Prokop tritt als Hypo-Manager zurück
Prokop tritt als Hypo-Manager zurück

Schillernde Figur

Prokop tritt als Hypo-Manager zurück

Seine Vorstellungen von Vereinsführung sei mit dem derzeitigem Vorstand nicht mehr koordinierbar.

Zwei Tage vor einem großen Fest an seinem Zweitwohnsitz in Annaberg (NÖ) und etwas mehr als eine Woche vor seinem 70. Geburtstag hat Gunnar Prokop überraschend mit 1. Juli seinen Rücktritt als Manager und sportlicher Verantwortlicher von Hypo Niederösterreich, eines der erfolgreichsten Frauen-Handball-Vereinen der Welt, erklärt. Mit dem ehemaligen Leiter des Internats im BSFZ Südstadt legte auch Maria Sykora, die "gute Seele" im Club, ihre Agenden mit sofortiger Wirkung nieder.

Unstimmigkeiten
Als Grund gab Prokop an, dass seine Vorstellung von der Führung eines Spitzenclubs mit denen des derzeitigen Vorstandes trotz seiner Meinung nach relativ verantwortungsvoller Finanzplanung nicht mehr koordinierbar sei. "Schweren Herzens habe ich mich daher zu diesem Entschluss durchgerungen. Alle die mich kennen, wissen, dass ich mit dem Mittelmaß nicht identifizieren kann", ließ der bald 70-Jährige, der Hypo NÖ 1972 gegründet und 38 Jahre erfolgreich geführt hatte, in einer Presseaussendung wissen.

Wirtschaftliche Lage
Prokop gab zu, dass die allgemeine wirtschaftliche Lage auch an seinem Verein nicht spurlos vorbeigegangen sei, sprach aber von Differenzen von Verpflichtungen neuer Spielerinnen, die seinen Schluss haben reifen lassen. "Neue wären unbedingt notwendig gewesen, um das internationale Niveau der vergangenen 25 Jahre zu halten", glaubt de Zampano, der mit der Mannschaft auf heimischer Ebene seit Jahrzehnten alle Titel abräumte und achtmal die Trophäe der Champions League (zuletzt 2000) in die Südstadt geholt hat.

Neben den Differenzen ärgerte Prokop auch der Umstand, dass bereits von ihm und dem Vereinskassier fix zugesagte und signierte Spielerengagements nicht eingehalten worden seien. Der Vorstand nahm die Demission seines langjährigen Trainers an. "Prokop hat zurückgelegt, da seine sportlichen Ziele und Wünsche für ein Engagement mehrerer ausländischer Spielerinnen im Vorstand nicht genehmigt wurden. Die zu Besetzung anstehenden Positionen werden hinkünftig mit österreichischen Spielerinnen aus dem Verein besetzt", teilte der Club mit.

Prokop nahm schweren Herzens von der Sportbühne, die ihm sehr viel bedeutet hatte und die er darüber hinaus polarisiert hatte, Abschied. Er habe sich zu seinem Rücktritt wirklich durchringen müssen, glaubt aber, dass er noch ein sehr ausgefülltes Leben mit seinen Kindern und Enkeln, mit Mountainbiken und Skifahren vor sich habe. "Ich bedanke mich bei allen Sponsoren, Journalisten, Freunden und meiner Familie, die mir bei meiner 50-jährigen Sportlaufbahn immer wieder große Unterstützung und Verständnis entgegengebracht haben", schloss der frühere ÖHB-Frauen-Sportwart.

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