23. April 2019 20:50
Bundesliga
4:2 - Rapid siegt bei Torspektakel
27. Runde in der Quali-Gruppe bringt Siege für Rapid, Altach und Mattersburg.
4:2 - Rapid siegt bei Torspektakel
© oe24

Rapid gewinnt nach einer grottenschlechten ersten Halbzeit doch noch mit 4:2 gegen Hartberg und führt damit weiter die Quali-Gruppe der Bundesliga an. In der 5. Runde der Qualifikationsgruppe wurde damit der vierte Sieg eingefahren. Am Dienstag setzten sich die Wiener dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälften beim Vorletzten Hartberg durch. Weil auch Verfolger Mattersburg gewann, blieb der Vorsprung der Grün-Weißen auf die Burgenländer konstant bei drei Punkten.

Die Burgenländer siegten auswärts bei der Admira mit 2:0. Im Tabellenkeller geht es weiter knapp zu. Wacker Innsbruck kassierte gegen Altach eine 0:4-Klatsche und liegt zwei Punkte hinter Hartberg.

Aufgrund von zwei Torhüter-Patzern stand es in der Oststeiermark nach verregneten 45 Minuten 1:1, wobei die Heimmannschaft ein klares Übergewicht bei den Chancen und Rapid bis zum Pausenpfiff keinen Schuss auf das Tor abgegeben hatte. Das besorgte nach Wiederbeginn Thomas Murg, der mit der ersten Gelegenheit die neuerliche Rapid-Führung herstellte und das 3:1 durch Boli Bolingoli nach 60 Minuten mustergültig servierte.

Tormann-Patzer und Traumtore

Andrija Pavlovic (75.) setzte noch einen sehenswerten Heber drauf, das erste Bundesliga-Tor von David Cancola (82.) war nur noch Ergebniskosmetik. Rapid schaffte damit im dritten Bundesliga-Duell in dieser Saison mit Hartberg den ersten Sieg. Im ÖFB-Cup-Viertelfinale hatte sich die Mannschaft von Trainer Dietmar Kühbauer im Februar klar mit 5:2 durchgesetzt.

Die Partie in der Profertil Arena begann praktisch mit einem Defensiv-Blackout der Rapid-Elf. Schon nach 40 Sekunden schoss Kresimir Kovacevic nach einer Soloflucht auf das Tor von Richard Strebinger, der aber wenig Mühe damit hatte. Ein fataler Fehler unterlief beim ersten Gäste-Eckball in der 14. Minute auch Rene Swete, der sich den Ball ins eigene Tor faustete. Mitspieler Michael Blauensteiner könnte den Goalie leicht irritiert haben, das war nicht klar ersichtlich.

Hartberg steckte den Schock aber sofort weg und spielte beherzt nach vorne. Das ergab eine Corner-Serie und eine Möglichkeit von Rajko Rep (17.), bei dessen Abschluss im Strafraum Strebinger mit dem Fuß gut reagierte. Weniger gut machte es der Rapid-Torhüter in der 28. Minute bei einem Freistoß von Rep aus großer Distanz: Der Ball sprang auf dem feuchten Boden zweimal auf, ging zentral auf den richtig postierten Strebinger, der den Schuss ins eigene Tor ablenkte.

Rapid dreht in Hälfte zwei auf

Hartberg hatte in der ersten Spielhälfte noch weitere gute Aktionen in der Offensive. Ein Vorstoß über die linke Seite von Kapitän Siegfried Rasswalder blieb in der 40. Minute unbelohnt. Bei einem Ballverlust von Bolingoli in der Nachspielzeit wollte Rep Strebinger überheben, der das jedoch schnell überrissen hatte.

Nach Doppelpass mit Stephan Auer schloss Murg die erste zielstrebige Aktion der Hütteldorfer nach der Pause mustergültig ab. Mit links netzte der Steirer aus spitzem Winkel durch die Beine von Swete ein. Der Offensivspieler unterstrich seine aktuell starke Form auch in der 62. Minute mit der Flanke auf Bolingoli, der sich in den Hartberg-Strafraum geschlichen hatte. Bei seinem Kopfball aus kurzer Distanz hatte Swete keine Chance.

Pavlovic machte mit einem Traumtor endgültig alles klar. Die Schlussoffensive der Steirer nach dem Cancola-Treffer blieb letztlich fruchtlos. Nach der fünften Niederlage in Folge steht Hartberg aber weiter auf dem fünften Platz im Quali-Tableau, da auch der Sechste Wacker Innsbruck verlor.

Lesen Sie auf Seite 2: Mattersburg nach 2:0 gegen Admira weiter auf Rang zwei

Lesen Sie auf Seite 3: Altach verschärfte mit 4:0-Erfolg Wackers Abstiegssorgen

 

Der SV Mattersburg hat in der Qualifikationsrunde der Fußball-Bundesliga mit einem Auswärtssieg Platz zwei verteidigt. Die Burgenländer besiegten am Dienstag die Admira mit 2:0 (0:0) und liegen damit weiter drei Punkte vor Verfolger Altach. Rang zwei könnte für ein Play-off-Ticket um einen Europacup-Startplatz reichen.

In einem Match mit vielen hochklassigen Chancen benötigte Mattersburg einen Elfmeter für die hoch verdiente Führung. Nach Foul von Emanuel Aiwu an Rene Renner verwertete Torjäger Martin Pusic den Strafstoß souverän zu seinem achten Saisontreffer (50.). Im Finish fixierte der starke Renner den Sieg (81.). Vor dem Retourmatch am Samstag im eigenen Stadion liegt der SVM damit sechs Zähler vor der Admira, die erst die zweite Frühjahrsniederlage kassierte.

Admira bemüht - M'Burg effizient

Nur 1.600 Fans (Saisonminusrekord eingestellt) in der Südstadt erlebten eine torlose erste Halbzeit, die allerdings viele Torszenen bot. Mattersburg war die spielbestimmende Mannschaft mit einem Übergewicht auch bei den Chancen, konnte aber aus einem halben Dutzend guter Möglichkeiten kein Kapital schlagen. Philipp Erhardt (3.), Thorsten Mahrer (3.), Renner (38.) und Pusic (42. und 45.+1) vergaben hochwertige Gelegenheiten.

Die Admira, gegenüber dem 2:1-Sieg am Samstag gegen Hartberg unverändert, also weiter ohne den noch nicht fitten Abwehrchef Christoph Schösswendter, war nur selten gefährlich. Der im Frühjahr schon fünffache Torschütze Sasa Kalajdzic scheiterte zweimal in aussichtsreicher Position (6., 41.).

Nach dem Wechsel legten die Gäste gleich wieder los. Nach einem Konter traf Pusic aus kurzer Distanz nur die Latte (49.), Renner setzte nach und wurde von Aiwu knapp innerhalb des Strafraums gefoult. Diesmal traf Pusic genau. Auf der Gegenseite war es wieder der 21-jährige Kalajdzic, der für Gefahr sorgte, aber nur an die Latte köpfelte (52.). Doch wirklich in Bedrängnis kam Mattersburg nicht. In der 81. Minute machte Renner nach einem Einwurf und einer Kopfball-Verlängerung von Marko Kvasina alles klar.

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 SCR Altach hat sich am Dienstag mit einem 4:0-Erfolg im Bundesliga-Westderby bei Wacker Innsbruck neuerlich Luft verschafft und die Abstiegssorgen des Schlusslichts aus Tirol verschärft. Den unter Neo-Trainer Alex Pastoor weiter ungeschlagenen Vorarlbergern reichten zwölf Minuten in der zweiten Hälfte für vier Tore. Zur Halbzeit der Qualifikationsgruppe trennen Altach und den Letzten neun Punkte.

Stefan Nutz (63.), Christian Gebauer (68.), Samuel Oum Gouet (70.) und Mergim Berisha (75.) sorgten für den dritten Sieg im fünften Spiel unter Pastoor. Die Tiroler, die zwei Punkte hinter Hartberg (2:4 gegen Rapid) liegen, standen trotz klarer Überlegenheit in Hälfte eins am Ende zum vierten Mal in Folge ohne Zählbares da.

Wacker-Trainer Thomas Grumser musste auf den verletzten Cheikou Dieng verzichten und ließ in der "englischen Woche" auch Torjäger Zlatko Dedic zunächst auf der Bank. An deren Stelle stürmten etwa Muhammed Kiprit und Alexander Gründler. Pastoor vertraute der Elf, die beim Schlusspfiff gegen Rapid (2:2) auf dem Rasen gestanden hatte.

Die Partie begann mit zehnminütiger Verspätung, bedingt durch einen Stau bei der Anreise der Gäste. Richtig angekommen schienen die Altacher aber auch fortan lange nicht, die Tiroler verzeichneten den klar besseren Beginn und forderten in der 11. Minute nach einer Hereingabe von Alexander Gründler erfolglos Elfmeter. Altachs Kapitän Philipp Netzer, der wenig später verletzt ausschied, hatte den Ball im Rutschen mit der Hand touchiert.

Altach geigt groß auf

Angetrieben vom unerschrocken aufspielenden Wacker-Talent Matthäus Taferner, erarbeiteten sich die Gastgeber vor enttäuschender Zuschauerkulisse (2.782) ein klares Chancenplus: Den gefährlichsten einiger Schüsse des 18-Jährigen drehte Altach-Schlussmann Martin Kobras in der 24. Minute gerade noch über die Latte. Kiprit (41.) und Gründler (43.) vergaben jeweils nach Vorarbeit des agilen Sascha Horvath Einschussgelegenheiten. Altach war - ohne richtige Torchance - mit dem Pausen-0:0 gut bedient.

"So wie wir heute auftreten, so wollen wir Fußballspielen", hatte Wackers Alfred Hörtnagl zur Pause noch gegenüber "Sky" zu Protokoll gegeben. Der Sport-Geschäftsführer sollte eine bittere Wende im Spiel erleben. Denn der Gegner kam weit gefährlicher aus der Kabine, Nutz köpfelte eine Eckball-Flanke aus kurzer Distanz zum 1:0 ein (63.).

Mit diesem Treffer brach Wacker komplett auseinander: Gebauer schloss nach Vorlage von Marco Meilinger (68.) zum 2:0 ab. Und nur zwei Minuten später ließ sich Knett, der auch beim Altacher Führungstreffer keine gute Figur gemacht hatte, von einem Schuss Oum Gouets ins kurze Eck überlisten. Altach hatte nun Zeit und Platz zum Zaubern: Berisha versenkte den Ball nach Nutz-Vorarbeit per Fersler zum 4:0 im Netz. Der Rest war Schaulaufen. Bereits am Samstag kommt es zum "Retourspiel" in Altach.