07. November 2018 20:45
Europa League
Rapid erkämpft sich Remis gegen Villarreal
Rapid holt ein verdientes 0:0 gegen Villarreal und zeigt dabei eine tolle Leistung.
Rapid erkämpft sich Remis gegen Villarreal
© oe24

Rapid hat sich zwei Wochen nach dem 0:5-Debakel in Villarreal deutlich verbessert in der Europa League präsentiert. Die Hütteldorfer erreichten am Mittwochabend vor 22.100 Zuschauern gegen den ungeschlagenen Gruppe-G-Tabellenführer aus Spanien ein torloses Remis. Aufgrund einer klaren Steigerung nach der Pause wäre aber sogar ein Heimsieg möglich gewesen.

Im Parallelspiel feierte Spartak Moskau einen spektakulären 4:3-Heimerfolg über die Glasgow Rangers und ist nun punktegleich mit den Schotten (jeweils 5). Rapid fehlen nun als Letztem weiter nur zwei Zähler auf Villarreal und hat damit den Aufstieg weiter in eigener Hand. In zwei Wochen gastieren die Grün-Weißen in Moskau, ehe es zum Abschluss Mitte Dezember zu Hause gegen die Rangers geht.


Attraktives Spiel endet torlos

Villarreals Startelf war im Vergleich zum 5:0-Triumph vor zwei Wochen nicht wiederzuerkennen, da nur vier Mann von damals von Beginn an spielten. Bei Rapid gab es dagegen nur drei Veränderungen, wobei eine - Andrei Ivan am linken Flügel anstelle von Linksverteidiger Boli Bolingoli - auch der Systemumstellung von 5-4-1 auf 4-2-3-1 geschuldet war. In der Innenverteidigung ersetzte Christopher Dibon Eigentorschütze Mateo Barac, im Sturm erhielt Andrija Pavlovic den Vorzug gegenüber Deni Alar.

Rapid gab zwar durch Ivan den ersten Warnschuss ab (11./zu zentral), anschließend waren aber die Gäste am Drücker. Zunächst brach Alfonso Pedraza auf der linke Seite durch, sein Abschluss wurde von Mario Sonnleitner hoch über die Latte gelenkt (15.). Gleich anschließend war Schlussmann Richard Strebinger erstmals gefordert, als er einen 20-m-Weitschuss von Santiago Caseres mit einer Glanzparade in den Corner abwehrte (15.).

Rapid mit starker zweiter Halbzeit

Auch im Eins-gegen-Eins-Duell mit Nicola Sansone reagierte der ÖFB-Ersatztormann blitzschnell und richtig (20.). Und noch ein drittes Mal musste Rapids Nummer eins in der ersten Hälfte eingreifen, wobei Daniel Raba bei seinem Abschluss ausgerechnet von Mitspieler Sansone behindert wurde (24.). Auf der Gegenseite scheiterte Veton Berisha an Goalie Andres Fernandez (33.).

Nach der Pause kam Rapid besser ins Spiel und hätte beinahe über das 1:0 jubeln dürfen. Doch ein Schuss von Pavlovic zischte nach Pass von Berisha nur um Zentimeter am langen Eck vorbei (53.). Pavlovic sorgte wenig später neuerlich für Gefahr, scheiterte aber an Fernandez (57.). Vor allem im Konter setzten die Hütteldorfer immer wieder Nadelstiche, so auch vor einem Schuss von Berisha, der gerade noch geblockt wurde (67.).


Kühbauer dirigierte sein Team

Doch auch Villarreal war weiter gefährlich, etwa als "Joker" Karl Toko Ekambi den Schuss eines Mitspielers noch mit der Fußspitze erwischte (70./drüber). Im Finish ging es dann mit offenem Visier hin und her, wobei beide Mannschaften dicke Chancen vorfanden. Nach Berisha-Flanke schlug ein Ivan-Kopfball neben dem Tor ein (89.). Im Gegenzug verfehlte ein Schuss von Santi Cazorla sein Ziel nur knapp (90.). Und tief in der Nachspielzeit rettete Marvin Potzmann für Rapid auf der Linie den Punkt (94.).

Stimmen zum Spiel

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): "Es waren zwei verschiedene Halbzeiten. In der ersten Halbzeit hatten wir noch zu viel Respekt, da hat uns 'Strebi' (Tormann Richard Strebinger, Anm.) mit zwei Paraden im Spiel gehalten. Mit Anpfiff zur zweiten Halbzeit hat sich die Einstellung bei uns komplett geändert, wir haben mutiger gespielt. Es war ein hin und her, ein 0:0 der besseren Sorte. Lob an die Mannschaft, dass sie zwei Wochen nach dem 0:5 Villarreal an den Rand einer Niederlage gebracht hat."

Javier Calleja (Villarreal-Trainer): "Das 0:0 ist ein positives Resultat für uns, wir fahren mit einem Punkt heim und sind weiter Tabellenführer. Jeder Mannschaft hat eine Hälfte gehört, es war ein ausgeglichenes Spiel. Im Vergleich zum Hinspiel hat Rapid einen Gang zugelegt. Sie haben eben zuhause gespielt, vor ihrem Publikum. Sie sind viel aggressiver aufgetreten als im ersten Spiel."