So will Ehrenberger aufräumen

ÖFB-Krise

So will Ehrenberger aufräumen

Die Krise im ÖFB sorgt weiter für Schlagzeilen. Im ÖSTERREICH-Interview sagt Interimspräsident Kurt Ehrenberger, wie er aufräumen will.

Ab sofort herrscht im ÖFB eine andere Sprachkultur. Dafür sorgt allein schon Kurt Ehrenberger, der das Amt des ÖFB-Präsidenten bis zur Neuwahl im Jänner 2009 interimistisch übernommen hat. Gestern hat er beim Wiener Derby Teamchef Karel Brückner nur kurz getroffen, erst heute will er sich ihn so richtig zur Brust nehmen. Und da dürfte einiges auf den Tschechen zukommen.

Constantini on top
„Wenn Brückner geht, wird die Welt auch nicht zusammenbrechen“, poltert Ehrenberger im Interview mit ÖSTERREICH. Im gleichen Atemzug macht der gewichtige Fußballboss noch einmal Werbung für Didi Constantini als Teamchef. Ehrenberger: „Ich habe nie verstanden, warum er nicht längst schon Teamchef geworden ist.“ Feststeht: Bei der Sitzung mit den Landespräsidenten im Rahmen des Freundschaftsspiels gegen die Türkei (19. November) wird sich Ehrenberger für Constantini einsetzen.

Noch vor dem Länderspiel kommt es zur knallharten Aussprache mit den Spielern. Ehrenberger gegenüber ÖSTERREICH: „Ich werde mit ihnen in der Fußballersprache reden. Das waren sie bisher nicht gewohnt, weil unter Friedrich Stickler hat es eine eigene Sprachfindung gegeben. Fußball ist kein elitärer Sport, da braucht man Polterer und Leute mit Durchschlagskraft. Das werden die Spieler schon merken.“

Ludwig stärken
Und in der Präsidentenfrage zeichnet sich auch eine Tendenz ab. Ehrenberger macht kein Hehl daraus, dass er für ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig als geschäftsführenden Manager ist. „Er ist der einzige Insider im ÖFB“, so Ehrenberger. „Er hat auch bisher die Geschäfte geführt.“ Einzig sensible Frage, die es zu klären gäbe, wäre die Art und Höhe der Bezahlung. Ehrenberger abschließend: „Wenn wir alle Gigi Ludwig wollen, dann wird er es auch werden.“

Teamchef-Wette
Die Krise im ÖFB und bei der Nationalmannschaft bleibt also weiter ein ganz heißes Thema. Und sorgt sogar in den Wettbüros für Geschäfte. Denn beim Anbieter Intertops.com bekommt man für Didi Constantini als Brückner-Nachfolger das wenigste Geld (Quote 4). Dahinter folgen Andreas Herzog (Quote 10), Hans Krankl (20), Paul Gludovatz, Peter Pacult (je 25), Herbert Prohaska und Walter Schachner (je 30). Reich werden könnte man nur, wenn man auf einen Teamchef Franz Beckenbauer (Quote 200) erfolgreich setzen würde.

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ÖSTERREICH: Herr Ehrenberger, wann knöpfen Sie sich Teamchef Brückner vor?
Kurt Ehrenberger: Ich bin heute um 9 Uhr beim ÖFB und werde mir den Vertrag von Karel Brückner anschauen. Vielleicht kann ich ihn dann auch gleich treffen. Wenn ich höre, dass er andere Sachen gewohnt ist, dann sage ich, gut so, aber sein Geld bekommt er in Österreich. Wenn Brückner geht, bricht die Welt nicht zusammen. Von einem Teamchef erwarte ich mir, dass er die Mannschaft so weit bringt, dass sie gewinnt.

ÖSTERREICH: Werden Sie sich weiter für Didi Constantini als Teamchef stark machen?
Ehrenberger: Ich halte ihn für einen sehr guten Trainer und habe es nie verstanden, dass er nicht längst Teamchef ist. Er hat immer Feuerwehrmann gespielt und seine Sache gut gemacht. Außerdem kennt er den österreichischen Fußball in- und auswendig. Ich werde Constantini beim Gespräch mit meinen Landespräsidenten vorschlagen.

ÖSTERREICH: Wann werden Sie sich die Teamspieler zur Brust nehmen?
Ehrenberger: Sicher vor dem Länderspiel gegen die Türkei. Für mich ist unerklärlich, dass einige bei ihrem Verein verletzt sind, dann kommen sie nach Wien und spielen im Team. Das wird es in Zukunft nicht mehr geben. Ich will keine Alibi-Kicker. Jeder wird Farbe bekennen müssen. Okay, sie verdienen im Team nicht so viel Geld, aber immerhin kann jeder seinen Marktwert heben. Eigentlich müsste ein jeder geil drauf sein, im Team spielen zu können.

ÖSTERREICH: Was passiert mit ÖFB-General Gigi Ludwig?
Ehrenberger: Er ist der einzige Insider im ÖFB. Ich tendiere dazu, ihn zum geschäftsführenden Manager zu machen. Für ihn würde sich ja nicht viel ändern, denn er war bisher auch der wahre Präsident.

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