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Rassismus-Vorwurf

Norwegen-Legionär Kienast gesperrt

Der ÖFB-Teamneuling Kienast gibt den Zwischenfall zu. Aber: "In keiner Weise rassistisch motiviert."

ÖFB-Team-Neuling Roman Kienast sieht sich wegen eines Zwischenfalls in der norwegischen Liga von Anfang November mit Rassismusvorwürfen konfrontiert. Der Norwegen-Legionär bei Ham-Kam hat auf einen diesbezüglichen Bericht der am Dienstag erscheinenden "Sportzeitung" reagiert und sich von den Anschuldigungen distanziert. Kienast war jedenfalls in Norwegen wegen einer rassistischen Beleidigung eines Gegenspielers für drei Spiele gesperrt worden.

Vorfall im November
Kienast ist vergangenen Donnerstag von Teamchef Josef Hickersberger für das Trainingslager auf Malta erstmals in den ÖFB-Kader berufen worden. Der Vorfall ereignete sich am 5. November 2006 beim Heimspiel des Kienast-Klubs Ham Kam gegen Stabaek. Das damalige 1:5 besiegelte übrigens den Abstieg des Kienast-Klubs.

Kienast dementiert Vorwurf
Kienast Der Stürmer distanzierte sich nun eindeutig von jeglicher Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und ließ via Aussendung des ÖFB verlauten: "Ich habe meinen Gegenspieler Daniel Nannskog (ein dunkelhäutiger schwedischer Stürmer - Anm.) bei diesem Match im Eifer des Gefechts tatsächlich beleidigt, aber das war in keiner Weise rassistisch motiviert. Er hat mich im Verlauf des Spiels immer wieder provoziert und beschimpft und daraufhin habe ich in ähnlicher Weise zurück geschimpft." Nach dem Spiel habe es ein Shake-Hands zwischen den Beiden gegeben und für ihn sei die Sache erledigt gewesen.

Allerdings war der Vorfall auf Verbandsebene und auch in den Medien weiter ein Thema, worauf sich Kienast noch einmal telefonisch bei Nannskog entschuldigt habe. "Er hat dies auch akzeptiert. Ich verurteile auf alle Fälle jegliche Form von Rassismus, nicht nur weil ich bei Rapid und auch jetzt bei Ham-Kam viele Mitspieler aus verschiedenen Ländern habe. Mit Oluwasegun Abiodun habe ich einen Mitspieler aus Nigeria, mit dem ich mich auch privat sehr gut verstehe. Auch in Wien zähle ich einen Dunkelhäutigen zu meinen besten Freunden."

Hicke-Anfrage in Norwegen
Teamchef Hickersberger schickte am Montag eine diesbezügliche Anfrage an die norwegische Liga und führte am Nachmittag auch ein Telefonat mit Kienast. "Er hätte mir die Sache natürlich spätestens bei unseren Telefonaten vor seiner Einberufung ins Nationalteam darlegen müssen. Das hat er leider verabsäumt, aber da ich Roman Kienast aus meiner Zeit als Rapid-Trainer gut kenne, weiß ich, dass er kein Rassist ist." Für Hickersberger sei die Sache nach Kienasts Sperre sowie dessen klarer Distanzierung von jeglicher Fremdenfeindlichkeit erledigt.

"Er muss in Norwegen drei Spiele Sperre absitzen und ich möchte diese Strafe mit einer Ausladung aus dem Teamkader nicht noch verschärfen", meinte Hickersberger. Selbstverständlich verurteile auch er selbst so wie der gesamte Österreichische Fußball-Bund jegliche Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

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