Flieger reißt Kamera vom Himmel

Riesenschock bei WM

Flieger reißt Kamera vom Himmel

Eine im Zielraum abgestürzte Seil-Kamera hat am Freitag bei der Ski-WM in St. Moritz Zuschauer und Rennläufer geschockt. Ein Schweizer Militärflugzeug hatte in der Pause des Herren-Riesentorlaufs beim zu tiefen Überflug ein Tragseil der Kamera gekappt und diese zum Absturz gebracht. Am Ende hatte man alle Schutzengel dieser Welt. Das Flugzeug konnte sicher landen, Personen kamen nicht zu Schaden.

Ausgelöst hatte den Vorfall eine seit 11.30 Uhr im Einsatz befindliche Crew eines Propellerflugzeuges, das zum sogenannten PC-7-Team gehört. Diese Staffel trainierte für eine Samstag-Vorführung über dem WM-Gelände Salastrains, in dem sich auch das Ziel der WM-Rennen und das riesige Zuschauer-Stadion befindet.

Geflogen werden die PC7 von F/A18-Piloten. Nach dem Vorfall war offen, ob die Vorführung am Samstag programmgemäß stattfinden wird.

Die schwere Seilkamera stürzte mitten in den zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise leeren Zielraum auf die Piste. Auch Zuschauer auf den Tribünen oder im Stadionbereich waren nicht betroffen. Weil das gekappte Kameraseil auf jenes der von den Sportlern benutzten Sesselbahn fiel, musste diese aber aus Sicherheitsgründen für längere Zeit gestoppt werden. Der Beginn des für 13.00 Uhr geplant gewesenen zweiten Durchgangs wurde deshalb um eine halbe Stunde nach hinten verschoben.

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Auf der stehenden Sesselbahn hatten sich auch der führende Österreicher Marcel Hirscher sowie sein zur Halbzeit zweitplatzierte Teamkollege Philipp Schörghofer befunden. Hirscher gab sich betroffen. "Ich habe mir schon ein paar Mal gedacht, es ist richtig, richtig knapp. Ich bin ein bisschen sprachlos", sagte der spätere Sieger, bevor er zu Gold raste.

Im Sub-Pressezentrum gab es eine kurze Erklärung zu dem Vorfall. Fragen wurden dabei nicht zugelassen. Mediensprecher Roman Rüegg von der Kantonspolizei Graubünden erklärte dabei: "Heute Vormittag hat ein Flugzeug der Schweizer Luftwaffe vom PC-7-Team das Tragseil der SRF-Kamera touchiert. Es war das Team, das ab 11.30 Uhr im Einsatz war. Der Flieger touchierte das Tragseil, dieses fiel runter, es wurde dabei niemand verletzt. Der PC-7-Flieger konnt selbstständig in Samedan landen. Aus Sicherheitsgründen wurde in Salastrains der Betrieb eingestellt", sagte Rüegg und ergänzte: "Die Polizei und die Militärbehörden haben die Untersuchungen zu diesem Vorfall aufgenommen. Besatzung als auch Zuschauer kamen nicht zu Schaden."

Auch der Internationalen Skiverband (FIS) reagierte sofort. "Wir haben das im Vorfeld schon getestet, sie hätten wissen müssen, wie tief sie fliegen können. Der ist sicher zu tief geflogen. Das wird sicher ein Nachspiel geben", sagte FIS-Renndirektor Markus Waldner zu dem Vorfall im ORF.

Sofort kamen Erinnerungen an den Drohnen-Vorfall im Dezember 2015 in Madonna di Campiglio auf. Dort war Hirscher während seiner Fahrt im zweiten Durchgang des Nachtslaloms von einer abstürzenden Drohne nur ganz knapp verfehlt worden. Drohnen über oder entlang der Skirennpiste sind seitdem verboten.

Rund um Sport-Großereignisse häufen sich mittlerweile derartige Abstürze, weil im Zuge der TV-Berichterstattung seit langem Live-Bilder aus der Luft immer begehrter und häufiger werden. Während der vergangene Sommerspiele in Rio de Janeiro war im Olympia-Park eine Seilkamera aus 20 Metern höhe abgestürzt, dabei wurden sieben Personen verletzt.

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