Austria schlägt Rapid mit 2:1

Wiener Derby

Austria schlägt Rapid mit 2:1

FK Austria Wien - SK Rapid Wien Endstand 2:1 (1:1)
Wien, Generali Arena, 11.000 Zuschauer, SR Drachta.
Torfolge: 0:1 (17.) S. Hofmann, 1:1 (45.+4) Rotpuller, 2:1 (84.) Sikov

Die Austria hat im 312. großen Wiener Fußball-Derby einen Schritt aus der Krise getan. Trotz frühen Rückstands setzten sich die Violetten im Prestigeduell mit Rapid mit 2:1 (1:1) durch und holten damit den zweiten Sieg im Frühjahr. Auf Austria-Coach Gerald Baumgartner könnte dennoch ein unangenehmer Wochenstart warten. Am Montag tagt der Club-Aufsichtsrat, seine Zukunft steht dabei zur Diskussion.

Rapid verpasste trotz des Führungstreffers von Kapitän Steffen Hofmann (17.) die Chance, Tabellenführer Salzburg bis auf sechs Punkte näher zu rücken. Austrias Innenverteidiger Lukas Rotpuller (45.+4) und Vance Sikov (84.) drehte die Partie mit ihren ersten Liga-Toren jeweils nach Freistößen. Die sechstplatzierte Austria agierte im Finish nach einer Gelb-Roten Karte für Christian Ramsebner (72.) nur noch zu zehnt.

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Der erste Derby-Heimerfolg für die Austria nach vier erfolglosen Versuchen war ob der zweiten Spielhälfte verdient. Während Rapid in den zweiten 45 Minuten zu passiv agierte, wollte der Erzrivale den Sieg selbst in Unterzahl sichtlich mehr. Als die erstmals seit sieben Matches unterlegenen Gäste im Finish aufwachten, vergab Thanos Petsos in der Nachspielzeit mit einem Lattentreffer noch die Chance auf den Ausgleich.

Die Stimmungslage der beiden Teams vor der Partie hatte sich in der mit 11.000 Zuschauern gefüllten Generali Arena schnell offenbart. Rapid agierte vor leerer Auswärtstribüne stabiler als der Stadtrivale. Bei der Austria war die Verunsicherung in jeder Aktion spürbar. Die Favoritner agierten nervös, gelungene Kombinationen blieben aus. Auch die Stimmung auf den Rängen passte sich dem Auftritt der Heimischen an.

Baumgartner hatte nach dem 1:2 in Graz umgestellt. David de Paula stand erstmals im neuen Jahr in der Start-Elf, Ramsebner agierte aufgrund der Verletzungen von Fabian Koch und Jens Stryger Larsen rechts außen. Im Angriff erhielt Alexander Gorgon den Vorzug gegenüber Philipp Zulechner. Bei Rapid kehrten der beim 1:0 gegen Altach gesperrt gewesene Torjäger Robert Beric zurück, auch Steffen Hofmann oder Florian Kainz waren wieder dabei.

Nach einer Viertelstunde zeigte sich die Unform der Austria mit Folgen. Tarkan Serbest agierte vor dem eigenen Strafraum zu leichtfertig, der nachsetzende Hofmann zirkelte den Ball in seinem 450. Pflichtspiel für Rapid ins lange Eck (17.). Louis Schaub hätte acht Minuten später nachsetzen können, bei der in dieser Phase schwer angeschlagenen Austria kam bereits nach 27 Minuten Raphael Holzhauser für den verunsicherten Serbest.

Der neue Mann bemühte sich, mehr System ins Austria-Spiel zu bekommen. Holzhauser forderte die Bälle und strahlte auch Selbstvertrauen aus. Nach seinem Eckball tauchte Gorgon plötzlich gefährlich vor Jan Novota auf, der Rapid-Schlussmann war aber auf dem Posten (32.). Zu sehen bekamen die Zuschauer auch violette Emotionen bei einem Schreiduell zwischen Austria-Keeper Heinz Lindner und seinem Vordermann Rotpuller.

Letzter bescherte der Austria tief in der Nachspielzeit mitten in "Baumgartner raus"-Rufe den Ausgleich. Rapids Abwehrchef Mario Sonnleitner prüfte nach einem Holzhauser-Freistoß unfreiwillig Novota, Rotpuller war per Abstauber zur Stelle. Für den Innenverteidiger war es sein erstes Ligator.

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Das Erfolgserlebnis beflügelte die Austria auch nach Seitenwechsel. Weiter war es Holzhauser, der Akzente setzte: Einen Fernschuss des Ex-Stuttgarters drehte Novota über die Latte (68.). Die Violetten schwächten sich jedoch kurz darauf selbst. Der bereits verwarnte Ramsebner musste nach einem Foul am eingewechselten Philipp Schobesberger zurecht mit Gelb-Rot in die Kabine.

Schobesberger hatte danach den Matchball für Rapid am Fuß. Nach glänzender Vorarbeit von Kainz schoss der Flügelspieler aus elf Metern über das Tor (74.). Dies sollte sich rächen. Erneut nach Freistoß von Holzhauser war Sikov ebenfalls mit seinem Premierentor in der Bundesliga zur Stelle (84.). Nach Schlusspfiff herrschte dann kollektiver Jubel in violett. Für Baumgartner könnte das Nachspiel abseits des Rasens aber noch schwer werden. Am Montagabend tagt der Aufsichtsrat der Austria, bei dem Sportdirektor Franz Wohlfahrt seine Beobachtungen präsentieren will.

Austria: Lindner - Ramsebner, Sikov, Rotpuller, Suttner - Serbest (28. Holzhauser), Holland - De Paula, Grünwald, Meilinger (88. Stronati) - Gorgon (52. Zulechner)
Rapid: Novota - Pavelic, Sonnleitner, M. Hofmann, Schrammel - Petsos, Schwab (73. Alar) - Schaub (60. Schobesberger), S. Hofmann (67. Wydra), F. Kainz - Beric

   Gelb-Rote Karte: Ramsebner (72./wiederholtes Foulspiel)

   Gelbe Karten: Holland bzw. Schwab, Petsos, Pavelic, M. Hofmann

   Die Besten: Holzhauser, Rotpuller bzw. Novota, S. Hofmann

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