Motherwell-Kapitän O'Donnell starb am Spielfeld

Nach Kollaps

Motherwell-Kapitän O'Donnell starb am Spielfeld

Der 35-Jährige verstarb nach einem Kollaps beim Spiel gegen Dundee United noch bevor ihn die Rettung abtransportieren konnte.

Der internationale Fußball trauert um einen weiteren Profi-Spieler. Vier Monate nach dem Spanier Antonio Puerta vom FC Sevilla ist am Samstag der Kapitän des schottischen Erstligisten Motherwell, Phil O'Donnell, nach einem Zusammenbruch in einem Ligaspiel verstorben. Der 35-jährige Mittelfeldspieler war in der 78. Minute der Partie gegen Dundee United (5:3) bewusstlos liegengeblieben. Die Todesursache stand vorerst nicht fest.

Todesursache noch unklar
"Wir wissen nicht, was es war. Es wird eine Obduktion geben", erklärte Motherwell-Präsident Bill Dickie, der das Ableben seines Kapitäns im Krankenhaus bestätigten musste. "Es ist eine Tragödie. Das ist alles, was ich sagen kann." O'Donnell war für etwas mehr als fünf Minuten auf dem Spielfeldrand behandelt worden, ehe ihn ein Rettungswagen ins Krankenhaus fuhr. Dort wurde um 17:18 Uhr Ortszeit (18:18 Uhr MEZ) der Tod festgestellt.

Stand kurz vor der Auswechslung
Der Kapitän war kurz vor seiner Auswechslung gestanden. Das hatte aber nichts mit gesundheitlichen Problemen zu tun, betonte Motherwell-Trainer Mark McGhee. Stattdessen sollte O'Donnell für das Mittwoch-Spiel bei Hibernian Edinburgh geschont werden. Unmittelbar nach dem Zusammenbruch musste McGhee O'Donnells sichtlich mitgenommenen Neffen David Clarkson, der davor zwei Tore erzielt hatte, vom Feld nehmen.

Ehefrau und vier Kinder
"Wir sind alle total am Boden zerstört", erklärte McGhee. Der Verstorbene hinterlässt eine Frau und vier Kinder. "Unsere Gedanken sind mit der Familie", betonte der Coach. O'Donnell hatte seine Profi-Karriere 1991 als Teenager bei Motherwell begonnen und war daraufhin für die Club-Rekordablöse von 1,75 Millionen Pfund (2,38 Mio. Euro) zu Celtic Glasgow gewechselt. Der Mittelfeldspieler spielte außerdem vier Jahre für Sheffield Wednesday.

"Inspirierender Spieler und Mensch"
2004 kehrte O'Donnell zu seinem Stammclub zurück, nachdem er als einstiger Hoffnungsträger des schottischen Fußballs von mehreren Verletzungen zurückgeworfen worden war. "Phil war nicht nur ein inspirierender Spieler für Motherwell, sondern er war auch ein inspirierender Mensch", würdigte Club-Eigentümer John Boyle den Kapitän. "Jeder hier in Motherwell ist im tiefsten Herzen geschockt."

Tod auf dem Spielfeld kein Einzelfall
O'Donnell hatte ein Länderspiel für Schottland bestritten - im September 1993 in Aberdeen gegen die Schweiz (1:1). Sein Tod nach einem Kollaps auf dem Spielfeld ist im internationalen Fußball kein Einzelfall. Erst Ende August war Puerta drei Tage nach einem Kollaps im Ligaspiel seines Clubs FC Sevilla gegen Getafe verstorben. 2003 kam der Kameruner Marc-Vivien Foe beim Confederations Cup ums Leben, ein Jahr später erlag der Ungar Miklos Feher einem Herzstillstand.

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