Grazer Himmelsstürmer sind Winterkönig

Bundesliga

Grazer Himmelsstürmer sind Winterkönig

Dank acht Spielen ohne Niederlage in Serie hat sich Sturm zum Winterkönig der Bundesliga geschossen.

Nur ein Sieg hätte zum Abschluss gefehlt. Durch das späte Ausgleichstor von Salzburgs Djordje Rakic verpasste Sturm beim 1:1 gegen die Bullen den erhofften Dreier. Trotzdem sind die Himmelsstürmer aus Graz die Mannschaft der Stunde. In den letzten acht Spielen blieb die Truppe von Coach Franco Foda ungeschlagen, holte 16 Punkte und ein sensationelles Torverhältnis von 16:4. In dieser Zeit der beste Sturm und die beste Abwehr der Liga. Zum Lohn gehen die Grazer als Spitzenreiter in die Winterpause.

Spitzenelf
Kein Wunder, dass in der Steiermark wieder eine Fußball-Euphorie herrscht wie zu besten Champions-League-Zeiten 1998 bis 2002. Ausverkauftes Haus mit 15.400 Zuschauern gegen Salzburg und eine Stimmung wie im Hexenkessel. Und selbst der sonst mit seinen Aussagen immer bescheidene und sehr vorsichtige Franco Foda zeigte sich von der Jubel-Stimmung angesteckt. „Wir stehen jetzt oben und wollen probieren, das auch zu verteidigen“, erklärte Foda ungewohnt euphorisch.

Jubel
Besonders begeistert war der Trainer über die starken Leistungen gegen die Topmannschaften der Liga. „Die Hauptsache ist, dass wir gegen all diese Topteams ungeschlagen geblieben sind“, sagt er. Zuhause verloren die Blackies gegen die „Großen drei“ Salzburg, Austria und Rapid kein Spiel, holten sechs Punkte aus vier Matches. Und in den letzten drei Runden gab es Siege gegen Mattersburg und bei der Aus­tria sowie das Remis am Samstag gegen den Meister. In dieser Form ist Salzburg im Frühjahr der große Favorit auf den Titel.

Wechsel
Wenn die Mannschaft dann noch so zusammenspielt. Wahrscheinlich ist aber, dass Team-Verteidiger Sebastian Prödl schon im Winter für vier Millionen Euro Ablöse zu Werder Bremen wechselt, wo er bereits einen Vorvertrag unterschrieben hat. Dafür könnte Mittelfeldmann Markus Schopp zurückkehren. Gegen Salzburg saß der Ex-Blackie bereits auf der Tribüne.

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ÖSTERREICH: Gratulation zum Winterkönig. Das hätten Sie sich zu Saisonbeginn wohl nicht gedacht, oder?
Mario Haas: Nein, das hätte sich in Graz niemand träumen lassen. Und mit dem 1:1 am Samstag gegen Meister Salzburg war das ein echtes Highlight zum Abschluss.

ÖSTERREICH: Erinnert Sie das aktuelle Sturm ein wenig an die Anfangszeit unter Osim, als viele junge Österreicher Führungsspieler waren?
Haas: Ja, es gibt es schon Parallelen. Das stimmt schon.

ÖSTERREICH: Mit Osim ging es in die Champions League. Welches Ziel setzt man sich jetzt in Graz?
Haas: Wir sind ja selbst schuld, dass wir jetzt den Druck und die Fans so große Erwartungen haben. Unser Ziel muss weiterhin ein gesicherter Mittelfeld-Platz bzw. der Europacup sein. Das wäre eine tolle Sache. Für den Titel ist diese Mannschaft erst in zwei, drei Jahren reif.

ÖSTERREICH: Sie meinen also einen behutsamen Aufbau wie damals unter Osim?
Haas: Ja, die Mannschaft muss beisammenbleiben und unter Trainer Franco Foda weiterwachsen. Dann ist etwas möglich. Und Einkäufe müssen wohl durchdacht sein. Die Spieler sollen dann Klasse haben und dem Team weiterhelfen können.

ÖSTERREICH: Große Einkäufe wird es wohl kaum geben, da dazu die Finanzen nicht vorhanden sind.
Haas: Sturm wird ein Ausbildungsklub sein. Wo gute Spieler aufgebaut und dann für ein gutes Geld verkauft werden.

Interview: Alex Strecha/ÖSTERREICH

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