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Europa League

4:0 - WAC feiert Sensation gegen Gladbach

Der WAC gewinnt sensationell mit 4:0 bei Gladbach und fügt den von Marco Rose trainierten Deutschen eine schwere Blamage zu!  Die Kärntner dürfen den ersten Europa-League-Auftritt damit als Mega-Highlight in die Club-Geschichte eintragen. Die Wolfsberger setzten sich mit dem Sensationssieg an die Gruppen-Spitze. Es war der höchste Sieg einer österreichischen Mannschaft gegen eine deutsche im Europacup überhaupt.

Shon Weissman (13.), Mario Leitgeb (31.) und Marcel Ritzmaier (41.) trafen vor knapp 35.000 Zuschauern schon vor der Pause für die Gäste, Leitgeb (68.) setzte danach noch einen Treffer drauf. Die aktuell in Hochform spielende Elf von Trainer Gerhard Struber überzeugte im Borussia-Park mit gewohnten Tugenden. Für den ehemaligen Salzburger Erfolgscoach Marco Rose und Stefan Lainer endete das Wiedersehen mit den Wolfsbergern indes mit Pfiffen von den Rängen. Weiter geht es für den WAC in der Europa League am 3. Oktober in Graz gegen die AS Roma. Die Italiener siegte gegen Basaksehir mit 4:0.

WAC bissig wie die Wölfe

Wie "Wölfe spielen" wollte Struber auch beim haushohen Favoriten und damit eine Überraschung erzwingen. Sein Team hielt sich vollends an die Vorgabe und präsentierte sich von Beginn an unerschrocken. Die Gladbacher wurden früh im Spielaufbau gestört, Räume bot man der Rose-Elf in der eigenen Hälfte nur wenige. Und der WAC wusste sich für seine Anstrengungen auch zu belohnen.

Die Kärntner begannen gleich von Beginn weg engagiert und ohne Furcht. Dies wurde gleich in Minute 13 belohnt als Weissman nach starker Vorarbeit von Schmid zur Führung traf. Für den 23-jährigen Israeli war es der elfte Treffer im neunten Pflichtspiel dieser Saison. Im Anschluss wurden die Gladbacher dann zwar bestimmender, Torchancen konnten sie daraus allerdings keine kreieren.

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WAC überrumpelte Gladbach gnadenlos

Der Siebente der deutschen Bundesliga antwortete mit mehr Nachdruck im Aufbauspiel. Die Borussia hatte deutlich mehr Ballbesitz, die kompakt stehenden Wolfsberger offenbarten jedoch keine Lücken. Sie vermochten über eine Standardsituation nachzulegen. Leitgeb stand nach einem weiten Liendl-Freistoß völlig unbedrängt und köpfelte souverän ein. Die Wolfsberger Fan-Schar auf den Rängen konnte ihr Glück kaum fassen. Es sollte aber noch besser kommen.

Kärntner kompakt und top eingestellt

Nachdem Gladbach nach einem Antritt von Neuhaus die erste wirklich Chance vorgefunden hatte, schlug der WAC zum dritten Mal zu. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld stand die Borussia-Abwehr unsortiert, Ritzmaier setzte gegen den Schweizer Teamtorhüter Yann Sommer im zweiten Versuch erfolgreich nach. Der WAC überzeugte also nicht nur mit einem gewohnt kampfbetonten Auftritt, sondern auch mit Effizienz. Aus fünf Schüssen aufs Gladbacher Tor resultierten drei Treffer. Die Deutschen produzierten indes bis zur Pause keinen einzigen Abschluss aufs WAC-Gehäuse.

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Lainer kassierte bittere Pleite

Rose brachte nach Seitenwechsel mit dem Schweizer Breel Embolo eine zunächst geschonte Stammkraft. Der WAC wartete ab, ließ die Gladbacher kommen und lauerte weiter. Bei Standardsituationen vermochten die Kärntner weiter Gefahr auszustrahlen. Gefahr wäre wohl nur aufgekommen, hätte Alassane Plea nach einer Stunde für Gladbach verkürzt. Der Angreifer schoss den Ball aus elf Metern aber genau auf Torhüter Alexander Kofler und vergab so Gladbachs Chance auf ein Comeback.

So stand Leitgeb nach einem Eckball erneut goldrichtig und schnürte damit seinen Kopfball-Doppelpack. Viele Borussia-Fans verließen danach das Stadion. 4:0 hatte noch kein Team aus Österreich gegen eines aus Deutschland gesiegt. Bisher gab es nur zwei 3:0-Erfolge, jeweils durch Rapid 1997/98 gegen 1860 München sowie 2009/10 gegen den HSV.

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Gladbach-Coach Rose war fassungslos

Stimmen zum Spiel (via Puls 4)

Gerhard Struber (WAC-Trainer): "Wenn man gegen so einen Spitzenverein aus so einer Kategorie spielt und dann auswärts 4:0 gewinnt mit dieser Art und Weise; wenn die Jungs das so umsetzen, wie wir es uns vorgenommen haben - dann macht das schon sehr stolz. Das Drehbuch ist von Beginn an so gelaufen wie wir uns das vorgestellt haben. Man kann in der Theorie über vieles sprechen, aber das mit Substanz und Leben zu füllen, das haben die Jungs ausgezeichnet erledigt."

Michael Liendl (WAC-Mittelfeldspieler): "Das ist eine magische Nacht heute gewesen. Was wir veranstaltet haben war Extraklasse. Wenn du 4:0 gewinnst, kann man nicht sagen, dass wir etwas nicht umgesetzt haben. Wir haben ein perfektes Spiel gemacht. Wir wissen, dass wir mittlerweile jeden schlagen können. Das ist einfach Qualität. Wir haben heute sicher ein Ausrufezeichen in Europa gesetzt."

Mario Leitgeb (WAC-Doppeltorschütze): "Es ist mein erstes Europacup-Match und dann gewinnst du 4:0, das ist unglaublich. Wir wussten schon, dass wir Fußball spielen können und sie uns unterschätzen. Aber dass das so aufgeht... Mit wie viel Herz und Leidenschaft, wie wir hier Fußball gespielt haben, ist unglaublich."

Marcel Ritzmaier (WAC-Torschütze): "Wir haben uns viel vorgenommen, es ist nicht leicht, hier zu spielen. Aber es war eine unglaubliche Teamleistung und ein verdienter Sieg. Respekt war da, aber wir wussten, dass wir in den letzten Wochen gute Leistungen gezeigt haben."

Max Eberl (Gladbach-Sportdirektor): "Das war ein gebrauchter Tag. Ich habe mich eigentlich auf das Spiel gefreut, aber wir sind ganz böse erwacht. Wir haben gedacht, wir spielen sie auseinander. Wir haben nicht nur verloren, sondern richtig verloren. Daraus sollten wir die Schlüsse ziehen."

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