Diego Maradona

Testspiele

Deutschland verliert gegen Diegos Elf

Im zweiten großen Schlager schlug Spanien die Franzosen mit 2:0.

100 Tage vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) ist in Deutschland große Ernüchterung eingekehrt. Die DFB-Auswahl, in der Qualifikation für die EURO 2012 Gegner der Österreicher, kassierte am Mittwoch im wichtigsten Test gegen Argentinien eine verdiente 0:1-Pleite. Von den weiteren Gegnern der ÖFB-Elf in der EM-Qualifikationsgruppe A feierten die Türkei (2:0 gegen Honduras) und Aserbaidschan (2:1 in Luxemburg) Siege. Belgien verlor zu Hause gegen Kroatien mit 0:1, Kasachstan unterlag Moldawien 0:1.

Argentinien siegt in München
In München erzielte Gonzalo Higuain in der 45. Minute den entscheidenden Treffer gegen eine lange Zeit ohne Mut und Ideen auftretende DFB-Elf. Von der unsicheren Nummer 1 René Adler über die schwachen Verteidiger Jerome Boateng und Serdar Tasci bis hin zur harmlosen Offensive zeigte sich keiner der deutschen Südafrika-Kandidaten in WM-Form. Für Bundestrainer Joachim Löw bleiben nach der ersten Niederlage nach zehn Spielen weiter viele Baustellen offen. Maradona hatte seine aktuell stärkste Mannschaft auf den Rasen geschickt - und kurz vor der Pause zahlte sich die Überlegenheit aus. Nach einem Stellungsfehler des Bremers Per Mertesacker stürmte Higuain auf Adler zu, der übermotiviert sein Tor verlassen hatte und von dem Real-Madrid-Profi überlaufen wurde.

Spanien feierte nicht nur den 24. Sieg in den jüngsten 25 Spielen, sondern beendete vor 75.000 Zuschauern im Stade de France auch eine Negativserie. Dank der Treffer von EM-Torschützenkönig David Villa (21.) und Sergio Ramos (45.) gelang erstmals seit 42 Jahren wieder ein Sieg in Frankreich. Während die Sieger mit "Olé-Olé" - Rufen gefeiert wurden, wurden die Schützlinge des umstrittenen Trainers Raymond Domenech vom eigenem Publikum ausgepfiffen. England drehte vor 80.000 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion gegen Afrika-Meister Ägypten nach der Pause die Partie. Dortmund-Legionär Mohamed Zidan brachte die Afrikaner in Führung (23.), doch Peter Crouch (57., 80.) und Shaun Wright-Phillips (75.) sorgten noch für den Heimsieg der erst in der zweiten Hälfte überzeugenden Engländer.

In Amsterdam brachten Liverpools Dirk Kuyt (39.) und Klaas-Jan Huntelaar von AC Milan (73.) die Niederländer mit zwei Toren in Führung, ehe der US-Verteidiger Carlos Bocanegra in der Schlussphase noch verkürzte. Weltmeister Italien testete in Monaco wie der Gegner Kamerun zahlreiche Spieler, ein farbloses Spiel ohne Tore war das Ergebnis. Bei Italien kamen Leonardo Bonucci (Bari) und Andrea Cossu (Cagliari) zu ihren Länderspiel-Debüts.

Angst in Südkorea
Beim WM-Gastgeber wird die Sorge vor einem Fiasko im eigenen Land wohl immer größer. Im WM-Spielort Durban rettete Südafrika vor 50.000 Zuschauern im neuen Moses-Mabhida-Stadion gegen Namibia durch einen Treffer von Katlego Mphela (70.) aber immerhin ein 1:1-Unentschieden. Die Mannschaft von Teamchef Carlos Alberto Parreira, der auf die meisten Legionäre verzichtete, hält damit bei nur zwei Siegen aus den jüngsten zehn Spielen.

Noch enttäuschender waren die Resultate der anderen afrikanischen WM-Teilnehmer. Die Elfenbeinküste verlor gegen Südkorea 0:2, Ghana musste sich mit 1:2 gegen Bosnien-Herzegowina geschlagen geben, Algerien kassierte gegen Serbien sogar eine 0:3-Heimniederlage. Nigeria gewann ein inoffizielles Länderspiel gegen Kongo 5:2.

Enttäuschende Griechen
Ex-Europameister Griechenland musste sich nach enttäuschender Leistung zu Hause gegen Senegal mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. In Griechenlands letztem Härtetest vor der Nominierung des vorläufigen WM-Aufgebots trafen in Piräus Mamadou Niang (71.) und Guirane N'Daw (80.). "Wir haben noch einen Haufen Arbeit zu tun, wenn wir in der WM-Gruppe einigermaßen gut aussehen wollen", sagte Teamchef Otto Rehhagel, dessen Team in Südafrika auf Südkorea, Argentinien und Nigeria trifft.

Guus Hiddink, der künftige Teamchef von Österreichs EM-Qualifikationsgegner Türkei, verabschiedete sich mit einem Remis als Teamchef von Russland. Die Russen, die unter Hiddink bei der EM 2008 bis ins Halbfinale gekommen waren, erreichten in Györ gegen Ungarn ein 1:1. Damit ist Russland unverändert seit 1978 gegen Ungarn ohne Niederlage.

Mattersburg-Stürmer Ilco Naumoski brachte Mazedonien beim 2:1-Erfolg gegen Montenegro in der 29. Minute mit 1:0 in Führung. Für die Schweiz setzte es mit einer 1:3-Heimniederlage gegen Uruguay einen Dämpfer, Norwegen besiegte WM-Teilnehmer Slowakei mit 1:0 und feierte den dritten Sieg in Serie.

Österreichs Quali-Gegner
Die Türkei, die so wie Deutschland erst im nächsten Jahr Gegner der Österreicher ist, feierte in Istanbul gegen Honduras einen hochverdienten 2:0-Erfolg. Die Türken, die die WM-Qualifikation verpasst haben, waren gegen den WM-Teilnehmer von Beginn weg tonangebend, scheiterten zunächst aber am starken Gäste-Torhüter Donis Ecober. Emre Güngör erzielte vier Minuten vor der Pause nach einem Eckball schließlich den Führungstreffer, Hamit Altintop traf in der 55. Minute zum Endstand.

Belgien musste sich in Brüssel Kroatien, am 19. Mai in Klagenfurt nächster Testspielgegner der Elf von Dietmar Constantini, mit 0:1 geschlagen geben. Nico Kranjcar machte in der 63. Minute den Auswärtssieg der Kroaten perfekt.

Die zwei großen Außenseiter in der Qualifikationsgruppe A starteten unterschiedlich ins Länderspieljahr. Kasachstan, am 7. September erster Gegner der Österreicher, verlor in Antalya gegen Moldawien mit 0:1. Eprueanu erzielte in der 65. Minute den Siegestreffer. Aserbaidschan, am 8. Oktober der zweite ÖFB-Kontrahent, gewann in Luxemburg mit 2:1 (2:1). Gulijew brachte die Mannschaft des deutschen Teamchefs Berti Vogts mit 1:0 in Führung (28.), nach dem Ausgleich durch Strasser (34.) sorgte Mammadow rasch für die neuerliche Führung (37.), die schon den Endstand bedeutete.

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