"Chance groß wie nie"

"Spargeltarzan" Kampl heiß auf CL

Mit seinem Verbleib beim Double-Gewinner hat Kevin Kampl den Salzburg-Fans einen vorgezogenen Weihnachtswunsch erfüllt. Das kreative Herzstück der "Bullen" führt dafür gute Gründe an, die blendende Aussicht auf das Erreichen der Gruppenphase der Champions League ist einer davon. Der erste Schritt soll am Mittwoch (17.30 Uhr MESZ) in Baku gemacht werden.

Respekt, aber keine Angst
"Wir haben das große Ziel, in die Gruppenphase der Champions League einzuziehen. Da möchte ich ein Teil davon sein", erklärte Kampl wenige Tage vor dem Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde bei Karabach Agdam. "Die Chance ist so groß wie nie. Wir sind in einer super Verfassung", befand Kampl, warnte zugleich aber vor dem aserbaidschanischen Meister: "Wir werden sicher nichts geschenkt bekommen und müssen vor allem auswärts eine Topleistung abrufen."

Die Reise nach Baku ("Es soll eine schöne Stadt sein") ist für den 23-Jährigen eine Premiere, vom 31.000 Zuschauer fassenden Tofiq Bahramov-Stadion erwartet er sich einen "kleinen Hexenkessel". Respekt ja, Angst nein: "Ich denke, ihr Stil wird uns gelegen kommen, dass wir pressen können."

"Können die Besten ärgern"
An die Gruppenphase - man wäre auch in der vierten und letzten Qualirunde gesetzt - will Kampl noch nicht denken. "Beschäftigen können wir uns damit eigentlich noch nicht, wir müssen in der Realität leben", sagte er. Eines sei derzeit aber klar: "Unsere Spielart ist sicher so, dass wir die Besten Europas ein bisschen ärgern können."

Bestehendes verbessern
Der "optimale Saisonstart" mit drei Siegen in drei Pflichtspielen und dem beeindruckenden Torverhältnis von 21:2 zeigt, dass man auch unter Neo-Coach Adi Hütter am richtigen Weg ist. "Wir brauchen keine Änderungen und sollten unserer Linie treu bleiben. Und uns dabei immer weiter verbessern", meinte Kampl.

Deshalb blieb er in Salzburg
Für den slowenischen Teamspieler aus dem deutschen Solingen waren auch bei der Vertragsverlängerung bis 2019 nicht nur sportliche Fragen von Belang. Abgesehen von der konzerninternen Perspektive Leipzig ("Sicherlich habe ich noch fernere Ziele im Kopf") ist es nicht zuletzt die atmosphärische Komponente, die Kampl zum Bleiben bewogen hat. "Ich fühle mich hier pudelwohl", bestätigte der ehemalige Leverkusener.

Dazu gehöre nicht zuletzt das Verhältnis zum Trainer. "Ich hatte zu Roger (Schmidt) eine besondere Beziehung", erklärte Kampl, er schätzt aber auch dessen Nachfolger. "Er weiß, wie er mit den Spielern umzugehen hat und führt die Arbeit sehr gut fort." Generell gelte: "Es ist mir schon wichtig, dass die Chemie passt, aber um drei Uhr nachts bemuttert werden muss ich nicht."

Konkurrenz belebt das Geschäft
In seiner "Wohlfühlzone" gestört fühlt sich Kampl nach den Sommerverpflichtungen von Marcel Sabitzer, Massimo Bruno und Naby Keita auch durch den gesteigerten Konkurrenzkampf im offensiven Mittelfeld nicht. "Für mich ist das gar kein Problem. Ich finde es gut, dass wir uns verstärken, wir brauchen Leute, die nachrücken", erklärte er.

Kampl über sich selbst: "Bin ein Spargeltarzan"
Wohin sein Weg ihn in Zukunft auch führen mag, in Erinnerung wird Kampl dem Salzburger Anhang nicht zuletzt aus optischen Gründen bleiben. Sein Faible für ausgefallene Frisuren ist inzwischen legendär, zwischendurch lässt er auch die Muskeln spielen. Wenn er sich mit nacktem Oberkörper in die "Balotelli-Pose" wirft, steckt auch eine gesunde Portion Selbstironie dahinter: "Ich bin keine Kante, eher der Spargeltarzan."

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