Topstars des ATP-500-Turniers in der Wiener Stadthalle ist am Samstag im Grand Hotel am Kärntner Ring die Auslosung vorgenommen worden. Österreichs Nummer eins und Nummer zwei des Turniers, Dominic Thiem, trifft zum Auftakt am Dienstag auf den starken jungen Russen Andrej Rublew. Zverev spielt schon am Montag gegen den Serben Viktor Troicki.

Sebastian Ofner, der dank einer Wildcard erstmals im Hauptbewerb des Erste Bank Open steht, bekommt es als zweiter Österreicher in Runde eins mit dem Franzosen Lucas Pouille zu tun. Erstmals in Wien ist der als Nummer 3 gesetzte Bulgare Grigor Dimitrow. Der Weltranglisten-Achte, der am Samstag im Stockholm-Halbfinale im Einsatz war, spielt am Mittwoch gegen einen Qualifikanten.

Thiem hofft, dass er sich im Gegensatz zu den Vorjahren bei seinem Heimturnier in stärkerer Verfassung präsentieren kann. Mit Rublew trifft Thiem auf die Nummer 35 der Welt. Der seit Freitag 20-jährige Russe hatte in Flushing Meadows für Furore gesorgt. "Er hat natürlich seit dem Sommer eine stark ansteigende Form, sich bei den US Open ins Viertelfinale gespielt und Dimitrow, Goffin geschlagen. Er hat sich wirklich in der Weltspitze etabliert. Es wird dadurch, dass wir noch nie gegeneinander gespielt haben, eine sehr interessante Partie", konstatierte Thiem nach der Auslosung.

Thiem mit dem Belag zufrieden

Das achte Antreten Thiems in Wien (bisher bestes Resultat war 2013 das Viertelfinale; Anm.) ist auch aus anderer Sicht für den Niederösterreicher etwas Besonderes. Denn sein guter Tour-Freund Alexander Zverev ist zum zweiten Mal nach 2014 (Aus in dritter Quali-Runde) dabei. "Sicher, ich freue mich immer, wenn ich ihn sehe und vor allem wenn ich ihn in meiner Heimatstadt begrüßen kann", meinte Thiem dazu.

Zverev und Thiem haben bereits am Freitag ein erstes gemeinsames Training in der Stadthalle absolviert, am Samstag spielten die Nummern fünf und sechs im ATP-Ranking für einen Fototermin sogar auf dem Wiener Stephansplatz ein paar Bälle. "Das Training in der Halle war ein bisserl seriöser", scherzte Thiem. "Wir haben beide ganz gut gespielt. Ich glaube, dass wir uns beide wohler fühlen, wenn es ein bisserl langsamer ist als in Asien", glaubt der zweifache French-Open-Halbfinalist, der mit dem Stadthallenbedingungen zufrieden ist. "Ein sehr fairer Platz, nicht zu schnell, nicht zu langsam."

Seine Form sei gut, er fühlt sich "das erste Mal wieder richtig frisch und fit". "Das sollte sich auch niederschlagen. Ich hoffe natürlich, dass ich vom ersten Ball an bereit bin." Von einem Finalduell der beiden Freunde können beide vorerst nur träumen, zu stark ist das Feld in Wien. Ex-Sieger Jo-Wilfried Tsonga ist als Nummer 17 der Welt nur Nummer 8 des Turniers, allein dieses Detail spricht Bände.

Ein Finale unter Freunden?

"Das wird sehr schwierig. Jeder träumt davon, das ist ganz klar. Aber jetzt darüber zu reden - da sind zu viele gute Spieler dazwischen. Eigentlich kann hier bis auf zehn Spieler jeder ins Finale kommen", so Thiem. Zverev ist seit dem ersten Wien-Antreten vor drei Jahren freilich ein völlig anderer Spieler geworden. Mit 20 steht er auf dem Sprung in die Top 3 der Welt, seine Anwartschaft auf ganz Großes hat er 2017 u.a. mit zwei Masters-1000-Siegen in Rom und Montreal eindrucksvoll bewiesen.

"Ich habe ein sehr gutes Jahr gehabt. Man möchte genauso gut weiterspielen, man möchte sich immer noch verbessern", meinte Zverev am Samstag. "Ich möchte das Jahr so gut beenden, wie ich es angefangen habe. Dass heißt, viele Matches gewinnen. Der Bewerb ist sehr schwer, es wird nicht einfach. Hoffentlich kann ich gutes Tennis zeigen, dann wird das Resultat von alleine kommen."

Thiem Zverev © GEPA

Gegen Thiem habe er schon einige Male gespielt. "Auch ein paar Mal im Finale wie in Nizza letztes Jahr. Natürlich würden wir uns beide freuen, wenn wir hier beide im Finale stehen würden. Aber wir haben noch viele schwere Matches vor uns, bis das Realität werden kann", warnte auch Zverev vor der starken Konkurrenz.

Nach dem ersten Training in Wien konstatierte der Dritte im ATP-Race, dass der Belag etwas schneller als bei anderen Hallenturnieren sei. "Aber ist auf gar keinen Fall so schnell wie die Turniere in Asien, dort ist es ein anderes Level."

Beim Blick zurück auf seine bisher anstrengendste Saison sieht Zverev viele Positiva: "Für mich war sie anstrengender, aber auch genießbarer. Es ist ganz klar, wenn du viele Matches und Turniere gewinnst, hast du mehr Spaß dabei. Deswegen kommt dir diese harte Arbeit leichter vor. Ich würde viel lieber so eine anstrengende Saison für die nächsten 15 Jahre haben als andersrum. Hoffentlich kann ich noch lange genauso gut oder vielleicht noch besser spielen."

Neuer Besucher-Rekord winkt

Zverev schätzt den Turnierort Wien. "Wir haben ein bisschen Tennis auf dem Stephansplatz gespielt. Wien ist eine wunderschöne Stadt. Es ist eine etwas ältere Stadt so wie München oder Hamburg, wo ich herkomme, mir gefallen solche Städte." Hochzufrieden war auch Turnierdirektor Herwig Straka mit seinem Feld. "Man hat schon bei den US Open gesehen, dass wir gerade einen Umbruch in der Spielergeneration erleben", sagte der Steirer. Viele junge Spieler drängen nach.

"Insofern ist es trotz dieser Verletzungswelle, die sicher ein statistischer Ausreißer ist, ein Segen, dass wir auf junge Spieler gesetzt haben", erläutert Straka. Neben Zverev sind ja auch Thiem-Gegner Rublew und der ebenfalls starke junge Russe Karen Chatschanow, der in Runde eins in einem Hit Jo-Wilfried Tsonga fordert, in Wien. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir uns breiter aufstellen wollen. Jetzt ist Tsonga als Nummer 17 die Nummer 8 des Turniers, insofern haben wir die richtige Strategie gewählt."

Eine Strategie, die offenbar immer besser beim Publikum ankommt. "Wir steuern ziemlich sicher auf einen neuen Besucherrekord zu. Die 60.000 sollten problemlos fallen, mal schauen wie der Montag mit Sascha Zverev läuft, das könnte eine erhebliche Steigerung auslösen." Ab Donnerstag seien schon viele Kategorien ausverkauft.

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