Mega-Wirbel: Doch noch Aus für Wüsten-WM?

Nach Platini-Verhör

Mega-Wirbel: Doch noch Aus für Wüsten-WM?

Der Konflikt um die dubiose Vergabe der WM 2022 an Katar ist nach den neuesten Ermittlungen und Befragungen von Ex-UEFA-Boss Michel Platini neu entflammt. Der 63-Jährige war von der französischen Polizei zuletzt stundenlang verhört worden. Das hat den Debatten neuen Auftrieb gegeben. Was genau steckt dahinter? Kommt es noch zum Super-GAU? Wird die FIFA gezwungen, Katar die WM wieder wegzunehmen? Vor allem in England wird heftig diskutiert.

England hatte sich für die WM 2018 beworben. Diese Endrunde wurde bekanntermaßen an Putins Russland vergeben. Laut "Sun" wären die Engländer nun bereit, für Katar 2022 einzuspringen, sollte es wirklich zu einer Neuvergabe kommen. Vor allem die vorhandene Infrastruktur wäre ein Pluspunkt für England.

Der Vorwurf der bei der Katar-WM weiter im Raum steht lautet Bestechung. Wurden Funktionäre bestochen und war die Vergabe eine korrupte Machenschaft mächtiger Männer? Platini hatte damals öffentlich Katar unterstützt. Schon 2015 hatte der damalige FIFA-Präsident Joseph Blatter von einer Absprache über die Stimmenvergabe gesprochen und ein Treffen im Élyséepalast zwischen Platini, dem damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und dem heutigem Emir Tamim bin Hamad des Emirats Katar erwähnt. Erst danach habe sich das Stimmenverhältnis zugunsten von Katar gegenüber den USA geändert. Das Endergebnis: 14:8 für Katar.

FIFA könnte pleite gehen

Die FIFA wird Katar die WM nur dann wegnehmen, wenn glasklare Beweise auf dem Tisch liegen, dass beim Vergabeprozess 2010 betrogen wurde. Der Fall muss wasserdicht sein. Durchaus verständlich, denn Katar würde massiven Schadenersatz-Anspruch erheben. Es geht um Milliarden, es steht viel auf dem Spiel. Die FIFA könnte die Ansprüche möglicherweise gar nicht stemmen und pleitegehen. Schon 2017, im Zuge des FIFA-Korruptions-Prozesses in New York, kamen erste Fragen nach einer WM-Neuvergabe auf. Der Argentinier Alejandro Burzaco hatte bei seiner Zeugenaussage sogar behauptet, dass der Wüstenstaat Katar bei der WM-Vergabe 2010 in Zürich mindestens drei Stimmen gekauft hat.

Anschuldigungen und Indizien für einen Betrug gibt es also genug, Ermittlungen laufen sowohl durch die US-Justiz, als eben auch durch französischen Ermittler im Fall Platini. Es müssten Beweise für einen Stimmenkauf gefunden werden. Sollten Banküberweisungen auftauchen, die zeigen, dass ein WM-Macher Stimmen gekauft hat, könnte die FIFA die WM neu ausschreiben.

Die deutsche "Bild" beschäftigt sich ausführlich mit dem Skandal. Eine Neuausschreibung wird weiter als eher unwahrscheinlich angesehen - trotz aller Bemühungen der Ermittler. Doch die Justiz ist dran, arbeitet konsequent und könnte die - auch bei Fans verhasste - Wüsten-WM doch noch zu Fall bringen.

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