Salzburg-Coach Rose:

Nach 0:3-Pleite droht das Aus

Salzburg-Coach Rose: "Das fühlt sich beschissen an"

Red Bull Salzburg steht in der Europa League vor dem Aus. Der Halbfinalist der Vorsaison kassierte im Achtelfinal-Hinspiel bei der SSC Napoli am Donnerstagabend ein 0:3 (0:2) und muss nun auf ein "Fußball-Wunder" hoffen. Napoli darf dem Rückspiel am kommenden Donnerstag in der mit 29.520 Zuschauer bereits ausverkauften Arena in Wals-Siezenheim beruhigt entgegenblicken.

Salzburg-Trainer Roses erste Reaktion auf die bittere Niederlage: "Das fühlt sich beschissen an, ist doch logisch."

"Es ist extrem bitter. Ich hatte schon das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre. Es ist kein gutes Ergebnis in Summe. Auf diesem Niveau muss man in jeder Minute um das Gefühl kämpfen, im Spiel zu sein. Wir haben sehr gut angefangen. Dann bekommen wir das Gegentor, das löst etwas aus. Dann hatten wir schwierige Phasen. Es hat die Überzeugung gefehlt", so Rose weiter. 
 
"Für die zweite Halbzeit haben wir uns viel vorgenommen. Es war dann ein offener Schlagabtausch. Es kann noch höher ausgehen, aber wir könnten auch drei Tore machen mit den Chancen. In unserer vollen Arena, schauen wir, ob wir Napoli noch einmal fordern können."

Geringe Chance auf Aufstieg

Die Chance auf eine Wende scheint nun gering. Napoli präsentierte sich als der erwartet harte Brocken. Dabei begannen die Salzburger, bei denen Patson Daka den Vorzug vor dem wieder fitten Gulbrandsen bekam, im altehrwürdigen Stadion San Paolo forsch und versuchten, den Favoriten zu ärgern. Hannes Wolf und Co. attackierten früh, der Steirer prüfte Napolis Schlussmann Alex Meret in der 5. Minute. Dem Elan der Offensive standen jedoch Unkonzentriertheiten in der Defensive gegenüber.
 
Andre Ramalho leistete sich den ersten Fauxpas und ermöglichte Ruiz die erste Möglichkeit der Hausherren (8.). Kurz darauf nutzte Italiens Nummer zwei hinter Juventus Turin einen Stellungsfehler der Gäste aus. Der für den geschonten Lorenzo Insigne aufgebotene Dries Mertens fand Milik per Lochpass und der Pole agierte vor Alexander Walke eiskalt. Die Neapolitaner waren im Spiel, agierten ebenfalls mit frühem Pressing und hatten im Mittelfeld Vorteile. Das 2:0 war nicht unverdient, Ruiz traf nach Vorlage seines spanischen Landsmanns Jose Callejon von der Strafraumgrenze volley.

Rose schleuderte Jacke zu Boden

Rose war ob der Vorstellung seines Teams erbost und schleuderte seine Jacke zu Boden. Salzburg fand in dieser Phase überhaupt nicht ins Spiel, das vermeintliche 1:1 durch Daka wurde wegen einer Abseitsstellung zurecht aberkannt (16.). Napoli drosselte mit der Führung im Rücken das Tempo und konnte sich auf Abwehrhüne Kalidou Koulibaly verlassen. Zlatko Junuzovic suchte bei seinem Comeback noch einen Abschluss aus großer Distanz (40.), dann war Pause.
 
Spielhälfte zwei begann wie die erste. Munas Dabbur scheiterte zwei Minuten nach Wiederanpfiff mit der bis dahin besten Chance der Gäste an der Fußabwehr von Meret. Der Israeli hatte es insgesamt schwer, sich in Szene zu setzen. Napoli blieb durch die Klasse seiner Vorderleute gefährlich. Mertens startete nach einer Kopfballvorlage von Milik alleine Richtung Walke, der Deutsche drehte den Schuss aber über die Latte. Fünf Minuten später war Napolis dritter Treffer Realität: Eine Flanke von Mario Rui beförderte Onguene ins eigene Tor.
 
Salzburg hatte noch eine halbe Stunde, um ein Auswärtstor zu erzielen. Napoli war seinem vierten bei Chancen von Callejon und Milik aber phasenweise näher. Alleine der nach dem 0:3 ins Spiel gekommene Gulbrandsen hätte die Ausgangslage der Salzburger dennoch deutlich verbessern können. Ein Schuss des Stürmers streifte die Außenstange (71.), nach seiner Riesenchance in der 82. Minute fand er außerdem in der Nachspielzeit mit einem Flachschuss noch im starken Meret seinen Meister (91.).

Ancelotti: "Es war nicht leicht"

"Es war schon gut, es war nicht leicht. Am Ende hat Salzburg viel Druck gemacht, sie hätten auch ein Tor erzielen können. Da hatten wir Glück. Es war aber nur die erste Hälfte, es gibt noch ein Rückspiel. Ein 3:0 reicht nicht, wir müssen noch einmal alles geben."
 
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