2:1 - Rapid schafft Wunder von Moskau

Europa League

2:1 - Rapid schafft Wunder von Moskau

Rapid hat gegen Spartak Moskau am Donnerstag in der Europa League in letzter Sekunde gewonnen und damit nicht nur sich selbst, sondern auch die Fans und Trainer Didi K├╝hbauer positiv ├╝berrascht. Der Rekordmeister k├Ąmpfte beherzt und konnte mit einem furiosen Finish das Ergebnis noch drehen und die Russen besiegen.

F├╝r die krisengesch├╝ttelten Gr├╝n-Wei├čen war es ein echter Befreiungsschlag, wie der Riesen-Jubel in der Kabine direkt nach dem Schlusspfiff zeigt:

Rapid hat die T├╝r in die K.o.-Phase der Fu├čball-Europa-League weit aufgesto├čen. Die H├╝tteldorfer landeten am Donnerstagabend einen ├╝berraschenden 2:1-Ausw├Ąrtssieg bei Spartak Moskau und ├╝bernahmen vor├╝bergehend die Tabellenf├╝hrung in Gruppe G. Sp├Ąte Tore von Mert M├╝ld├╝r (80.) und Philipp Schobesberger (91.) drehten die Partie. Spartak war durch Ze Luis vor der Pause in F├╝hrung gegangen (20.).

Die in der Liga in eine Krise gerutschten Wiener spielen nun am 13. Dezember zu Hause gegen die Glasgow Rangers um den Einzug ins Sechzehntelfinale. Sie haben es in der eigenen Hand, zum zweiten Mal nach der Saison 2015/16 in der Europa League zu ├╝berwintern.

Dabei war Rapid bei zw├Âlf Grad unter Null in Moskau ersatzgeschw├Ącht angetreten. Als f├╝nfter Akteur gesellte sich der erneut erkrankte Innenverteidiger Mario Sonnleitner auf die Ausfallsliste. Dazu setzte Trainer Dietmar K├╝hbauer drei Tage vor dem wichtigen Ligaheimspiel gegen Wacker Innsbruck neben Fl├╝gelspieler Schobesberger auch Kapit├Ąn Stefan Schwab auf die Ersatzbank. An seiner Stelle begann Manuel Martic.

 

Spartak n├╝tzt Rapid-Fehler zum 1:0

Spartaks Neo-Coach Oleg Kononow bot vor 20.739 Zuschauern in der Otkritije Arena seine bestm├Âgliche Mannschaft auf. Lorenzo Melgarejo setzte den ersten Warnschuss nach einem Fehler von Rapid-Verteidiger Mateo Barac knapp daneben (10.). Dabei hatte Rapid in der Anfangsphase sogar etwas mehr Spielanteile. Ein Freisto├č-Roller von Martic ging neben das Tor (12.), Boli Bolingoli schoss aus der Drehung knapp dr├╝ber (18.).

Die Moskauer lauerten prim├Ąr auf Fehler von Rapid - n├╝tzte aber auch gleich den zweiten. Nachdem Innenverteidiger Maximilian Hofmann im falschen Moment nach vor attackiert hatte, entwischte Ze Luis der gr├╝n-wei├čen Defensive und schoss ein. Auf der Gegenseite fiel ein Schuss des seit 2. September torlosen Mittelst├╝rmers Deni Alar zu harmlos aus (22.), ein Versuch von Christoph Knasm├╝llner verfehlte sein Ziel (26.).

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K├╝hbauer ermutigte st├Ąndig sein Team

Nach Seitenwechsel rettete Barac bei einem Schuss von Sofiane Hanni knapp vor der Linie (53.). Alar schoss aus guter Position genau in die H├Ąnde von Rebrow (63.). F├╝r Aufregung sorgte Mitte der zweiten H├Ąlfte ein Flitzer, der den bei den Spartak-Fans ob seiner Vergangenheit beim Stadtrivalen Lok Moskau ├Ąu├čerst unbeliebten Kapit├Ąn Denis Gluschakow t├Ątlich attackierte.

Joker brachten Wiener auf Siegerstra├če

Bei Rapid ging mit der Hereinnahme von Schwab und Schobesberger noch einmal ein kleiner Ruck durch die Mannschaft. Abschl├╝sse von Veton Berisha (69.) und Schwab (77.) fielen noch zu zentral aus, ehe M├╝ld├╝r nach einem Corner von Schobesberger per Kopf v├Âllig freistehend zuschlug. Es kam noch besser f├╝r Rapid: Schwab setzte mit einem Traumpass den aus abseitsverd├Ąchtiger Position gestarteten Schobesberger auf die Reise, der den Ball an Rebrow vorbeispitzelte.

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"Schobi" avancierte zum Matchwinner

Russland bleibt damit ein guter Boden f├╝r Rapid. Die H├╝tteldorfer haben dort noch kein einziges Spiel verloren. In insgesamt 16 Duellen mit russischen bzw. sowjetischen Teams setzte es erst eine einzige Niederlage - 2004 zu Hause gegen Rubin Kasan (0:2). Das Heimspiel gegen Spartak hatten die Gr├╝n-Wei├čen im September mit 2:0 f├╝r sich entschieden. In Moskau beendeten die H├╝tteldorfer zwei Durststrecken: Vier Pflichtspiele war das K├╝hbauer-Team zuletzt sieglos, dazu waren alle vier bisherigen Europacup-Ausw├Ąrtsspiele in dieser Saison verloren gegangen. Bei der siebenten Teilnahme an der Europa-League-Gruppenphase k├Ânnte nun zum zweiten Mal der Aufstieg gelingen.

Stimmen zum Spiel

Dietmar K├╝hbauer (Rapid-Trainer): "Nat├╝rlich bin ich heute sehr, sehr zufrieden mit dem Spiel und noch mehr mit dem Sieg - der absolut verdient war, auch wenn das Tor erst in der Nachspielzeit gefallen ist. Wir waren die aktivere Mannschaft, haben mehr f├╝rs Spiel getan. Dass wir uns schlussendlich belohnt haben, ist umso sch├Âner. Die Mannschaft hat eine geschlossen starke Leistung erbracht. Sie hat daran geglaubt und das hat man drau├čen auf der Bank gesp├╝rt."

Mert M├╝ld├╝r (Rapid-Torsch├╝tze): "Wir wussten, dass wir spielerisch mindestens so gut wie Spartak sein w├╝rden. Wir haben das Spiel dominiert und waren vor dem Tor eiskalt. Aber wir d├╝rfen nicht zu viel feiern, wir haben schon am Sonntag das n├Ąchste schwierige Spiel."

Philipp Schobesberger (Rapid-Torsch├╝tze): "Es kann nicht viel besser laufen. Ich hatte von drau├čen nicht das Gef├╝hl, dass sie ├╝berlegen waren. Schwabi (Stefan Schwab, Anm.) hat mir in der Pause noch gesagt, dass er mich in die Tiefe schickt. Das hat super geklappt."

Oleg Kononow (Spartak-Trainer): "Es gibt keinen gro├čen Unterschied zwischen der ├Âsterreichischen und der russischen Liga. Rapid hat ein sehr gutes Match gespielt. Es ist kein Zufall, dass sie am Ende zwei Tore geschossen haben. Wir k├Ânnen nat├╝rlich nicht zufrieden sein. Wir hatten den Vorteil des 1:0 zur Pause, bekamen dann zwei Gegentore - das ist sehr schlecht f├╝r uns. Wir haben viele Passfehler begangen und falsch gepresst. Wir haben es nicht geschafft, uns genug Chancen herauszuspielen. So eine Situation darf zuk├╝nftig nicht mehr vorkommen."

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