Gasser krönt Traumsaison mit Gold

Snowboard-WM

Gasser krönt Traumsaison mit Gold

Freestyle-Snowboarderin Anna Gasser hat ihre fabelhafte Saison mit dem ersten WM-Titel ihrer Karriere gekrönt. Vor allem die Art und Weise, wie die 25-jährige Kärntnerin am Freitagabend zu Big-Air-Gold sprang, sorgte in der Sierra Nevada und darüber hinaus für Staunen. Am Ende ihrer Finalshow erntete Gasser für ihren historischen "Backside Double Cork 1080" 100 Punkte.

Ihre Sprünge im Finale brachten der Weltcup-Gesamtsiegerin insgesamt 189,50 Zähler. Die Finnin Enni Rukajärvi (165,25) und die Norwegerin Silje Norendal (162,75) hatten klar das Nachsehen und durften sich über Silber beziehungsweise Bronze freuen. "Die Saison war bisher schon so gut. Das ist die Krönung", freute sich Gasser in einer ersten Reaktion.

Die als Favoritin in den Bewerb gegangene Österreicherin setzte sich bereits nach der ersten Runde dank eines "Cab Double Cork 900" mit 89,50 Punkten an die Spitze. Die Quali-Beste Laurie Blouin aus Kanada stürzte beim Versuch, den gleichen Trick zu stehen. Auch ihren "Backside 720" landete die Kärntnerin souverän und erhielt dafür 77,75 Punkte.

100 Punkte für Premieren-Sprung

Höhepunkt war allerdings im letzten Durchgang der "Backside Double Cork 1080", den zuvor noch keine Frau in einem Wettkampf gestanden hatte. Gasser streifte dafür die Maximalpunktezahl von 100 ein. Weil nur die besten zwei Sprünge in die Wertung kommen, war der "Backside 720" somit nicht mehr relevant. "Ich habe den so lange im Kopf gehabt, deshalb freue ich mich einfach, dass er geklappt hat. Dass er dann gekrönt wird mit 100 Punkten, ist natürlich super", sagte Gasser, die auch ihren Kolleginnen Tribut zollte. "Alle Mädels sind so stark heuer", meinte die Kärntnerin.

Mit Blickrichtung auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Pyeongchang sagte Gasser, dass es logischerweise gut ausschaue, "wenn man auf diese Medaille schaut. Aber ich darf nicht schlafen. Alle Mädels trainieren hart über den Sommer. Ich muss weitermachen, dann klappt es hoffentlich nächstes Jahr mit einer Medaille."

Für den ÖSV war es bei den diesjährigen Titelkämpfen in Spanien bereits die vierte Goldmedaille und das insgesamt sechste Edelmetall, wobei sämtliche Medaillen auf das Konto der Snowboarder gehen. Andreas Prommegger hatte sich zuvor zum Doppel-Weltmeister gemacht, indem er Parallel-Slalom sowie -Riesentorlauf für sich entschied, Daniela Ulbing triumphierte bei den Damen im Parallel-Slalom. Benjamin Karl gewann zweimal Silber.

Schrecksekunde bei Herren

Im Medaillenspiegel rückte Österreich dank Gassers Goldstück auf Platz zwei vor. Nur die USA (vier Gold, zwei Silber, drei Bronze) waren bisher erfolgreicher. Die Bilanz übertrifft sogar jene von der WM 2009 in Gangwon/Südkorea, wo die rot-weiß-roten Boarder dreimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze gewannen.

Bei den Herren holte sich der Norweger Staale Sandbech den Sieg im Big Air. Silber ging an den US-Amerikaner Chris Corning, Bronze an Marcus Kleveland, ebenfalls aus Norwegen. Clemens Schattschneider, der einzige Österreicher im Finale, musste seine Hoffnungen mit zwei Stürzen schnell begraben und kam auf den zehnten Platz.

Clemens Millauer kam schon in der Vorschlussrunde zweimal zu Sturz und landete auf dem 16. Gesamtrang. Der Oberösterreicher musste im ersten Run eine kritische Situation meistern, nachdem er in der Luft plötzlich von einer Windböe erfasst wurde und den Sprung daher abbrechen musste. Millauer schlug aus großer Höhe in der zum Glück etwas aufgeweichten Landezone auf und überstand den Sturz unverletzt.

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