Stronach läßt Austria weiter zappeln

Das große Zittern

Stronach läßt Austria weiter zappeln

Die Austria zittert. Denn bis Mitte Jänner will Geldgeber Frank Stronach das O.K. für sein Stadionprojekt in Rothneusiedl haben.

Das große Problem für die Violetten: Sie können nur intervenieren, aber den Prozess nicht beschleunigen und wirklich beeinflussen. Denn das Stadion inklusive Einkaufszentrum wird zwischen Stronach und der Gemeinde Wien ausverhandelt. Die Austria kann sich in der Rolle des interessierten Beobachters zurücklehnen. Nach dem langen Gerangel um die Gründe in Rothneusiedl zieht sich die Causa abermals in die Länge. Stronach gab der Gemeinde und damit auch der Austria eine Deadline: Mitte Jänner.

Deadline
Bekommt er nicht sein Stadion, dann wird er auch bei der Austria als Geldgeber aussteigen. Für die Veilchen wäre dies ein großer Aderlass, immerhin buttert Stronach über Magna sechs bis sieben Millionen Euro jährlich in den Verein – der Löwenanteil des Budgets.

Im Hintergrund gibt es jeden Tag unzählige Gerüchte, munkelt man, dass es nie zu einem Stadionbau kommen wird. Austria-Manager Markus Kraetschmer lässt sich auf Spekulationen gar nicht ein: „Man hört täglich so viele Versionen, dass man die gar nicht alle kommentieren kann. Dennoch sind wir guter Dinge und hoffen auf eine Lösung.“

Ausbau des Horr-Stadion
Parallel zu dem Stadion-Projekt in Rothneusiedl haben die Violetten von der Gemeinde Wien grünes Licht für den Ausbau des Horr-Stadions erhalten. Ein Indiz dafür, dass man im Rathaus nicht mehr mit Rothneusiedl rechnet? Im Februar gibt es die Bau­genehmigung, ab Anfang März startet die Renovierung in mehreren Stufen auf 11.000 Sitzplätze, womit man dann in Favoriten wieder Europacup-Spiele auch gegen stärkere Klubs sehen wird. Damit verhindert die Austria ein zwanghaftes Ausweichen ins teurere Happel-Stadion.

Der Ausbau der Osttribüne und die Schließung der Ecken beträgt rund neun Millionen Euro, ein Drittel davon soll die Austria übernehmen. Kraetschmer rechnet mit einer Umwegrentabilität in einigen Jahren.

Finanzloch
Dennoch schwebt ein Stronach-Ausstieg wie ein Damokles-Schwert über den Violetten, die schon seit einiger Zeit eifrig Gespräche mit potenziellen Sponsoren führen. Der Haken an der Sache: Bis dato konnte man keine verbindlichen Zusagen machen, da man nicht weiß, ob Stronach auch über den nächsten Sommer hinaus weiter an Bord bleibt oder nicht. Austria-Präsident Wolfgang Katzian spricht von Geldgebern in der Größenordnung von rund drei Millionen Euro, die schon Interesse zeigen. Doch wie so oft hängt die Austria (noch) von einem Mann ab: Frank Stronach.

Alex Strecha

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